{"Signatur": "CH_VB_002", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2006-05-26", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_002_JAAC-70-93--_2006-05-26.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150007484.pdf?ID=150007484", "Checksum": "2d986ec6b6437742e39f8e136a002d39"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 70.93 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 26.05.2006 JAAC 70.93 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police 26.05.2006 JAAC 70.93 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP 26.05.2006 JAAC 70.93 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:20:06", "Checksum": "651960b45b535aff3d3823e5d29159a4", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 26.05.2006 JAAC 70.93 \r\n\n 5\nLeistungsverpflichtung der SWISS, die betreffenden Personen selber an\nden Ausgangspunkt von deren Reise zurückzubefördern ist als solche\nVollstreckungsverfügung zu qualifizieren.\nVerfügungen, mit denen die Kosten einer Ersatzvornahme auferlegt\nwerden, bedürfen keiner ausdrücklichen gesetzlichen Grundlage, da\nmit der Ersatzvornahme nicht zusätzliche Pflichten begründet, sondern\nlediglich bestehende vollzogen werden (vgl. Häfelin / Müller, a.a.O., Rz. 1159;\nTschannen / Zimmerli, a.a.O., § 32 Rz. 13). Demzufolge ist das Bestehen einer\nrechtsgenüglichen Verfügungsgrundlage für die Auferlegung der Kosten einer\nRückführung von INAD-PAX ohne weiteres zu bejahen, wenn diese Frage\nauch für die primäre Leistungsverpflichtung - die Rückbeförderungspflicht\ndes Luftverkehrsunternehmens, welches solche Personen transportiert hat -\npositiv beantwortet werden kann.\n12. In einem ersten Schritt ist daher zu untersuchen, ob die von der Vorinstanz\nangeführten Rechtssätze eine hinreichende Grundlage für die Anordnung der\nangeblich bestehenden primären Leistungsverpflichtung (und damit auch für\ndie angefochtene Verfügung vom 9. April 2003) darstellen.\nDie Vorinstanz stützt sich im Wesentlichen auf Art. 6 Abs. 2 der vom\nBundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) der SWISS erteilten Betriebsbewilligung\nvom 1. Juli 2002 (nachfolgend: Betriebsbewilligung)[1] sowie Ziff. 3.60 des\nAnhangs 9 der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (International\nCivil Aviation Organisation [ICAO]), nachfolgend: ICAO-Anhang 9[2] , zum\nÜbereinkommen vom 7. Dezember 1944 über die internationale Zivilluftfahrt\n(nachfolgend: Chicago-Übereinkommen, SR 0.748.0), verweist jedoch auch auf\nArt. 27 des Bundesgesetzes vom 21. Dezember 1948 über die Luftfahrt (LFG, SR\n748.0), Art. 22a des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und\nNiederlassung der Ausländer (ANAG, SR 142.20), Art. 85 und Art. 105 Abs. 4\ndes Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31), Art. 9 Abs. 2 und 3 und\nArt. 55 Abs. 2 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 (AsylV 2, SR 142.312)\nsowie Art. 1 und Art. 5 der Verordnung vom 11. August 1999 über den Vollzug\nder Weg- und Ausweisung von ausländischen Personen (VVWA, SR 142.281).\n12.1 Betreffend die angerufenen asylrechtlichen Bestimmungen von Art.\n85 AsylG und Art. 9 Abs. 2 und 3 sowie Art. 55 Abs. 2 AsylV 2 führt das\nBundesamt aus, es handle sich bei den durch die Rückführung von INAD-PAX\nentstandenen Flugkosten um Ausreise- und Vollzugskosten im Sinne von Art.\n85 Abs. 1 AsylG. Die Vorinstanz unterlässt es jedoch, weiter zu begründen,\ninwiefern sich daraus eine Verpflichtung von Luftverkehrsunternehmen zur\nÜbernahme solcher Kosten ableiten lassen könnte. Die Beschwerdeführerin\nweist diesbezüglich zu Recht darauf hin, dass die erwähnten Normen lediglich\ndie Pflicht von Personen aus dem Asylbereich statuieren, die durch diese\nselber verursachten Fürsorge‑, Ausreise und Vollzugskosten zurückzuerstatten.\nEine Basis für eine Verpflichtung von Luftverkehrsunternehmen, solche\nPersonen wieder ins Ausland zurückzubefördern und für die Kosten einer\nAusschaffung aufzukommen, findet sich darin nicht. Entsprechend können sie\nvorliegend auch nicht als Verfügungsgrundlage angerufen werden.\nDer Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass in der\nVerordnung vom 14. Januar 1998 über Einreise und Anmeldung von\nAusländerinnen und Ausländern (VEA, SR 142.211) die Möglichkeit\nvorgesehen ist, natürliche oder juristische Drittpersonen zur Deckung\n\n"}