{"Signatur": "CH_VB_002", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2006-05-26", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_002_JAAC-70-93--_2006-05-26.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150007484.pdf?ID=150007484", "Checksum": "2d986ec6b6437742e39f8e136a002d39"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 70.93 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 26.05.2006 JAAC 70.93 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police 26.05.2006 JAAC 70.93 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP 26.05.2006 JAAC 70.93 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:20:06", "Checksum": "651960b45b535aff3d3823e5d29159a4", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 26.05.2006 JAAC 70.93 \r\n\n 20\nlogische Konsequenz nicht die REKO/INUM, sondern das EJPD nach Art. 20 Abs.\n1 ANAG (bzw. de lege ferenda: Art. 113 Abs. 1 AuG) über den vorliegenden\nRekurs zu befinden.\n15. Mit der angefochtenen Verfügung vom 9. April 2003 hat das BFF die SWISS\nzur Bezahlung von Fr. 56’753.50 verpflichtet. Die Rekurrentin hat daher ein\nschutzwürdiges Interesse an der Aufhebung der vorinstanzlichen Anordnung\nund ist folglich beschwerdelegitimiert (Art. 48 Bst. a VwVG), auch wenn der\nBund in der Zwischenzeit erklärt hat, auf eine Geltendmachung der Forderung\nzu verzichten, bis sich die finanzielle Situation der Beschwerdeführerin\nverbessert habe. Im Übrigen wurde der Rekurs frist- und formgerecht\neingereicht (Art. 50 ff. VwVG).\nNach dem Gesagten ist auf die Beschwerde einzutreten.\n16. Mit Beschwerde an das Departement kann die Verletzung von Bundesrecht,\neinschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die\nunrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts sowie die\nUnangemessenheit geltend gemacht werden (Art. 49 VwVG). Zum Bundesrecht\nzählt auch das Staatsvertragsrecht (vgl. BGE 131 II 352 E. 2 S. 357 f. mit\nHinweisen).\n17. Als Erstes ist in materieller Hinsicht durch Auslegung der Normen\ndes ICAO-Anhangs 9, welche sich mit den Voraussetzungen und dem\nUmfang der Rückbeförderungspflicht von Luftverkehrsunternehmen\nbefassen, zu ermitteln, ob die Beschwerdeführerin im vorliegenden\nFall völkerrechtlich verpflichtet war, T.O., P.M. und deren Kinder nach\nJohannesburg zurückzuführen.\nGemäss Art. 31 Abs. 1 des Wiener Übereinkommens vom 23. Mai 1969 über\ndas Recht der Verträge (nachfolgend: Wiener Vertragsrechtskonvention bzw.\nVRK), SR 0.111, ist ein internationaler Vertrag nach Treu und Glauben in\nÜbereinstimmung mit der gewöhnlichen, seinen Bestimmungen in ihrem\nZusammenhang zukommenden Bedeutung und im Lichte seines Zieles und\nZweckes auszulegen. Dabei ist in erster Linie vom Vertragstext auszugehen.\nErscheint der Wortlaut klar und ist seine Bedeutung, wie sie sich aus dem\ngewöhnlichen Sprachgebrauch sowie aus dem Gegenstand und Zweck des\nÜbereinkommens ergibt, nicht offensichtlich sinnwidrig, so kommt eine\nüber den Vertragstext hinausgehende ausdehnende bzw. einschränkende\nAuslegung nur dann in Frage, wenn aus dem Zusammenhang oder der\nEntstehungsgeschichte mit Sicherheit auf eine vom Wortlaut abweichende\nWillenseinigung zu schliessen ist (vgl. BGE 126 III 540 E. 2a/aa S. 541 mit\nHinweis). Diese allgemeinen Auslegungsregeln haben grundsätzlich auch\nfür die Bestimmungen des Chicago-Übereinkommens sowie des ICAO-Anhangs\n9 zu gelten.\nSinn und Zweck des Chicago-Übereinkommens ist es, die sichere und\ngeordnete Entwicklung der internationalen Zivilluftfahrt zu gewährleisten (vgl.\nPräambel Chicago-Übereinkommen). Die Bestimmungen des ICAO-Anhangs\n9 sind sodann - wie bereits erwähnt - im Speziellen auf die Erleichterung des\ninternationalen Luftverkehrs gerichtet (vgl. Art. 37 Chicago-Übereinkommen).\nDabei ist gemäss dem Vorwort zum ICAO-Anhang 9 «positiven» Vorschriften\ndie Bedeutung von Minimalstandards beizumessen, während die\nVertragsstaaten bei «negativen» Bestimmungen nach Möglichkeit geringere\n\n"}