{"Signatur": "CH_VB_002", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2006-05-26", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_002_JAAC-70-93--_2006-05-26.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150007484.pdf?ID=150007484", "Checksum": "2d986ec6b6437742e39f8e136a002d39"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 70.93 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 26.05.2006 JAAC 70.93 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police 26.05.2006 JAAC 70.93 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP 26.05.2006 JAAC 70.93 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:20:06", "Checksum": "651960b45b535aff3d3823e5d29159a4", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 26.05.2006 JAAC 70.93 \r\n\n 25\ntreffen, wie dies in dem mit der SWISS am 24. August 2004 abgeschlossenen\nMemorandum of Understanding vorgesehen ist (vgl. Art. 7 MoU vom 24.\nAugust 2004 sowie die Empfehlung in Ziff. 3.54.1 ICAO-Anhang 9).\n18.4 Schliesslich ist zu untersuchen, ob bzw. inwiefern sich die Weigerung von\nINAD-PAX, den Rück- respektive Weiterflug anzutreten, auf den Umfang der\nRückbeförderungspflicht einer Fluggesellschaft auswirkt.\nSowohl die Beschwerdeführerin als auch die Vorinstanz vertreten die\nAuffassung, dass die Durchführung eines begleiteten Linienfluges der SWISS\naufgrund des Verhaltens von P.M. unmöglich gewesen sei und die Rückführung\nim Oberdeck einer SAA-Maschine die beste Alternative dargestellt habe.\nUmstritten ist hingegen, ob die Rekurrentin in dieser Konstellation zur\nDurchführung eines Sonderfluges verpflichtet gewesen wäre bzw. ob\nsie für die Flugkosten der ersatzweise durchgeführten Rückbeförderung\naufzukommen hat.\nAus dem Wortlaut von Ziff. 3.60 ICAO-Anhang 9 geht nicht hervor, was\ngeschieht, wenn sich ein INAD-PAX der Rückbeförderung widersetzt\nund dadurch eine ordentliche Rückführung verhindert. Hingegen wird\ndiesbezüglich in Ziff. 3.60.1 ICAO-Anhang 9 (inklusive Erläuterung) ausgeführt,\ndie Behörden müssten der Fluggesellschaft rechtzeitig mitteilen, wenn eine\nzurückzuführende Person Widerstand leisten könnte, damit das Unternehmen\ndie notwendigen Massnahmen zur Gewährleistung der Flugsicherheit treffen\nkönne, sei dies durch den Einsatz von staatlichem oder - auf eigene Kosten -\nvon privatem Sicherheitspersonal.\nDamit wird in Ziff. 3.60.1 ICAO-Anhang 9 impliziert, dass die Fluggesellschaft\ngrundsätzlich für die Organisation von allenfalls notwendigen\nSicherheitsvorkehrungen («precautions to ensure the security of the flight»)\nverantwortlich ist. In der anschliessenden Erläuterung wird indessen nur\ndie Sicherheitsbegleitung ausdrücklich erwähnt und die Kostenpflicht\ndes Luftverkehrsunternehmens grundsätzlich auf den Einsatz privaten\nSicherheitspersonals beschränkt (vgl. Walter Kälin, Gutachten zuhanden der\nSAirGroup betreffend Pflichten von Fluggesellschaften im Zusammenhang mit\nInadmissible Passengers und der Ausschaffung von Personen auf dem Luftweg,\nBern, 8. Juli 1999, S. 14 [nachfolgend: Kälin, Gutachten 1999] sowie betreffend\nSorgfalts- und Betreuungspflicht der Beförderungsunternehmen, Bern, 15.\nOktober 2000, S. 5 f. [nachfolgend: Kälin, Gutachten 2000]; vgl. demgegenüber\nArt. 11 Abs. 2 des MoU vom 24. August 2004).\nGegen die Annahme, gestützt auf Ziff. 3.60 und Ziff. 3.60.1 ICAO-Anhang 9\nkönnten auch Vorkehrungen, welche über die blosse Sicherheitsbegleitung\nhinausgehen (wie namentlich die Durchführung eines Sonderfluges), in die\nVerantwortung der rückbeförderungspflichtigen Luftlinie fallen, spricht ferner\nder Umstand, dass die Ausschaffung von renitenten Personen aufgrund des\nstaatlichen Gewaltmonopols in erster Linie eine Aufgabe der Polizei und\nnicht eine solche von Privaten darstellt (vgl. Kälin, Gutachten 2000, S. 5).\nIn diese Richtung kann auch die neue Ziff. 5.11 des ICAO-Anhangs 9 [12.\nFassung] gedeutet werden, welche bezüglich der Rückbeförderungspflicht\nder Flugunternehmen inhaltlich weitgehend mit Ziff. 3.60 ICAO-Anhang 9 [11.\nFassung] übereinstimmt, sich jedoch - anders als noch Ziff. 3.60.1 ICAO-Anhang\n9 (inklusive Erläuterung) - nicht mehr explizit zur Frage allenfalls notwendiger\nSicherheitsmassnahmen äussert.\n\n"}