{"Signatur": "CH_VB_003", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2009-11-27", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_003_150000224_2009-11-27.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000224.pdf?ID=150000224", "Checksum": "765284f30bf7e6c7a22bee8642f1fddc"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000224"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 27.11.2009 150000224"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ 27.11.2009 150000224"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG 27.11.2009 150000224"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "DFJP, Office fédéral de la justice"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:18:48", "Checksum": "fe2e9491ebcf5ae0fb1a2e969c1cd1fe", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 27.11.2009 150000224\n\n1.2. Als seinerzeitige Prozessparteien haben die Beschwerdeführer ein schutzwürdiges Interesse\nim Sinne von Art. 48 Abs. 1 VwVG an der korrekten Vollstreckung des fraglichen Urteils des Bundesgerichts vom 6. November 2008. Sie sind daher berechtigt, beim Bundesrat Beschwerde zu führen.\n\n1.3. Die Beschwerde nach Art. 70 Abs. 4 BGG ist nicht an eine Frist gebunden. Dies gilt jedenfalls dann, wenn wie im vorliegenden Fall die Untätigkeit der zuständigen Behörde gerügt wird (VPB\n66 [2002] Nr. 55 E. 1.2; FLORENCE AUBRY GIRARDIN, a.a.O., Art. 70 N. 36).\n\n1.4. Die Aufsichtsbeschwerde ist somit als Beschwerde nach Art. 70 Abs. 4 BGG entgegenzunehmen, insoweit sie den behaupteten mangelhaften Vollzug des Bundesgerichtsentscheids vom\n6. November 2008 betrifft. In diesem Umfang ist auf die Beschwerde einzutreten.\n\n2. Die Verbindlichkeitswirkung von Urteilen bezieht sich grundsätzlich auf das Dispositiv (vgl.\nz.B. FRITZ GYGI, Verwaltungsrecht, Bern 1986, S. 303; DERSELBE, Bundesverwaltungsrechtspflege,\n2. Aufl., Bern 1983, S. 323; W ALTER J. HABSCHEID, Droit judiciaire privé suisse, 2. Aufl., Genf 1981,\nS. 312; JEAN-FRANÇOIS POUDRET, a.a.O., Art. 38 N. 4.2). Vollstreckbar im Sinne von Art. 69 und 70\nBGG ist daher nur das Dispositiv der bundesgerichtlichen Entscheide (FLORENCE AUBRY GIRARDIN,\na.a.O., Art. 69 N. 10, Art. 70 N. 4; PAUL TSCHÜMPERLIN, in: Marcel Alexander Niggli / Peter Uebersax /\nHans Wiprächtiger [Hrsg.], Bundesgerichtsgesetz, Art. 69 N. 14). Eine Berücksichtigung von Erwägungen kann höchstens dann in Frage kommen, wenn das Dispositiv ausdrücklich auf diese verweist\n(VPB 66 [2002] Nr. 55 E. 2.1 und 2.2; 53 [1989] Nr. 4 E. 2.1).\n\nDie Beschwerdeführer machen nicht geltend, das Dispositiv des Entscheids des Bundesgerichts vom\n6. November 2008 sei nicht richtig vollstreckt worden. Da das Bundesgericht eine Bestimmung des\nPrüfungsreglements direkt aufgehoben und die Beschwerde im Übrigen abgewiesen hatte, bedurfte\nsein Entschied auch gar keiner weiteren Vollstreckung (vgl. STEFAN HEIMGARTNER / HANS W IPRÄCHTI-\nGER, in: Marcel Alexander Niggli / Peter Uebersax / Hans Wiprächtiger [Hrsg.], Bundesgerichtsgesetz,\nArt. 61 N. 10). Die Beschwerdeführer berufen sich einzig auf eine Erwägung, die aber im Dispositiv in\nkeiner Weise erwähnt wird. Eine solche Aussage in der Urteilsbegründung ist nicht vollstreckbar.