{"Signatur": "CH_VB_003", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2010-04-16", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_003_150000257_2010-04-16.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000257.pdf?ID=150000257", "Checksum": "b1aa87777d47bb0be0992306a7d57e5b"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000257"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 16.04.2010 150000257"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ 16.04.2010 150000257"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG 16.04.2010 150000257"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "DFJP, Office fédéral de la justice"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:18:41", "Checksum": "daab1e2a3dc1b4f62a323223df09f6b8", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 16.04.2010 150000257\n\n2.2 Gesetzliche Grundlage\n2.2.1 Anwendbare Rechtsgrundlagen\nAuf die Überwachung des Internet-Verkehrs sind namentlich anwendbar:\n– das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF, SR 780.1);\n– die Verordnung vom 31. Oktober 2001 über die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (VÜPF, SR 780.11);\n– die Verordnung vom 7. April 2004 über die Gebühren und Entschädigungen für die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (im Folgenden TarifV, SR 780.115.1);\n– im Hintergrund das Fernmeldegesetz vom 30. April 1997 (FMG, SR 784.10) und seine Ausführungsbestimmungen.\nDazu kommen die technischen und administrativen Richtlinien des Dienstes ÜPF nach Artikel 33\nAbsatz 1bis VÜPF8. Diese nicht veröffentlichten Richtlinien können nicht als gesetzliche Grundlage\ndienen, da ihnen der Rechtssatzcharakter abgeht. Sie werden nicht als Rechtssätze, sondern eben\nals Richtlinien bezeichnet, nicht in die Landessprachen übersetzt und nicht in der Amtlichen Sammlung des Bundesrechts publiziert und können somit nicht die Rechtswirkungen von Rechtssätzen ent-\nfalten9.\nDer Erlass von Rechtssätzen durch eine Behörde unterhalb der Departementsstufe wäre ohne Grundlage im Gesetz selber ohnehin unzulässig10, und das BÜPF enthält keine entsprechende Klausel. Das\nBundesverwaltungsgericht führte in einem obiter dictum aus, der Bundesrat könne sich auf Artikel 62\nFMG stützen, um dem Dienst ÜPF Rechtssetzungskompetenzen im Bereich des BÜPF zu übertra-\ngen11. Dies erscheint insofern unzutreffend, als das «Bundesamt» im Sinn des FMG ausschliesslich\ndas BAKOM ist (Art. 4 Abs. 1 FMG) und nicht etwa auch der Dienst. Zudem regelt Artikel 62 FMG nur\nden Vollzug «dieses» Gesetzes (Abs. 1) und nicht etwa auch denjenigen des BÜPF. Artikel 62 FMG\nkönnte daher nicht als Grundlage für eine Gesetzgebungs-Subdelegation an den Dienst dienen.\nSchliesslich ist noch einmal darauf hinzuweisen, dass der Bundesrat dem Dienst nur den Auftrag\nerteilt hat, Richtlinien zu erlassen, nicht Rechtssätze (Art. 33 Abs. 1bis VÜPF).\nDie Richtlinien können somit keine gesetzliche Grundlage abgeben, sondern nur die Praxis der\nBehörde erklären oder – sofern sie nicht im Einzelfall durch eine Verfügung umgesetzt werden – mit\ninterner Wirkung zu einer Vereinheitlichung der Praxis beitragen12.\n\n2.2.2 Artikel 15 BÜPF\n2.2.2.1 Wortlaut\nArtikel 15 Absatz 1 BÜPF ist die zentrale Vorschrift zu den Pflichten der Anbieterinnen im Rahmen der\nÜberwachung des Fernmeldeverkehrs:\n«Die Anbieterinnen von Fernmeldediensten sind verpflichtet, dem Dienst auf Verlangen den Fernmeldeverkehr der überwachten Person sowie die Teilnehmeridentifikation und Verkehrs- und Rechnungsdaten\nzuzuleiten …»\n«… transmettre les communications de la personne surveillée ainsi que les données permettant\nd’identifier les usagers et celles relatives au trafic et à la facturation …»\n\n8 Siehe z.B. Lawful Interception of telecommunications traffic – Technical Guideline for the implementation of lawful measures for monitoring telecommunications / TR TS, limited to Annex G, vom 1. August 2009, Ziffern 5 und 6 zu den Anforderungen an die Weiterleitung der Überwachungsdaten.\n9 Vgl. Art. 8 Abs. 1 des Publikationsgesetzes vom 18. Juni 2004, SR 170.512.\n10 Art. 48 Abs. 2 des Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetzes vom 21. März 1997, RVOG, SR 172.010.\n11 Bundesverwaltungsgericht, Entscheid A-2045/2006 vom 17. Februar 2009, E. 3.2.2.\n12 Vgl. zum Ganzen den Gesetzgebungsleitfaden des Bundesamtes für Justiz, 3. Auflage Bern 2007, Gliederungsziffer 572;\nPierre Tschannen / Ulrich Zimmerli / Markus Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Auflage Bern 2009, § 15–16;\nKopfschaltungs-Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts, A-2335/2008 vom 10. März 2009, E. 7.4.\n\nVPB/JAAC/GAAC/PAAF 2012, Ausgabe vom 1. Mai 2012 35\nGutachten EJPD/Bundesamt für Justiz\n\n«… trasmettere il traffico delle telecomunicazioni della persona sorvegliata, come pure i dati d’identificazione degli utenti e quelli relativi al traffico e alla fatturazione …»\n(Hervorhebungen hinzugefügt)\n\n"}