{"Signatur": "CH_VB_003", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2009-03-10", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_003_150000158_2009-03-10.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000158.pdf?ID=150000158", "Checksum": "772d1e29a24250b455e26b485029eebe"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000158"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 10.03.2009 150000158"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ 10.03.2009 150000158"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG 10.03.2009 150000158"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "DFJP, Office fédéral de la justice"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:18:56", "Checksum": "8f00d60bb81cae378ff96341e6246120", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 10.03.2009 150000158\n\n62\nVgl. etwa HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN (Fn. 54), Rz. 564.\n63\nEGMR, Urteil vom 6. Juni 2006 in Sachen Segerstedt-Wiberg et al. gegen Schweden (§ 103 [ständige Rechtsprechung]).\n64\nEGMR, Urteil vom 4. Mai 2000 in Sachen Rotaru gegen Rumänien (§ 59): „ […] pour que les systèmes de surveillance secrète soient compatibles avec l'article 8 de la Convention, ils doivent contenir des garanties établies par la loi et qui sont applicables au contrôle des activités des services concernés. Les procédures de contrôle doivent respecter aussi fidèlement\nque possible les valeurs d'une société démocratique, en particulier la prééminence du droit, à laquelle se réfère expressément le préambule de la Convention. Elle implique, entre autres, qu'une ingérence de l'exécutif dans les droits de l'individu\nsoit soumise à un contrôle efficace que doit normalement assurer, au moins en dernier ressort, le pouvoir judiciaire, car il\noffre les meilleures garanties d'indépendance, d'impartialité et de procédure régulière (arrêt Klass et autres précité, pp. 25-\n26, § 55)“ ; ebenso Segerstedt-Wiberg gegen Schweden (Fn. 96), § 121 f.\n65\nDie Bestimmung lautet:\nPersonendaten können beschafft werden durch:\na. Auswerten öffentlich zugänglicher Quellen;\nb. Einholen von Auskünften;\nc. Einsicht in amtliche Akten;\nd. Entgegennahme und Auswerten von Meldungen;\ne. Nachforschen nach der Identität oder dem Aufenthalt von Personen;\nf. Beobachten von Vorgängen an öffentlichen und allgemein zugänglichen Orten, auch mittels Bild- und\nTonaufzeichnungen;\ng. Feststellen der Bewegungen und der Kontakte von Personen.\n66\nDer Wortlaut der Bestimmung:\nArt. 18m (neu) Geheimes Durchsuchen eines Datenverarbeitungssystems\nLassen konkrete und aktuelle Tatsachen oder Vorkommnisse vermuten, dass ein mutmasslicher Gefährder oder eine mutmassliche Gefährderin ein ihm oder ihr zur Verfügung stehendes und gegen Zugriff besonders gesichertes Datenverarbeitungssystem benutzt, kann dieses vom Bundesamt durchsucht werden. Die Durchsuchung kann ohne Wissen des mutmasslichen Gefährders oder der mutmasslichen Gefährderin erfolgen.\n\nVPB/JAAC/GAAC 2009, Ausgabe vom 2. September 2009 158\nGutachten EJPD/Bundesamt für Justiz und EDA/Direktion für Völkerrecht\n\nDie vom Parlament im Rahmen des ZNDG beschlossene Änderung des Militärgeset-\nzes67 fasst Art. 99 MG neu68. Dabei sind die im Rahmen der Zusatzbotschaft BWIS II\ngemachten Änderungsvorschläge noch nicht berücksichtigt, welche in erster Linie die\ngesetzliche Verankerung der Funkaufklärung zum Gegenstand haben. Auch diese\nFassung des Art. 99 MG genügt einer formell-gesetzlichen Grundlage für CNO\nnicht69.\nBerechtigt zum geheimen Durchsuchen eines Datenverarbeitungssystems wäre damit auch nach der Zusammenführung unter dem Dach des VBS allein der DAP, nicht\netwa der SND oder der MND. Denn trotz der beschlossenen Zusammenführung des\nSND mit dem zivilen Dienst für Analyse und Prävention (DAP) unter dem Dach des\nVBS gilt es weiterhin deren unterschiedliche und gesetzlich definierte Aufträge zu\nbetonen. Gemäss Art. 5 Abs. 2 der Verordnung über die Nachrichtendienste im Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (Nachrichtendienstverordnung VBS, VND) vom 26. September 200370 vereinbaren die\nNachrichtendienste des VBS eine Zusammenarbeitsregelung, welche durch den\nChef VBS zu genehmigen ist.\nMit anderen Worten ändert die Entscheidung des Bundesrates, die nachrichtendienstlichen Teile des DAP dem Chef VBS zu unterstellen (Bundesratsbeschluss\nvom 21.5.2008) nichts an den grundlegend unterschiedlichen gesetzlichen Aufträgen\nder beiden Dienste. Eine engere Zusammenarbeit ist nur im Rahmen der bestehenden Gesetze zulässig.\nCNO des Militärs zugunsten von zivilen Behörden stehen unter dem Vorbehalt von\nArt. 1 Abs. 3 MG, wonach dies nur zulässig ist, wenn die polizeilichen Mittel nicht\nmehr ausreichen, sei es bei der Abwehr von schwer wiegenden Bedrohungen der\ninneren Sicherheit (lit. a) oder sei es bei der Bewältigung von anderen ausserordentlichen Lagen, insbesondere im Falle von Katastrophen im In- und Ausland (lit. b).\nGleichzeitig ist festzuhalten, dass nicht jeder Angriff auf ein Informationssystem –\nund sei es noch so wichtig – einen militärischen Angriff darstellt71.\n\n"}