{"Signatur": "CH_VB_002", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1993-05-26", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_002_JAAC-57-59--_1993-05-26.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001862.pdf?ID=150001862", "Checksum": "ea6fe880f991b374dd6dfed2950dcbcf"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 57.59 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 26.05.1993 JAAC 57.59 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police 26.05.1993 JAAC 57.59 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP 26.05.1993 JAAC 57.59 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:31:13", "Checksum": "5502052fb526cd7f01493eaf0a647c72", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 26.05.1993 JAAC 57.59 \r\n\n 3\nder Entscheid der Verwaltungsbehörde für endgültig zu erklären unter\ndem Vorbehalt, dass «Streitigkeiten über zivilrechtliche Ansprüche und\nVerpflichtungen» im Sinne von Art. 6 § 1 EMRK zu beurteilen sind.\n5. Die Anwendbarkeit von Art. 6 § 1 EMRK vorausgesetzt, stellt sich die weitere\nFrage, welchen Anforderungen das «Gericht» und das von ihm zu befolgende\nVerfahren genügen muss.\nOhne auf die einzelnen Aspekte einzugehen, sei an dieser Stelle nur daran\nerinnert, dass die EMRK unter «Gericht» nicht notwendigerweise ein\nordentliches Gericht klassischer Natur versteht, das in die herkömmlichen\ngerichtlichen Einrichtungen integriert sein muss (Urteil i. S. Campbell\nund Fell, Série A 80, § 76). Gemeint ist vielmehr jede urteilende Behörde\nrechtsprechender Natur, die sowohl von der Regierungsgewalt als auch\nvon den beteiligten Parteien im konkreten Fall unabhängig ist und die auf\nder Grundlage einer gesetzlichen Regelung innerhalb ihrer Zuständigkeit\nund nach Durchführung eines geordneten Verfahrens Entscheidungen\nzu treffen hat (Urteil i. S. Sramek, Série A 84, § 36). Ob die Unabhängigkeit\ngewahrt ist, macht die Rechtsprechung insbesondere von folgenden Kriterien\nabhängig: Art der Bestellung, Amtsdauer, Unabsetzbarkeit während dieser\nDauer, Weisungsungebundenheit, Schutz vor Druck von aussen sowie der\nFrage, ob dem betreffenden Organ nach seinem äusseren Erscheinungsbild\nUnabhängigkeit zukommt (vgl. etwa Urteil i. S. Campbell und Fell, a.a.O.,\n§ 78 ff.; Le Compte, van Leuwen und De Meyere, Série A 43, § 80; Langborger,\nSérie A 155, § 32; Belilos, Série A 132 und VPB 52.65, § 64 ff., insb. § 67 zum\n«Erscheinungsbild der Unabhängigkeit»).\nUnter diesen Kriterien nimmt die Weisungsungebundenheit sicher den\nbedeutendsten Platz ein. Die Rechtsprechung des Gerichtshofs lässt den\nSchluss zu, dass durch wirkliche Freiheit in der (nicht zu kurz bemessenen)\nAmtsausübung allfällige Abhängigkeiten, die durch Bestellung und Funktion\nder Mitglieder geschaffen wurden, wettgemacht werden können. In\ndiesem Sinn wurde etwa die Unabhängigkeit einer «Agrar-Bezirksbehörde»\nbeziehungsweise des «Obersten Agrarsenats» in Österreich bejaht, obwohl\nsich diese Behörden zur Mehrheit aus Mitgliedern der Verwaltung sowie\naus drei Fachvertretern zusammensetzten (Urteil i. S. Ettl, Série A 117, § 38;\nvgl. auch Urteile i. S. Sramek, a.a.O., § 41 und i. S. Ringeisen, Série A 13,\n§ 95 ff.); dasselbe gilt für einen vom britischen Innenminister ernannten\nÜberwachungsausschuss, der Disziplinarverstösse in Gefängnissen zu\nbeurteilen hatte (Urteil i. S. Campbell und Fell, a.a.O., § 77, 79) oder für\nden «Conseil de l’Ordre des avocats» in Belgien, einem zur Mehrheit aus\nFachvertretern (Anwälten) bestehenden Ausschuss zur Ahndung von\nDisziplinarverstössen (Urteil i. S. H., Série A 127, § 51; vgl. auch Urteil i. S.\nLe Compte, van Leuwen, De Meyere, a.a.O., § 58).\nZu ergänzen bleibt in diesem Zusammenhang, dass die Konvention, auch\nwo sie eine gerichtliche Beurteilung verlangt, die vorgängige Beurteilung\ndurch eine (oder sogar mehrere) Verwaltungsbehörde(n) nicht ausschliesst.\nVoraussetzung ist aber, dass durch diese Vorschaltung nicht-richterlicher\nInstanzen die nach Art. 6 § 1 zulässige Dauer des Verfahrens nicht\nüberschritten wird und dass die Sache anschliessend in tatsächlicher\nund rechtlicher Hinsicht von einer richterlichen Behörde frei überprüft\nwerden kann (vgl. in diesem Zusammenhang auch die Ausführungen der\n\n"}