{"Signatur": "CH_VB_002", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1988-02-08", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_002_JAAC-52-52--_1988-02-08.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000776.pdf?ID=150000776", "Checksum": "6f5d76c9585d33abcf8dceab93170bab"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 52.52 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 08.02.1988 JAAC 52.52 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police 08.02.1988 JAAC 52.52 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP 08.02.1988 JAAC 52.52 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:33:59", "Checksum": "7e12ce8ddbc37ebadf7b8d8f558a958c", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 08.02.1988 JAAC 52.52 \r\n\n JAAC 52.52\n\nAuszug aus einem Entscheid des Eidgenössischen\nJustiz- und Polizeidepartements vom 8. Februar 1988\n\nSurveillance des assurances. Devoir de l’autorité de surveillance de\nveiller au respect du droit suisse en matière d’assurance privée et\nd’intervenir en cas de situation préjudiciable aux assurés. Assurance\nd’une rente viagère avec remboursement des primes en cas de décès\nd’une interdite, qui a été conclue par un tiers sans le consentement\nde celle-ci, respectivement de son tuteur. Aucune obligation de\nl’Office fédéral des assurances privées d’engager une procédure de\nsurveillance à l’encontre de l’assureur, dont le procédé ne peut pas être\napprécié clairement à la lumière de la législation, qui nécessite une\ninterprétation du juge civil.\n\nVersicherungsaufsicht. Aufgabe der Aufsichtsbehörde, über\ndie Beachtung des schweizerischen Rechts über das private\nVersicherungswesen zu wachen und gegen die Gefährdung der\nInteressen der Versicherten einzuschreiten. Leibrentenversicherung\nmit Prämienrückgewähr im Todesfall einer Entmündigten, welche\nohne deren Zustimmung bzw. Zustimmung ihres Vormunds durch\neinen Dritten abgeschlossen wurde. Keine Pflicht des Bundesamtes\nfür Privatversicherungswesen, ein Aufsichtsverfahren gegen den\nVersicherer einzuleiten, dessen Vorgehen nicht klar anhand der\nGesetzgebung beurteilt werden kann, welche der Auslegung durch den\nZivilrichter bedarf.\n\nSorveglianza delle assicurazioni. Dovere dell’autorità di vigilanza di\nfar rispettare il diritto svizzero in materia di assicurazione privata\ne di intervenire in caso di situazione pregiudizievole per gli interessi\n\n1\ndegli assicurati. Assicurazione di una rendita vitalizia con rimborso\ndei premi in caso di morte di un interdetta, conclusa da un terzo senza\nil consenso dell’interdetta e del suo tutore. Nessun obbligo dell’Ufficio\nfederale delle assicurazioni private di intentare una procedura di\nvigilanza contro l’assicuratore il cui comportamento non possa\nessere valutato chiaramente in base alla legislazione, che deve essere\ninterpretata dal giudice civile.\n\nI\n\nMit Verträgen vom 16. November und 6. Dezember 1982 schloss die\nVersicherungsnehmerin X, geboren 1893, mit der Gesellschaft Y als Versicherer\nfünf Leibrentenversicherungen über insgesamt fünf Millionen Franken\nab. Versicherte ist die entmündigte Tochter der Versicherungsnehmerin, Z,\ngeboren 1925. Diese wird die Versicherungsleistung in Form einer Rente erst\nmit 74 Jahren bekommen. Eine allfällige Rückgewährungssumme fällt beim\nTod der Versicherten zu je gleichen Teilen an ihre drei Neffen und ihre Nichte.\nMit Schreiben vom 22. Juli und 19. August 1986 ersuchte der Parteivertreter als\nAnwalt des Vormundes von Z das Bundesamt für Privatversicherungswesen\n(BPV) um Ermittlung des Sachverhaltes und um Einsicht in die Akten der\nGesellschaft Y. Er machte geltend, die Versicherung sei ohne Zustimmung\nder Versicherten beziehungsweise deren Vormundes abgeschlossen worden,\nweshalb zwingende Vorschriften des schweizerischen Rechts verletzt seien.\nDas Leben einer Person, die ohne Zustimmung lebensversichert sei, sei\nerheblich gefährdet.\n…\nMit Schreiben vom 2. September und 4. November 1986 liess das BPV den\nParteivertreter wissen, es handle sich vorliegend um eine privatrechtliche\nStreitigkeit, die der Zivilrichter zu entscheiden habe. Ob bei einer\nLeibrentenversicherung mit Prämienrückgewähr im Todesfall die Zustimmung\ndes Versicherten einzuholen sei, habe seines Wissens die Rechtsprechung\nbisher noch nie entschieden; die schweizerische Standardliteratur äusserte\nsich dazu nicht ausdrücklich. Deshalb rechtfertige sich ein aufsichtsrechtliches\nEingreifen gegen den an seine vertraglichen Verpflichtungen gebundenen\nVersicherer nicht.\nMit Eingaben vom 11. und 14. November 1986 beantragte der Parteivertreter\ndem BPV, die Angelegenheit sei dem Eidg. Justiz- und Polizeidepartement\n(EJPD) oder der zuständigen Aufsichtsbehörde vorzulegen. Die\nVersicherungsaufsicht beziehe sich nicht nur auf die Einhaltung der\nVorschriften des BG vom 2. April 1908 über den Versicherungsvertrag\n(SR 221.229.1, VVG), sondern beispielsweise auch auf das zwingende\nRecht des ZGB. Laut Art. 421 Ziff. 11 ZGB sei die Zustimmung der\nVormundschaftsbehörde für Versicherungsverträge aller Art erforderlich.\nDas BPV hätte deshalb die kantonalen Vormundschaftsbehörden über\nderen Meinung zum vorliegenden Problem anfragen sollen. Zudem hätten\nAbklärungen getroffen werden sollen, weshalb die Versicherungsnehmerin\n\n2\nihr ungewöhnliches Vorgehen gewählt habe. Überdies sei ihm Akteneinsicht\nzu gewähren. Gemäss Erich Prölss, Kommentar zum deutschen VVG, sei die\nZustimmung der versicherten Person auch bei Erlebensfallversicherungen\nerforderlich. Die Eingaben enthalten im weiteren Erwägungen zu\nversicherungstechnischen sowie steuer- und prozessrechtlichen Fragen.\n…\n\nII\n\n"}