{"Signatur": "CH_VB_002", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2006-05-26", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_002_JAAC-70-93--_2006-05-26.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150007484.pdf?ID=150007484", "Checksum": "2d986ec6b6437742e39f8e136a002d39"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 70.93 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 26.05.2006 JAAC 70.93 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police 26.05.2006 JAAC 70.93 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP 26.05.2006 JAAC 70.93 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:20:06", "Checksum": "651960b45b535aff3d3823e5d29159a4", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 26.05.2006 JAAC 70.93 \r\n\n 14\nKooperation im ICAO-Anhang 9 verhältnismässig grosses Gewicht eingeräumt\nwird, so beispielsweise bei der Feststellung der Gültigkeit und Echtheit von\nReisepapieren (vgl. Ziff. 3.54 ICAO-Anhang 9).\n12.7 Nach dem Gesagten ist im Sinne eines ersten Zwischenergebnisses\nfestzuhalten, dass Ziff. 3.60 ICAO-Anhang 9 tauglich erscheint, als Grundlage\neiner Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 VwVG zu dienen, mit welcher eine\nFluggesellschaft von den Behörden eines Vertragsstaates dazu angehalten\nwird, von ihr transportierte Personen, denen die Einreise in die Schweiz\nverweigert worden ist, wieder zurückzubefördern. Wie bereits erwähnt,\nbesteht damit auch für die angeordnete Auferlegung der Kosten der von\nder Vorinstanz veranlassten Ersatzvornahme eine rechtsgenügliche\nVerfügungsbasis (vgl. Art. 5 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 41 Abs. 1 Bst. a\nVwVG).\n13. Als weitere Prozessvoraussetzung muss die sachliche Zuständigkeit des\nBFF (bzw. BFM) gegeben sein. Mit Beschwerde anfechtbar sind nämlich\nnur diejenigen Verfügungen, die von einer sachlich zuständigen Behörde\nerlassen worden sind. Anordnungen sachlich unzuständiger Stellen sind\ndagegen nichtig und - mangels eines Anfechtungsobjektes im Sinne von Art.\n44 VwVG - nicht (nur) anfechtbar (BGE 129 I 361 E. 2.1 S. 364 mit Hinweisen;\nRené Rhinow / Heinrich Koller / Christina Kiss, Öffentliches Prozessrecht und\nJustizverfassungsrecht des Bundes, Basel/Frankfurt am Main 1996, Rz. 1096;\nTschannen / Zimmerli, a.a.O., § 31 Rz. 18). Nichtige Entscheide entfalten zu\nkeinem Zeitpunkt Rechtswirkungen und ihre Nichtigkeit ist jederzeit und von\nsämtlichen rechtsanwendenden Behörden von Amtes wegen zu beachten (BGE\n129 I 361 E. 2 S. 363 mit Hinweisen; Tschannen / Zimmerli, a.a.O., § 31 Rz. 16 -\n18).\n13.1 Weder im Chicago-Übereinkommen selber noch im ICAO-Anhang\n9 ist ausdrücklich geregelt, welche Behörde für die Anordnung der\nRückbeförderung im Sinne von Ziff. 3.60 ICAO-Anhang 9 - und damit\nauch für die Auferlegung der Kosten einer allfälligen Ersatzvornahme -\nsachkompetent ist. In diesem Zusammenhang wird im Annex lediglich von\n«public authorities (concerned)» bzw. «Contracting States» (vgl. beispielsweise\nZiff. 3.52, Ziff. 3.58 und Ziff. 3.60 ICAO-Anhang 9) gesprochen. Aufgrund\ndieser offenen Formulierungen sowie dem allgemeinen Vorbehalt in Art.\n13 Chicago-Übereinkommen betreffend die Einflugs‑, Abfertigungs‑, Einreise‑,\nPass‑, Zoll- und Quarantänevorschriften der jeweiligen Vertragsstaaten\nist davon auszugehen, dass für die Frage nach der sachlich zuständigen\nBehörde im Sinne von Ziff. 3.60 ICAO-Anhang 9 auf das jeweilige Landesrecht\nabzustellen ist. Nachfolgend ist daher zu prüfen, ob die Kompetenz,\nFluggesellschaften zur Rücknahme von INAD-PAX zu verpflichten, nach\nschweizerischem Recht der Vorinstanz zukommt oder aber - wie dies die\nBeschwerdeführerin behauptet - einer anderen staatlichen Stelle.\n13.2 Die Vorinstanz begründet ihre sachliche Zuständigkeit zum\nVerfügungserlass insbesondere mit den ihr gestützt auf Art. 22a ANAG\nin Verbindung mit Art. 5 VVWA übertragenen Aufgaben im Bereich der\nVollzugsunterstützung sowie dem ausländerrechtlichen Charakter der\nRückbeförderungspflicht von Ziff. 3.60 ICAO-Anhang 9. Dagegen wendet die\nBeschwerdeführerin namentlich ein, dass es sich bei der fraglichen Norm um\n\n"}