{"Signatur": "CH_VB_003", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2011-12-22", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_003_150000251_2011-12-22.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000251.pdf?ID=150000251", "Checksum": "25258e756eee82b792fa483bd2e5b227"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000251"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 22.12.2011 150000251"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ 22.12.2011 150000251"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG 22.12.2011 150000251"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "DFJP, Office fédéral de la justice"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:18:13", "Checksum": "ae89a155e0041fe02b1cfbaff8aba50a", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 22.12.2011 150000251\n\n3 Bundeskompetenzen für eine IKT-Zusammenarbeit\nBund-Kantone\n3.1 Inhalt der Kompetenz\nGemäss dem Antrag des EJPD zum Bundesratsbeschluss vom 6. Juli 2011 soll geprüft werden, inwieweit der Bund über Rechtsgrundlagen verfügt, um verbindliche technische und organisatorische\nVorgaben zu erlassen und durchzusetzen, damit eine einheitliche elektronische Verwaltungslandschaft entstehen und schweizweit nach den gleichen Regeln und mit den gleichen Instrumenten funktionieren kann.\nNachfolgend wird deshalb untersucht, ob für diese Querschnittaufgabe eine allgemeine Bundeskompetenz besteht (Ziff. 3.2). Anschliessend wird untersucht, ob die sektoriellen Bundeskompetenzen in\nden verschiedenen Sach- und Rechtsgebieten genügen, um die Schaffung einer einheitlichen elektronischen Verwaltungslandschaft zu begründen (Ziff. 3.3).\n\n3.2 Allgemeine Bundeskompetenzen\nEine explizite Zuständigkeit des Bundes zur Schaffung einer einheitlichen elektronischen Verwaltungslandschaft besteht nicht. Sachgebiete, die eine solche Bundeskompetenz beinhalten könnten, sind\ndie Zuständigkeit des Bundes für die öffentlichen Werke (Art. 81 BV) sowie seine Zuständigkeit im\nBereich des Post- und Fernmeldewesens (Art. 92 Abs. 1 BV). Geprüft wird schliesslich, ob der Bund\ngenerell Vorgaben zur Umsetzung von Bundesrecht (Art. 46 Abs. 1 BV) machen kann und in diesem\nRahmen technische und organisatorische Vorgaben erlassen und durchsetzen könnte.\n\n3.2.1 Öffentliche Werke (Art. 81 BV)\nNach Art. 81 BV kann der Bund im Interesse des ganzen oder eines grossen Teils des Landes öffentliche Werke errichten und betreiben oder ihre Errichtung unterstützen.\nArt. 81 BV (bzw. Art. 21 der BV von 1848 und Art. 23 der BV von 1874) hat seinen Ursprung in der\nerfolgreichen Linthkorrektur, die 1804 beschlossen wurde. Die darin verankerte Bundeskompetenz\nwar die verfassungsrechtliche Grundlage für Gewässerkorrekturen des Rheins, des Bodensees und\nder Juragewässer sowie für den Bau von Brünig, Furka und Oberalp. Auch die Eisenbahngesetze von\n1852 und 1872 stützten sich auf diese Zuständigkeit des Bundes. Mit der Bundesverfassung von 1874\nerhielt der Bund viele Zuständigkeiten im Bereich von Wasser, Strassen und Eisenbahn, und die\nBestimmung kam nur noch vereinzelt zur Anwendung für einige Strassen, Brücken, eine Schleuse und\nSeespiegelkorrekturen. Im Eisenbahnbereich war die Bestimmung die Grundlage für Finanzbeiträge\nan den Furkabasistunnel, die zweite Lötschbergspur und den Vereinatunnel. Als «öffentliche Werke»\nwurden in der Praxis also stets Werke verstanden, die substantiell den Boden verändern. Der Bund\nhat sich hingegen nie darauf berufen, um ein Spital oder ein Observatorium zu subventionieren.\nAubert geht deshalb von einem dieser Praxis entsprechenden, engen Werkbegriff aus17. Ruch teilt\ndiese Meinung18. Der Bundesrat ging in der Botschaft über eine neue Bundesverfassung ebenfalls\nvon einem engen Werkbegriff aus, der bloss grosse, raumwirksame Infrastrukturen umfasst19. Der\nWerkbegriff wäre damit enger als im Obligationenrecht zu verstehen, wo auch immaterielle Ergebnisse\nals Werk gelten20.\n\n16 Häfelin / Haller / Keller, Rz. 1083.\n17 Jean-François Aubert/Pascal Mahon, Petit Commentaire de la Constitution fédérale de la Confédération Suisse, Zürich /\nBasel / Genf 2003, Art. 81 Rz. 2-6.\n18 Alexander Ruch, in: Daniel Thürer / Jean-François Aubert / Jörg Paul Müller (Hrsg.), Verfassungsrecht der Schweiz, Zürich\n2001, S. 929 f. Für die aBV s. Riccardo Jagmetti in Kommentar aBV, Art. 23 Rz. 5 f.\n19 Botschaft vom 20. November 1996 über eine neue Bundesverfassung, BBl 1997 I 257.\n20 Riccardo Jagmetti, in Kommentar aBV, Art. 23 Rz. 5.\n\nVPB/JAAC/GAAC/PAAF 2012, Ausgabe vom 1. Mai 2012 7\nGutachten EJPD/Bundesamt für Justiz\n\n"}