{"Signatur": "CH_VB_002", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2006-05-26", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_002_JAAC-70-93--_2006-05-26.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150007484.pdf?ID=150007484", "Checksum": "2d986ec6b6437742e39f8e136a002d39"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 70.93 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 26.05.2006 JAAC 70.93 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police 26.05.2006 JAAC 70.93 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP 26.05.2006 JAAC 70.93 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:20:06", "Checksum": "651960b45b535aff3d3823e5d29159a4", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 26.05.2006 JAAC 70.93 \r\n\n 9\nnach der Rechtslage im Zeitpunkt ihres Erlasses zu beurteilen ist und keine\nAusnahmekonstellation gegeben ist, die ein Abweichen von dieser Regel\nverlangen würde (vgl. BGE 126 II 522 E. 3aa S. 534 f. mit Hinweisen), ist\nvorliegend auf die 11. Fassung des ICAO-Anhangs 9 abzustellen und nicht\nauf die am 7. März 2005 beschlossene 12. Fassung (vgl. AS 2006 87).\n12.5 Damit Bestimmungen völkerrechtlicher Verträge von den Behörden\nals Grundlage einer Entscheidung herangezogen werden können, müssen\nsie sodann nicht nur rechtsgültig erlassen, sondern auch unmittelbar\nanwendbar («self-executing») sein. Dies setzt voraus, dass sie inhaltlich\nhinreichend bestimmt und klar sind, um im Einzelfall Grundlage eines\nEntscheides bilden zu können. Die erforderliche Bestimmtheit fehlt vor allem\nbei blossen Programmartikeln. Sie geht auch Normen ab, die eine Materie nur\nin Umrissen regeln, dem Vertragsstaat einen beträchtlichen Ermessens- oder\nEntscheidungsspielraum lassen oder blosse Leitgedanken enthalten, sich also\nnicht an die Verwaltungs- oder Justizbehörden, sondern an den Gesetzgeber\nrichten (BGE 124 IV 23 E. 4a S. 31 mit Hinweisen).\nGemäss Art. 6a LFG kann der Bundesrat einzelne Anhänge des\nChicago-Übereinkommens als unmittelbar anwendbar erklären. Von dieser\nDelegationskompetenz hat die Exekutive insofern Gebrauch gemacht,\nals sie in Art. 122 f Abs. 1 LFV festgelegt hat, dass zur Durchführung\nvon Massnahmen für Erleichterungen in der Luftfahrt die unmittelbar\nanwendbaren Bestimmungen des ICAO-Anhangs 9 gelten würden. Daraus\nkann geschlossen werden, dass der Bundesrat die Auffassung vertritt, der\nICAO-Anhang 9 enthalte Regelungen, welche hinreichend konkret seien, um\nim Einzelfall als Verfügungsgrundlage dienen zu können. Gleichzeitig hat er\nmit der von ihm gewählten Formulierung dem Umstand Rechnung getragen,\ndass sich der self-executing-Charakter völkerrechtlicher Normen sehr oft erst\ndurch Auslegung der jeweiligen Bestimmungen ergibt und es möglich ist, dass\nStaatsverträge nebeneinander sowohl unmittelbar anwendbare als auch nicht\nunmittelbar anwendbare Vorschriften enthalten (Häfelin / Haller, a.a.O., Rz.\n1894).\nIm ICAO-Anhang 9 finden sich drei verschiedene Normstufen. Neben den\neigentlichen Rechtsregeln finden sich im Text ergänzende Erläuterungen\n(«Notes»), welche im Text kursiv hervorgehoben sind. Der Annex weist\nsodann bezüglich nicht verbindlich geregelter Fragestellungen auf die\nvon der ICAO im jeweiligen Punkt empfohlene Praxis («Recommended\nPractice») hin, wobei dieser mangels Verbindlichkeit selbstredend kein\nself-executing-Charakter zukommen kann. Schliesslich sind die im Supplement\nzu Anhang 9 angebrachten Vorbehalte der einzelnen Vertragsstaaten zu\nbeachten (vgl. Art. 38 Chicago-Übereinkommen).\nDer hier interessierende Abschnitt L des dritten Kapitels des ICAO-Anhangs\n9 beschäftigt sich mit der Obhut und der Versorgung von Passagieren und\nBesatzung («Custody and care of passengers and crew»). Im Einzelnen wird\ndarin insbesondere Folgendes festgehalten[4] :\n«I. General\n3.52 The public authorities concerned shall expeditiously accept passengers\nand crew for examination as to their admissibility into the State.\n\n"}