{"Signatur": "CH_VB_003", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2007-10-23", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_003_150000113_2007-10-23.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000113.pdf?ID=150000113", "Checksum": "7cbfab53f29d4cb5426ee1707b6eeeda"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000113"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 23.10.2007 150000113"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ 23.10.2007 150000113"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG 23.10.2007 150000113"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "DFJP, Office fédéral de la justice"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:19:23", "Checksum": "8e93e2921da09b6ecdb40520062b2041", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 23.10.2007 150000113\n\n1\nArt. 11 Abs. 3 E-SGG bzw. E-VGG; Botschaft des Bundesrates vom 28. Februar 2001 zur Totalrevision der\nBundesrechtspflege, BBl 2001 4202 (Botschaft Bundesrechtspflege), 4258, 4519, 4541.\n2\nArt. 5 E-SGG bzw. E-VGG, BBl 2001 4518, 4540.\n3\nVgl. insbesondere die Beschlüsse des Ständerates vom 6. Dezember 2001; AB 2001 S 904.\n4\nZusatzbericht der Kommission für Rechtsfragen des Ständerates vom 23. Mai 2002 zum Entwurf für eine Verordnung der Bundesversammlung über das Arbeitsverhältnis und die Besoldung der Richter und Richterinnen\ndes Bundesstrafgerichts (Richterverordnung), BBl 2002 5903, 5904. AB 2002 S 328 f. (Votum Bürgi).\n5\nEntwurf für ein Bundesgesetz über die Justizkommission (JKG), BBl 2002 1199; Zusatzbericht der Kommission\nfür Rechtsfragen des Ständerates vom 16. November 2001 zum Entwurf für ein Bundesgesetz über die Justizkommission BBl 2002 1181 (Zusatzbericht JKG). AB 2001 S 904.\n6\nAB 2002 S 196; AB 2002 N 1219; AB 2002 S 1062.\n7\nAB 2004 N 1640.\n8\nDer Amtsenthebungsartikel wurde namentlich an den Sitzungen der vorberatenen Kommission für Rechtsfragen des Ständerates im Herbst 2001 erörtert. Im Parlament wurde der Artikel weder erläutert noch diskutiert\n(AB 2001 S 918; AB 2002 N 1213; AB 2003 S 861; AB 2004 N 1640). Vgl. dazu auch CHRISTINA KISS, Das neue\nBundesstrafgericht, AJP 2003, S. 141, 149, insb. FN 69. Hinweise finden sich einzig im Zusatzbericht JKG (FN\n5), 1190.\n\nVPB/JAAC/GAAC 2008, Ausgabe vom 3. September 2008 308\nGutachten EJPD/Bundesamt für Justiz\n\nIn Analogie zu den Dienstpflichten des Bundespersonals 9 und unter Berücksichtigung der Bedeutung\ndes Richteramtes 10 lassen sich die wichtigsten Amtspflichten der Richterinnen und Richter der erstinstanzlichen Bundesgerichte wie folgt gruppieren: Aufgabenerfüllungspflicht, eingeschränkte Befolgungspflicht, Wohnsitzpflicht, Geheimhaltungspflicht, Beschränkung der Nebenbeschäftigungen, Geschenkannahmeverbot sowie Treuepflicht. Zu beachten sind ferner auch strafrechtliche Grenzen der\nAmtsführung.\n\n1.2 Aufgabenerfüllung als Hauptpflicht\nDie Hauptpflicht der Richterinnen und Richter besteht darin, den ihnen vom Gesetz zugewiesenen\nAufgaben in rechtmässiger und sorgfältiger Weise nachzukommen. Die Richterinnen und Richter werden vor ihrem Amtsantritt auf gewissenhafte Pflichterfüllung vereidigt (Art. 11 SGG bzw. VGG). Zu den\nAufgaben gehören namentlich die Rechtsprechung, Tätigkeiten in der Justizverwaltung sowie besondere Aufsichtsfunktionen. Bei der Ausübung dieser Aufgaben sind die Richterinnen und Richter an die\nBundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101), die\nKonvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR\n0.101), die entsprechenden Gerichtsorganisationsgesetze (SGG, VGG), das anwendbare Verfahrensrecht (Bundesgesetz vom 15. Juni 1934 über die Bundesstrafrechtspflege [BStP; SR 312.0]; Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]; Bundesgesetz\nvom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP; SR 273]), gerichtsinterne Reglemente\n(z.B. Geschäftsreglemente) sowie allenfalls an Anordnungen und Weisungen von Gerichtsorganen\noder Aufsichtsbehörden gebunden, soweit diese über eine entsprechende Zuständigkeit verfügen und\nnicht die Rechtsprechung in einem konkreten Fall betroffen ist.\nDie Richterinnen und Richter werden in erster Linie gewählt um Recht zu sprechen. Das Richteramt\nunterscheidet sich dabei von jedem anderen öffentlichen Amt darin, dass es in verfassungsrechtlich\ngarantierter Unabhängigkeit und Unparteilichkeit (Art. 30 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK) ausgeübt\n11\nwerden muss. Die Unabhängigkeitsgarantie wird namentlich in den Unvereinbarkeits- und Ausstandsregeln (Art. 6-8 SGG, Art. 99 BStP i.V.m. Art. 34 ff. BGG, Art. 6-8 sowie 38 VGG i.V.m. Art. 34\nff. BGG) konkretisiert. Bei der Rechtsfindung sind die Richterinnen und Richter an ein rechtmässiges\nVerfahren gebunden. So erblickte die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrates und des Ständerates im Umstand, dass ein ehemaliger Präsident des früheren Kassationshofes des Bundesgerichts ein Urteil auf dem Zirkulationsbogen als einstimmig gefällt deklariert hatte, obwohl nur eine\nMehrheit, aber keine Einstimmigkeit vorlag, als Amtspflichtverletzung (Verletzung der Bestimmungen\nüber das Zirkulationsverfahren und die öffentliche Beratung). 12\nNeben der Rechtsprechung können Richterinnen und Richter auch Aufgaben in der Justizverwaltung\nwahrnehmen (z.B. Organisation der Gerichte, Abteilungen und Kammern, Gerichtsleitung, Teile des\nPersonal- und Finanzwesens, vgl. Art. 13 ff. SGG und Art. 14 ff. VGG). Diese Aufgaben sind administrativer Natur. Beide erstinstanzlichen Bundesgerichte verfügen ferner über Aufsichtsfunktionen. So\nführt die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts die Aufsicht über die Ermittlungen der gerichtlichen Polizei und die Voruntersuchung in Bundesstrafsachen (Art. 28 Abs. 2 SGG). Das Bundesverwaltungsgericht übt die Aufsicht über die Geschäftsführung der Schätzungskommissionen und ihres\nPräsidenten aus (Art. 63 des Bundesgesetzes vom 20. Juni 1930 über die Enteignung [SR 711]). Die\n\n"}