{"Signatur": "CH_VB_002", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1993-05-26", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_002_JAAC-57-59--_1993-05-26.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001862.pdf?ID=150001862", "Checksum": "ea6fe880f991b374dd6dfed2950dcbcf"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 57.59 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 26.05.1993 JAAC 57.59 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police 26.05.1993 JAAC 57.59 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP 26.05.1993 JAAC 57.59 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:31:13", "Checksum": "5502052fb526cd7f01493eaf0a647c72", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 26.05.1993 JAAC 57.59 \r\n\n 6\nCharakter entscheidend ist (Serie A 13, § 4). Nach der Rechtsprechung des\nGerichtshofes kann der Begriff der «zivilrechtlichen Ansprüche» «nicht allein\nunter Bezug auf das inländische Recht des belangten Staates interpretiert\nwerden» (Urteil König, Serie A 27, S. 29-30, § 88-89, zitiert gemäss EuGRZ\n1978, S. 415 f.). Die Qualifikation nach dem entsprechenden nationalen Recht\nist nur ein Ausgangspunkt. «Ob ein Rechtsanspruch als zivil-rechtlich (…)\nanzusehen ist, bestimmt sich zwar nicht nach seiner juristischen Bezeichnung\nim inländischen Recht, aber in der Tat nach dem materiellen Gehalt und den\nRechtsfolgen, die dieser Anspruch im Recht des betroffenen Staates hat. Bei\nder Ausübung seiner Kontrollfunktion muss der Gerichtshof überdies Ziel und\nZweck der Konvention ebenso wie die nationalen Rechtssysteme der übrigen\nVertragsstaaten berücksichtigen.» Der Gerichtshof legt diesen Begriff somit\nautonom aus.\nAllerdings hat es der Gerichtshof bisher unterlassen, allgemein und\nabstrakt zu definieren, was er unter «zivilrechtlichen Ansprüchen und\nVerpflichtungen» versteht. Aus diesem Grund lässt sich der Versuch, den\nAnwendungsbereich dieses Begriffs einzugrenzen, nur unter Berücksichtigung\nder konkreten Falllösungen des Gerichtshofes vornehmen, in welchen\ner die genannten Prinzipien angewendet hat. So hat der Gerichtshof\n«privatrechtlichen Charakter» insbesondere zuerkannt\n- dem Recht auf Zustimmung zu einer Grundstücksübertragung durch die\nzuständige Verwaltungsbehörde (Urteil Ringeisen, Serie A 13),\n- dem Recht eines Häftlings auf Schadenersatz wegen Ehrverletzung durch die\nGefängnisleitung (Urteil Golder, Serie A 18; EuGRZ 1975, S. 91 ff.),\n- dem Recht, eine Privatklinik zu betreiben (Entzug der Bewilligung) (Urteil\nKönig, Serie A 27; EuGRZ 1978, S. 406 ff.),\n- dem Recht auf gerichtliche Trennung (Urteil Airey, Serie A 32; EuGRZ 1979,\nS. 626 ff.),\n- der mit einem fürsorgerischen Freiheitsentzug verbundenen Beschränkung\nder Geschäftsfähigkeit (Urteil Winterwerp, Serie A 33; EuGRZ 1979, S. 650 ff.),\n- dem Recht auf weitere Ausübung eines freien medizinischen Berufes nach\nErhalt der erforderlichen Erlaubnisse (Disziplinarsanktionen in Form eines\nbefristeten oder endgültigen Berufsausübungsverbots) (Urteil Le Compte, Van\nLeuven und De Meyere, Serie A 43; EuGRZ 1981, S. 551 ff. und Urteil Albert et Le\nCompte, Serie A 58; EuGRZ 1983, S. 190 ff.),\n- den Eigentumsrechten (Enteignungsverfahren, eigentumsrechtliche\nStreitigkeiten, aus