{"Signatur": "CH_VB_002", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1994-12-21", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_002_JAAC-59-29--_1994-12-21.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002600.pdf?ID=150002600", "Checksum": "b9a8044e7f8f51b3d9c5d6c72aee0a13"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 59.29 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 21.12.1994 JAAC 59.29 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police 21.12.1994 JAAC 59.29 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP 21.12.1994 JAAC 59.29 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:29:26", "Checksum": "aad0b10b7f60fc0676e6cd98c1fc0ebc", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 21.12.1994 JAAC 59.29 \r\n\n 2\nparallele oder Folgeverfahren im Asyl- und Ausländerrecht zu verhindern,\nweil auf diese Weise - wie die Erfahrung mit der altrechtlichen Ordnung zeigte\n- der definitive Entscheid über die Anwesenheit des Ausländers in der Schweiz\nübermässig verzögert werden kann (BBl 1990 II 617, 623 ff.; Votum Bundesrat\nKoller, Amtl. Bull. N 1990 839). Der Asylgesuchsteller ohne völkerrechtlichen\nSchutz soll grundsätzlich nicht anders behandelt werden als andere Ausländer\nohne Anwesenheitsberechtigung in der Schweiz (BBl 1990 II 643).\nNach Art. 12f Abs. 1 in fine AsylG werden vom Grundsatz der\nAusschliesslichkeit des Asylverfahrens Fälle ausgenommen, in denen ein\nAnspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung besteht - was vorliegend\noffensichtlich nicht zutrifft - sowie die Regelung des Art. 17 Abs. 2 und 3 AsylG.\nNach der letzteren Bestimmung kann der Kanton einem ihm zugewiesenen\nGesuchsteller eine fremdenpolizeiliche Aufenthaltsbewilligung erteilen,\nsofern das Asylgesuch vor mehr als vier Jahren eingereicht wurde. Im\nZustimmungsverfahren vor dem BFA hat der Gesuchsteller Parteistellung.\nArt. 17 Abs. 2 und 3 AsylG enthält nicht etwa eine Ausweitung der\nfremdenpolizeilichen Kompetenzen des Kantons oder gar einen Anspruch\ndes Ausländers auf die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung, falls die\nVoraussetzungen der Bestimmung erfüllt sind. Er bezweckt einzig und\nallein, die Vorschrift über den Ausschluss der Parallelität von Asyl- und\nAusländerrechtsverfahren zugunsten von langjährigen Asylbewerbern zu\nmildern (BGE 119 Ib 37 ff.). Art. 12f AsylG und Art. 17 Abs. 2 und 3 AsylG\nbilden somit ein Junktim, das die Abgrenzung des Asylverfahrens von dem\nfremdenpolizeilichen Bewilligungsverfahren regelt. Sie stehen im Verhältnis\nGrundsatz-Vorbehalt. Sind die Voraussetzungen des Art. 17 Abs. 2 und 3 AsylG\nnicht erfüllt, kommt Art. 12f AsylG ohne weiteres zur Anwendung. Echte\nLücken im Regelgefüge des Art. 17 Abs. 2 und 3 AsylG, die einer Füllung durch\ndie rechtsanwendende Behörde zugänglich wären, sind bei dieser Rechtslage\nnicht denkbar (unzutreffend daher Achermann Alberto / Hausammann\nChristina, Handbuch des Asylrechts, 2. Aufl., Bern 1992, S. 349).\n9. Art. 17 Abs. 2 und 3 AsylG stellt eine Ausnahme dar, wonach der\nKanton - abweichend von der Regel des Art. 12f AsylG - unter bestimmten\nformellen Voraussetzungen ein fremdenpolizeiliches Bewilligungsverfahren\neinleiten kann. Die verfahrensrechtliche Stellung des Ausländers ist\njedoch ausserordentlich eingeschränkt, was sich daraus ergibt, dass ihm\nnach dem Wortlaut des Gesetzes erst im Zustimmungsverfahren vor dem\nBFA Parteistellung zukommt. Er kann somit seinen Fall der (kantonalen)\nFremdenpolizeibehörde höchstens anzeigen, nicht jedoch das Verfahren\nmit einem formellen Antrag einleiten, verfügt über keine Parteirechte und\nkann demzufolge einen allfälligen negativen Bescheid der Fremdenpolizei\nauch nicht anfechten (BGE 119 Ib 37 f.; Kälin Walter, Grundriss des\nAsylverfahrens, Basel usw. 1990, S. 197 f.; Achermann / Hausammann, a.a.O.,\nS. 348 ff.; Henninger Roland, Die Erteilung von humanitären Bewilligungen\nan Asylbewerber: ein Überblick, S. 313 f., in: Freiburger Zeitschrift für\nRechtsprechung [FZR] 1992, S. 299 ff.).\nSind die formellen Voraussetzungen des Art. 17 Abs. 2 und 3 AsylG\nnicht gegeben, beispielsweise weil das Asylgesuch vor weniger als vier\nJahren eingereicht wurde, gelangt allein Art. 12f AsylG zur Anwendung.\nDer Ausländer hat nicht nur keinen Anspruch auf Durchführung eines\n\n"}