\n\nSoweit die Aufsichtsbeschwerde als Beschwerde nach Art. 70 Abs. 4 BGG entgegenzunehmen ist, ist\nsie deshalb abzuweisen.\n\n3. Im Folgenden bleibt noch zu prüfen, ob die Aufsichtsbeschwerde im Sinne einer Anzeige auf\nTatsachen aufmerksam macht, die ein Einschreiten des Bundesrates von Amtes wegen erfordern\nwürden (Art. 71 VwVG).\n\n3.1. Der Bundesrat sorgt nach Art. 186 Abs. 4 BV für die Einhaltung des Bundesrechts sowie der\nKantonsverfassungen und der Verträge der Kantone und trifft die erforderlichen Massnahmen. Mit\nihrem Verweis auf die Erwägung 6.3 des Bundesgerichtsentscheids vom 6. November 2008 machen\ndie Beschwerdeführer indirekt geltend, die aktuelle Zusammensetzung der Prüfungskommission verstosse gegen die Rechtsgleichheit (Art. 8 BV).\n\nDie Bundesverfassung überträgt die Aufgabe, die Kantone zur Beachtung des Bundesrechts anzuhalten, allerdings nicht nur dem Bundesrat, sondern auch dem Bundesgericht. Nach Art. 189 Abs. 1\nBst. a BV beurteilt das Bundesgericht Streitigkeiten wegen Verletzung von Bundesrecht.\n\n3.2. Der Bundesrat ergreift nach ständiger Praxis keine Aufsichtsmassnahmen, wenn eine\nRechtsverletzung mit einem – ordentlichen oder ausserordentlichen – Rechtsmittel gerügt werden\n\nVPB/JAAC/GAAC 2010, Ausgabe vom 15. April 2010 72\nEntscheid Bundesrat\n\nkann (sog. Subsidiarität der Aufsichtsbeschwerde). Anders verhielte es sich nur, wenn ein gewichtiges\nöffentliches Interesse ausnahmsweise ein Einschreiten unabhängig von einem Rechtsmittelverfahren\nerfordern würde (vgl. FRITZ GYGI, a.a.O. [Bundesverwaltungsrechtspflege], S. 223; PASCAL MAHON, in:\nJean-François Aubert / Pascal Mahon, Petit commentaire de la Constitution fédérale de la Confédération suisse, Zürich 2003, Art. 186 N. 15; RENÉ RHINOW / HEINRICH KOLLER / CHRISTINA KISS, Öffentliches\nProzessrecht und Justizverfassungsrecht des Bundes, Basel 1996, Rz. 1410; ALEXANDER RUCH, in:\nBernhard Ehrenzeller / Philippe Mastronardi / Rainer J. Schweizer / Klaus A. Vallender [Hrsg.], Die\nschweizerische Bundesverfassung, Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2008, Art. 186 N. 20, 22; STEFAN VO-\nGEL, in: Christoph Auer / Markus Müller / Benjamin Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz\nüber das Verwaltungsverfahren, Zürich 2008, Art. 71 N. 21; OLIVER ZIBUNG, in: Bernhard Waldmann /\nPhilippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren,\nZürich 2009, Art. 71 N. 11 f.).\n\n3.3. Über die Zusammensetzung der Prüfungskommission kann jede Person, die sich der interkantonalen Prüfung für Osteopathen stellt, eine Verfügung verlangen. Gegen eine solche Verfügung\nkann nach Art. 24 des Prüfungsreglements bei der Rekurskommission der EDK und der GDK Beschwerde geführt werden. Deren Entscheid kann beim Bundesgericht angefochten werden. Die Zulässigkeit der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist zwar wegen Art. 83 Bst. t BGG\neher fraglich, doch bleibt auf jeden Fall die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG\nzulässig. Mit dieser Beschwerde kann die Verletzung verfassungsmässiger Rechte, mithin auch der\nRechtsgleichheit, gerügt werden.\n\n"}