{"Signatur": "CH_VB_002", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1994-12-21", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_002_JAAC-59-29--_1994-12-21.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002600.pdf?ID=150002600", "Checksum": "b9a8044e7f8f51b3d9c5d6c72aee0a13"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 59.29 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 21.12.1994 JAAC 59.29 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police 21.12.1994 JAAC 59.29 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP 21.12.1994 JAAC 59.29 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:29:26", "Checksum": "aad0b10b7f60fc0676e6cd98c1fc0ebc", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 21.12.1994 JAAC 59.29 \r\n\n 4\nDie französisch- und die italienischsprachige Fassung des Art. 17 Abs. 2 AsylG\nverwenden die Begriffe «requérant» und «richiedente». Insoweit stimmen sie\nmit dem deutschsprachigen Gesetzestext überein. Im Gegensatz zu diesem\nlassen sie im übrigen eine differenzierte Terminologie vermissen. Die Begriffe\n«requérant» und «richiedente» werden unabhängig davon verwendet, ob\nsich eine Norm nur auf das hängige Verfahren oder nur auf den Zeitraum\nnach Rechtskraft eines negativen Entscheides bezieht. Eine grammatische\nAuslegung der französisch- und der italienischsprachigen Fassung des\nArt. 17 Abs. 2 AsylG führt mithin zu keinem der deutschsprachigen Fassung\nwidersprechenden Auslegungsergebnis. Vor diesem Hintergrund und\nin Anbetracht der einheitlichen und differenzierten Terminologie des\ndeutschsprachigen Gesetzestextes muss angenommen werden, dass\ndieser den Normsinn von Art. 17 Abs. 2 AsylG richtig wiedergibt. Ein\nrechtfertigungsbedürftiger Eingriff in den Grundsatz der Gleichwertigkeit aller\ndrei Amtssprachen liegt nicht vor, weil aus den anderen Gesetzesfassungen\nkeine konkurrierenden Auslegungsergebnisse gewonnen werden können.\n10.3. Die im vorliegenden Zusammenhang massgeblichen Bestimmungen\ndes Asylgesetzes wurden mit dem Bundesbeschluss vom 22. Juni 1990 über\ndas Asylverfahren (AVB, AS 1990 938) eingeführt. Der Bundesrat hat in\nseiner Botschaft zum AVB ausgeführt, gemäss Art. 17 Abs. 2 AsylG könne\nder Kanton eine fremdenpolizeiliche Aufenthaltsbewilligung erteilen, sofern\ndas Asylgesuch bereits vier Jahre hängig sei (BBl 1990 II 645). Weiter nimmt er\nin seiner Botschaft zur Motion Wick (85.991) Stellung, die dem Bundesrat\nam 17. März 1986 als Postulat überwiesen wurde. Nach Auffassung des\nBundesrates trägt der Bundesbeschluss diesem Postulat dadurch Rechnung,\n«dass er für die genannten Fälle einer langjährigen Anwesenheit in der\nSchweiz eine Ausnahmeregelung vorsieht, während eines Asylverfahrens\nein fremdenpolizeiliches Bewilligungsverfahren durchzuführen» (BBl 1990 II\n608). Diese Auffassung hat der Bundesrat, wenn auch nachträglich, in seiner\nAntwort auf die Interpellation Zwahlen (91.3424) noch einmal bekräftigt.\nEine fremdenpolizeiliche Regelung nach Art. 17 Abs. 2 AsylG komme nur in\nBetracht, «lorsque la procédure d’asile est en cours depuis plus de quatre ans»\n(Amtl. Bull. N 1992 1249).\nWährend der parlamentarischen Beratungen zum Bundesbeschluss über das\nAsylverfahren gab das dargelegte Normverständnis des Bundesrates zu keinen\nDiskussionen Anlass. Es wurde zwar verschiedentlich betont, dass zwischen\nder Asyl- und Ausländerpolitik - Härtefälle ausgenommen - eine saubere\nTrennung vorgesehen sei. Zu den Voraussetzungen, unter denen der Kanton\nein fremdenpolizeiliches Bewilligungsverfahren einleiten kann, enthalten\ndie Gesetzesmaterialien aber keine, die Auslegung der Fremdenpolizei des\nKantons X stützenden Stellungnahmen. Insbesondere kann aus der Tatsache,\ndass verschiedene Votanten dem Asylbewerber die Möglichkeit nehmen\nwollten, ein paralleles fremdenpolizeiliches Verfahren einzuleiten, nicht\ngefolgert werden, der Einleitung eines solchen Verfahrens durch den Kanton\nstehe nichts entgegen. Die eidgenössischen Räte haben in Gestalt des Art. 12f\nAsylG eine einschneidende Beschränkung der kantonalen Kompetenzen auf\ndem Gebiet des Fremdenpolizeirechts gebilligt. Wo die Vierjahresfrist aber\nerwähnt wird, ist von «Gesuchstellern» beziehungsweise von «requérants\nd’asile» die Rede (Voten Steffen, Ducret und Mühlemann, Amtl. Bull. N 1990\n838 f.), oder aber es wird ausdrücklich auf die Dauer des Asylverfahrens bezug\n\n"}