{"Signatur": "CH_VB_003", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2011-12-22", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_003_150000251_2011-12-22.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000251.pdf?ID=150000251", "Checksum": "25258e756eee82b792fa483bd2e5b227"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000251"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 22.12.2011 150000251"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ 22.12.2011 150000251"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG 22.12.2011 150000251"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "DFJP, Office fédéral de la justice"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:18:13", "Checksum": "ae89a155e0041fe02b1cfbaff8aba50a", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 22.12.2011 150000251\n\n3.3.2 Beispiel Zivilrecht (Art. 122 BV)\nNach Art. 122 Abs. 1 BV ist die Gesetzgebung auf dem Gebiete des Zivilrechts und des Zivilprozessrechts Sache des Bundes. Es handelt sich um eine umfassende Bundeskompetenz (vgl. oben,\nZiff. 2.4). Der Bund kann somit – unter dem eingangs in Ziffer 3.3.1 erwähnten Vorbehalt – verbindliche technische und organisatorische Vorgaben erlassen und durchsetzen, damit eine einheitliche\nelektronische Verwaltungslandschaft entstehen kann.\nDiese Kompetenz hat der Bund teilweise schon wahrgenommen:\n– Im Bereich des Personenstandsrechts hat der Bund gestützt auf Art. 122 Abs. 1 BV eine formellgesetzliche Grundlage für die elektronische Führung der Personenstandsregister (zentrale elektronische Datenbank Infostar) geschaffen. Der Bund betreibt für die Kantone eine von\nihm entwickelte zentrale Datenbank, die von den Kantonen finanziert wird (Art. 45a ZGB). Die\nKantone sind verpflichtet, Personenstandsdaten aus den bisherigen, in Papierform geführten\nZivilstandsregistern in die zentrale Datenbank Infostar zu übertragen (Art. 93 ZStV).35\n– Am 1. Januar 2012 tritt eine Teilrevision des ZGB in Kraft, die das Grundbuch zu einem umfassenderen elektronischen Grundstücksinformationssystem (eGRIS) weiterentwickelt36. Das\nGrundbuch wird dezentral in den Kantonen grösstenteils elektronisch geführt. Die revidierte\nGrundbuchverordnung (GBV) regelt insbesondere die Organisation der Grundbuchführung und\nden elektronischen Geschäftsverkehr mit dem Grundbuchamt. Das EJPD macht den Kantonen\ndiesbezüglich verbindliche technische und organisatorische Vorgaben (Art. 40 Abs. 2 u. 41\nAbs. 1 revidierte GBV; Technische Verordnung des EJPD und des VBS vom 6. Juni 2007 über\ndas Grundbuch, TGBV). Die revidierte GBV wird durch die neue Verordnung über die elektronische öffentliche Beurkundung ergänzt, die im Bereich des Privatrechts die elektronische Ausfertigung öffentlicher Urkunden und die elektronische Beglaubigung von Kopien und Unterschriften\nregelt.\n– Das Handelsregister wird flächendeckend elektronisch dezentral von den Kantonen geführt.\nDie Eintragungen in das Tagesregister werden dem Eidgenössischen Amt für das Handelsregister (EHRA) beim BJ elektronisch übermittelt. Das EHRA bestimmt in einer technischen Weisung das Übertragungsverfahren. Das EHRA prüft im Rahmen der Oberaufsicht die übermittelten Einträge und leitet diese zur Publikation an das Schweizerische Handelsamtsblatt (SHAB)\nweiter. Es führt zudem ein Zentralregister, welches dem Auffinden und der Unterscheidung der\neingetragenen Rechtseinheiten dient. Der Inhalt des Zentralregisters ist der Öffentlichkeit über\nInternet zugänglich (www.zefix.admin.ch). Das EJPD bestimmt die Bedingungen und Modalitäten für den Zugang zu diesen Daten (Art. 14 HRegV). Das EHRA hat in Weisungen festgehalten, wie der Inhalt und die Struktur der Daten, welche durch die kantonalen Handelsregisterbehörden erfasst werden, auszusehen haben37. Es gibt hingegen keine weitergehenden technischen und organisatorischen Vorgaben seitens des Bundes. Die Kantone sind frei in der Wahl\nihres Informatiklieferanten. Es gibt derzeit zwei verschiedene Anbieter von IT-Handelsregister-\nlösungen, bei welchen die Kantone Leistungen beziehen.\n\n34 Ulrich Häfelin / Walter Haller / Helen Keller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 7. Aufl., Zürich / Basel / Genf 2008,\nRz. 180.\n35 Botschaft vom 14. Februar 2011 über die Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Elektronische Führung der\nPersonenstandsregister), BBl 2001 1644; Änderung des ZGB (Elektronische Führung der Personenstandsregister) vom\n5. Oktober 2001, AS 2004 2911 (Art. 39 Abs. 1, 43a, 45 Abs. 3, 45a, 48 Abs. 5, 6a SchlT ZGB).\n36 Referendumsvorlage: BBl 2009 8779; Botschaft und Entwurf des Bundesrates: BBl 2007 5283, 5347.\n37 Swiss Commercial Registry Data Structure, abrufbar unter zefix.admin.ch > Standards.\n\nVPB/JAAC/GAAC/PAAF 2012, Ausgabe vom 1. Mai 2012 11\nGutachten EJPD/Bundesamt für Justiz\n\n"}