{"Signatur": "CH_VB_002", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1988-09-28", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_002_JAAC-53-1--_1988-09-28.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000935.pdf?ID=150000935", "Checksum": "cbd0a67819a82359f9e48157ce2281f8"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 53.1 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 28.09.1988 JAAC 53.1 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police 28.09.1988 JAAC 53.1 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP 28.09.1988 JAAC 53.1 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:33:41", "Checksum": "08df2251de5c658722032b24ac176596", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 28.09.1988 JAAC 53.1 \r\n\n 2\nVon dieser Auffassung ist er aber im neuen Kommentar zur Bundesverfassung\nder Schweizerischen Eidgenossenschaft (Basel 1987, Randziff. 3-5 zu Art. 87)\nklar abgerückt und bekennt sich nun ebenfalls überzeugt zum Erfordernis\ndes Anwesenheitsquorums für die ganze Dauer der Verhandlungen. Dieser\nBetrachtungsweise schliessen sich Ulrich Häfelin / Walter Haller an (Schweiz.\nBundesstaatsrecht, ein Grundriss, 2. Aufl., Zürich 1988, Randziff. 762, XLVI,\nS. 574), die allerdings beifügen, dass die Praxis nur ein Beschlussesquorum\nverlange.\n4. Die Praxis scheint - jedenfalls im Nationalrat - in der Tat häufig und\nintensiv andere Wege gegangen zu sein. Sie begnügt sich offenbar mit\neinem Beschlussesquorum, wobei hier offen bleiben muss, wie streng dieses\nErfordernis faktisch gehandhabt wird; wir konnten der Frage schon aus\nZeitgründen nicht nachgehen.\n5. Der Gesetzgeber hat bisher Art. 87 BV nicht konkretisiert. Er hatte aber\nGelegenheit, über einen ähnlich gelagerten Sachverhalt zu legiferieren,\nnämlich über Art. 100 BV mit folgendem Wortlaut:\n«Um gültig verhandeln zu können, müssen wenigstens vier Mitglieder des\nBundesrates anwesend sein.»\n«Le Conseil fédéral ne peut délibérer que lorsqu’il y a au moins quatre membres\nprésents.»\n«Per trattare e risolvere legalmente devono essere presenti almeno quattro\nmembri.»\nDie textlichen Unterschiede innerhalb der drei Amtssprachen einerseits und\ndie teilweise abweichende Terminologie im Vergleich zu Art. 87 BV anderseits\nsind nicht zu übersehen. Frappanter sind jedoch die materielle Ähnlichkeit der\nbeiden Bestimmungen und die strenge Auslegung des «Bundesratsartikels\n100 BV» durch den Gesetzgeber. Dieser verlangt in Art. 14 des BG vom\n19. September 1978 über die Organisation und die Geschäftsführung des\nBundesrates und der Bundesverwaltung (Verwaltungsorganisationsgesetz\n[VwOG], SR 172.010) sowohl ein Verhandlungsquorum (4 Mitglieder) als auch\nein Beschlussesquorum (3 der stimmenden Mitglieder bei Sachgeschäften\nund die Mehrheit der anwesenden Mitglieder bei Wahlen). Die gleiche\nRegelung enthielt schon das Gesetz von 1914 (Art. 7 und 8; BS 1, 261). Die\nstrenge Auslegung der für den Bundesrat geltenden Verfassungsbestimmung\ndurch den Gesetzgeber deckt sich mit der Auslegung der für die beiden Räte\ngeltenden Verfassungsbestimmung durch die Ratsreglemente und die Doktrin.\nNicht in dieses Konzept passt einzig die Praxis.\n6. Zusammenfassend lässt sich die gestellte Frage demnach wie folgt\nbeantworten: der Wortlaut des Verfassungsartikels 87, die Reglemente\nder beiden Räte und die Doktrin verlangen ein Verhandlungsquorum (das\nBeschlussesquorum logischerweise eingeschlossen), wogegen die Praxis\ndes Nationalrates - wenn überhaupt - es bei einem Beschlussesquorum\nbewenden lässt. Der Gesetzgeber hat den ähnlich gelagerten Art. 100 BV\nebenfalls im Sinne eines Verhandlungsquorums konkretisiert. Das Bundesamt\n\n"}