{"Signatur": "CH_VB_003", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2006-04-04", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_003_150000065_2006-04-04.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000065.pdf?ID=150000065", "Checksum": "e47ed0322d29af82e37ab1911db06fda"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000065"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 04.04.2006 150000065"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ 04.04.2006 150000065"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG 04.04.2006 150000065"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Office fédéral de la justice, OFJ"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ufficio federale di giustizia, UFG"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "DFJP, Office fédéral de la justice"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:20:07", "Checksum": "a1b03ce16802a8c12446d2d6b1b725bc", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Bundesamt für Justiz, BJ 04.04.2006 150000065\n\nGutachten\n\n2007.9 (S. 196–198)\nSchutz des Schweizer Wappens I\n\nEDA, Direktion für Völkerrecht\n\nGutachten vom 4. April 2006\n\nStichwörter/Regeste: Art. 53 Abs. 2 des Genfer Abkommens über die Verbesserung des Loses der\nVerwundeten und Kranken der bewaffneten Kräfte im Felde und Bundesgesetz zum Schutz öffentlicher Wappen und anderer öffentlicher Zeichen: Das nationale Recht sieht einen geringfügig strengeren Schutzstandard vor als das Abkommen.\n\nMots clés/Regeste: Art. 53, al. 2, de la Convention de Genève pour l'amélioration du sort des blessés\net des malades dans les forces armées en campagne et loi fédérale du 5 juin 1931 pour la protection\ndes armoiries publiques et autres signes publics : Le droit suisse prévoit un niveau de protection légèrement plus élevé que la convention.\n\nTermini chiave/Regesto: Art. 53 cpv. 2 della Conv. di Ginevra per migliorare la sorte dei feriti e dei\nmalati delle forze armate in campagna e legge federale per la protezione degli stemmi pubblici e di\naltri segni pubblici: il diritto interno prevede norme di protezione leggermente più severe di quelle della\nConvenzione.\n\nRechtliche Grundlagen: Art. 53 Abs. 2 des Genfer Abkommen vom 12. August 1949 zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der bewaffneten Kräfte im Felde (SR 0.518.12); Bundesgesetz zum Schutz öffentlicher Wappen und anderer öffentlicher Zeichen (SR 232.21)\n\nBase juridique: Art. 53, al. 2, de la Convention de Genève du 12 août 1949 pour l’amélioration du\nsort des blessés et des malades dans les forces armées en campagne (RS 0.518.12); Loi fédérale\npour la protection des armoiries publiques et autres signes publics (RS 232.21)\n\nBasi legali: Art. 53 cpv. 2 della Convenzione di Ginevra del 12 agosto 1949 per migliorare la sorte dei\nferiti e dei malati delle forze armate in campagna (RS 0.518.12); Legge federale per la protezione\ndegli stemmi pubblici e di altri segni pubblici (RS 232.21)\n\nVPB/JAAC/GAAC/PAAF 2007 196\nGutachten\n\nDie Direktion für Völkerrecht (DV/EDA) wurde vom Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum ersucht, zum Schutz des Schweizer Wappens durch eine kanadische Hilfsgesellschaften Stellung zu nehmen. Hier deren Antwort.\n\nDie Schweiz ist als Vertragspartei genau gleich wie alle anderen Vertragsparteien an\ndie Bestimmungen der Genfer Konventionen gebunden. Dies gilt auch für den Artikel\n53 des Abkommens zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der\nbewaffneten Kräfte im Felde, welcher das Schweizer Wappen zum Gegenstand hat.\nDie Schweiz kann also nicht auf die Anwendung dieser Bestimmung verzichten. Dies\numso weniger, als deren Zweck ja zum grossen Teil darin liegt, Verwechslungen mit\ndem Zeichen des Roten Kreuzes zu verhindern und weniger im Schutz schweizerischer Interessen. Die genannte Bestimmung des Abkommens schränkt die Schweiz,\nebenso wie alle anderen Vertragsparteien, bei der Regelung des Gebrauchs ihrer\nHoheitszeichens daher durchaus ein. Nicht das Abkommen hat sich an der nationalen Gesetzgebung zu orientieren, sondern, gemäss dem anerkannten Grundsatz des\nVorrangs des Völkerrechts vor dem Landesrecht, die nationale Gesetzgebung ist abkommenskonform auszugestalten. Ein Sonderstatus mit Bezug auf Artikel 53 besteht\nfür die Schweiz nicht.\n\nDie Genfer Konvention setzt somit den Standard für die Benutzung des Schweizer\nKreuzes, welcher auch von der nationalen Gesetzgebung, das heisst vom Bundesgesetz zum Schutz öffentlicher Wappen und anderer öffentlicher Zeichen (Wappenschutzgesetz; SR 232.21), eingehalten werden muss. Eine Revision des Gesetzes,\nwelche eine liberalere Nutzung als die vom Abkommen vorgesehene zuliesse, wäre\nvölkerrechtlich unzulässig. In seiner aktuellen Fassung ist das Wappenschutzgesetz\nallerdings restriktiver als Artikel 53 des Abkommens. So verbietet das Wappenschutzgesetz jede Verwendung zu geschäftlichen Zwecken, insbesondere auch das\nAnbringen auf Erzeugnissen oder deren Verpackungen. Demgegenüber verbietet\ndas Abkommen nur die Nutzung \"zu einem gegen die kaufmännische Ehrbarkeit verstossenden Zweck oder unter Bedingungen, die geeignet sind, das schweizerische\nNationalgefühl zu verletzen\". Das Abkommen verbietet somit nicht jede Verwendung\nzu geschäftlichen Zwecken, sondern nur die missbräuchliche oder verletzende Benützung. Eine geringfügige Lockerung der schweizerischen Gesetzgebung bis auf\ndieses Niveau des Abkommens wäre denkbar. Es bleibt allerdings dahingestellt, ob\ndies die praktischen Probleme, die sich stellen, lösen würde.\n\nVor dem Hintergrund, dass Artikel 53 nicht primär die Interessen der Schweiz an ihrem Hoheitszeichen schützt, sondern vor missbräuchlicher Verwendung im Rahmen\nder Genfer Konventionen und vor Verwechslungen schützen soll, ist eine Änderung\ndes betreffenden Artikels des Abkommens nicht wünschbar. Eine Aufweichung des\nvom Abkommen gewährten Schutzes des Zeichens des Roten Kreuzes aus wirtschaftlichen Interessen in der Schweiz liesse sich kaum vertreten.\n\nZusammenfassend lässt sich somit sagen, dass das Genfer Abkommen den Schutzstandard für das Schweizer Kreuz vorgibt, welcher auch durch die Schweiz gewährleistet werden muss. Eine Reduktion dieses Schutzstandards durch eine Änderung\ndes Abkommens kommt unseres Erachtens nicht in Frage. Das nationale Recht\n\nVPB/JAAC/GAAC/PAAF 2007 197\nGutachten\n\n(Wappenschutzgesetz) sieht zurzeit einen geringfügig strengeren Schutzstandard vor\nals das Abkommen. Eine Reduktion dieses Standards auf das Niveau des Abkommens mittels Änderung des Wappenschutzgesetzes wäre grundsätzlich möglich.\n\n"}