der Enteignungsgenehmigung fliessender Schaden und\nFeststellung der Höhe des Schadenersatzes) (Urteil Sporrong und Lönnroth,\nSerie A 52; EuGRZ 1983, S. 523 ff.),\n- dem Recht eines Häftlings, im Hinblick auf eine Zivilklage gegen die\nGefängnisleitung einen Anwalt zu konsultieren (Urteil Silver u.a., Serie A\n61; EuGRZ 1984, S. 147 ff.),\n- dem Anspruch auf formelle Enteignung von nachbarrechtlichen\nAbwehransprüchen von Anrainern eines Flughafens (Urteil Zimmermann und\nSteiner, Serie A 66 und VPB 47.150 C und VPB 47.236; EuGRZ 1983, S. 482 ff.),\n\n7\n- dem Recht auf Entschädigung des durch einen Verkehrsunfall erlittenen\nSchadens (Urteil Axen, Serie A 72; EuGRZ 1985, S. 225 ff. und Urteil Guincho,\nSerie A 81; EuGRZ 1985, S. 637 ff.),\n- der Streitigkeit betreffend behördlicher Zustimmung zu einem\nGrundstückserwerb durch Ausländer (Urteil Sramek, Serie A 84; EuGRZ 1985,\nS. 336 ff.),\n- der Anfechtung der Vaterschaft eines während der Ehe geborenen Kindes\n(Urteil Rasmussen, Serie A 87; EuGRZ 1985, S. 511 ff.),\n- dem Recht eines Garagisten, eine Flüssiggasanlage zu betreiben (Urteil\nBenthem, Serie A 97 und VPB 50.97; EuGRZ 1986, S. 299 ff.),\n- der den Mietern gesetzlich eingeräumten Option, ihre Wohnung unter\nbestimmten Bedingungen zu erwerben (Urteil James u.a., Serie A 98; EuGRZ\n1988, S. 341 ff.),\n- dem Recht auf Bezug von Krankengeldern (Urteil Feldbrugge, Serie A 99;\nEuGRZ 1988, S. 14 ff.),\n- dem Recht auf eine die Leistungen einer Unfallversicherung ergänzende\nHinterbliebenenrente (Urteil Deumeland, Serie A 100 und VPB 50.98; EuGRZ\n1988, S. 20 ff.),\n- dem Recht auf Entschädigung der Aktionäre einer verstaatlichten Gesellschaft\n(Urteil Lithgow u.a., Serie A 102; EuGRZ 1988, S. 350 ff.),\n- dem Recht eines Eigentümers, sein Haus zu bewohnen (Verweigerung der\ndafür erforderlichen Niederlassungsbewilligung auf der Insel Guernsey)\n(Urteil Gillow, Serie A 109),\n- der Streitigkeit betreffend Flurbereinigung (Zusammenlegung von\nlandwirtschaftlichen Grundstücken) (Urteil Ettl u.a., Serie A 117, Urteil Erkner\nund Hofauer, Serie A 117 und Urteil Poiss, Serie A 117),\n- dem Anspruch auf Achtung des Familienlebens (Besuchsrecht) (Urteil O., Serie\nA 120, Urteil H., Serie A 120, Urteil W, Serie A 121 [EuGRZ 1990, S. 553 ff.], Urteil\nB., Serie A 121 und Urteil R., Serie A 121),\n- dem Recht auf Entschädigung für einen durch fehlerhaftes Handeln der\nBehörden entstandenen Schaden (zivilrechtliche Verantwortlichkeit gegenüber\ndem Staat) (Urteil Baraona, Serie A 122),\n- der Streitigkeit betreffend Widerruf einer Kraftfahrlinienkonzession (Urteil\nPudas, Serie A 125-A; EuGRZ 1988, S. 448 ff.),\n- dem Beschwerdeverfahren gegen eine Enteignungsbewilligung (Urteil Bodén,\nSerie A 125-B; EuGRZ 1988, S. 452 ff.),\n- dem Recht eines unehelichen Kindes, in bezug auf die Zuweisung eines\nlandwirtschaftlichen Grundstücks auf dem Wege der Intestaterbfolge mit\nehelichen Kindern gleichgestellt zu werden (Urteil Inze, Serie A 126),\n- dem Verfahren um Wiederaufnahme in die Liste der zugelassenen Anwälte\nnach Streichung wegen disziplinarischer Verfehlungen (Urteil H., Serie A\n127-B),\n- der zivilrechtlichen Verantwortlichkeitsklage gegen den Staat vor\nVerwaltungsgerichtsbehörden (Urteil Neves e Silva, Serie A 153-A),\n\n"}