{"Signatur": "CH_VB_003", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2007-10-23", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_003_150000113_2007-10-23.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000113.pdf?ID=150000113", "Checksum": "7cbfab53f29d4cb5426ee1707b6eeeda"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000113"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 23.10.2007 150000113"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ 23.10.2007 150000113"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG 23.10.2007 150000113"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "DFJP, Office fédéral de la justice"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:19:23", "Checksum": "8e93e2921da09b6ecdb40520062b2041", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 23.10.2007 150000113\n\n9\nVgl. PETER HÄNNI, Personalrecht des Bundes, 2. Aufl., in: H. Koller/G. Müller/R. Rhinow/U. Zimmerli (Hrsg.),\nSchweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Bd. I, Teil 2, Basel usw. 2004, S. 63 ff.; DERS., Droits et devoirs des\ncollaborateurs : droits fondamentaux, loi sur l'égalité, RFJ 2004, S. 151 ff.; MATTHIAS MICHEL, Beamtenstatus im\nWandel: Vom Amtsdauersystem zum öffentlichrechtlichen Gesamtarbeitsvertrag, Zürich 1998, S. 53 ff.; WAL-\nTER HINTERBERGER, Disziplinarfehler und Disziplinarmassnahmen im Recht des öffentlichen Dienstes, St. Gallen\n1986, S. 145 ff.; PETER BELLWALD, Die disziplinarische Verantwortlichkeit der Beamten, Bern 1985; zur Kasuistik: PETER HÄNNI, Das öffentliche Dienstrecht der Schweiz, Zürich 2002, S. 343 ff.; DERS. Rechte und Pflichten\nim öffentlichen Dienstrecht, Freiburg 1993.\n10\nVgl. HANS PETER WALTER, Gedanken zum Richteramt, ZBJV 1991, S. 611 ff.; EUGEN H. BINDER, Das Disziplinarrecht der richterlichen Beamten im Kanton Genf, Bülach 1952, S. 70 ff. Zu internationalen Grundsätzen für die\nAusübung des Richteramtes vgl. STEPHAN GASS, Wie sollen Richterinnen und Richter gewählt werden? Wahl\nund Wiederwahl unter dem Aspekt der richterlichen Unabhängigkeit, AJP 2007, S. 593, 594 f. Wichtige Bedeutung kommt den «Principes de Bangalore sur la déontologie judiciaire 2002» zu.\n11\nZu den Kerngehalten der Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der Richterinnen und Gerichte vgl. REGINA KIE-\nNER, Richterliche Unabhängigkeit: Verfassungsrechtliche Anforderungen an Richter und Gerichte, Bern 2001,\nS. 223 f.\n12\nBericht der Geschäftsprüfungskommission des Nationalrates und des Ständerats zur «Untersuchung von besonderen Vorkommnissen am Bundesgericht» vom 6. Oktober 2003, BBl 2004, S. 5647, 5649, 5698, 5719.\n\nVPB/JAAC/GAAC 2008, Ausgabe vom 3. September 2008 309\nGutachten EJPD/Bundesamt für Justiz\n\nmit der Aufsicht betrauten Richterinnen und Richter haben diese nach den entsprechenden rechtlichen Bestimmungen wahrzunehmen.\nEs lässt sich nicht abschliessend aufzählen, was die Aufgabenerfüllungspflicht im Einzelnen umfasst.\nDie konkreten Pflichten sind von der jeweiligen Aufgabe der entsprechenden Richterin oder des entsprechenden Richters abhängig (Rechtsprechung, Tätigkeit in der Justizverwaltung, Aufsichtsfunktion). Innerhalb der Rechtsprechung sind die Aufgaben wiederum verschieden je nach Art des Verfahrens (erstinstanzliches Strafverfahren, Beschwerdeverfahren in verwaltungsrechtlichen Streitigkeiten\nusw.) oder der Funktion der Richterin oder des Richters innerhalb des Verfahrens (Instruktion, Verhandlungsleitung, Erstellen des Referats, Mitwirkung bei der Entscheidfindung, Genehmigung des\nUrteilsentwurfs, Unterschriftsberechtigung usw.). 13\nFür die Richterinnen und Richter der erstinstanzlichen Bundesgerichte ist die Aufgabenerfüllungspflicht auch in zeitlicher Hinsicht geregelt. Art. 10 der Richterverordnung sieht für ein volles Pensum\n42 Stunden pro Woche vor. Bei Teilzeitstellen reduziert sich das Pensum entsprechend. Die Arbeitszeit muss für dienstliche Aufgaben verwendet werden. 14 In örtlicher Hinsicht sind allenfalls Bestimmungen zum Arbeitsort zu beachten.\n\n1.3 Eingeschränkte Befolgungspflicht\nIm Personalrecht des öffentlichen Dienstes haben die Angestellten die Anordnungen ihrer Vorgesetzten zu befolgen. Die Befolgungspflicht bildet das Korrelat zum Weisungsrecht des Arbeitgebers. 15\nDemgegenüber sind Richterinnen und Richter in ihrer Kernaufgabe − der Rechtsprechung − nicht an\nWeisungen der Vorsitzenden der Spruchkörper, der Kammerpräsidenten, interner Gerichtsorgane,\nübergeordneter Gerichts- oder Aufsichtsinstanzen gebunden. Sie urteilen vielmehr selbständig und\neigenverantwortlich, in alleiniger Bindung an das Recht 16. Die Pflicht, Anordnungen und Weisungen zu\nbefolgen, ist jedoch denkbar in Bereichen, die keinen direkten Zusammenhang zur Rechtsprechung\naufweisen, so etwa im Rahmen der Justizverwaltung oder in arbeitsrechtlichen Belangen. 17 Richterinnen oder Richter der erstinstanzlichen Bundesgerichte sind beispielsweise zur Aushilfe in anderen\nKammern oder Abteilungen verpflichtet (Art. 17 Abs. 3 SGG, Art. 19 Abs. 3 VGG). Leitlinie bleibt indessen auch hier die richterliche Unabhängigkeit. So darf auf dem Weg der äusseren Organisation\nder Rechtsprechung oder im Rahmen der Dienstaufsicht nicht Druck auf den Ausgang eines bestimmten Verfahrens ausgeübt werden.\n\n1.4 Wohnsitzpflicht\nGemäss Art. 14 der Richterverordnung müssen die Richterinnen und Richter der erstinstanzlichen\nBundesgerichte in der Schweiz wohnen.\n\n1.5 Geheimhaltungspflicht\nDie Richterinnen und Richter sind verpflichtet, das Amtsgeheimnis über Tatsachen zu wahren, die\nihnen bei der Ausübung ihres Amtes zur Kenntnis gelangen und die nach ihrer Natur vertraulich sind\n(Art. 15 der Richterverordnung, vgl. auch Art. 320 des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21.\nDezember 1937 (StGB; SR 311.0).\n\n"}