{"Signatur": "CH_VB_002", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1988-02-10", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_002_JAAC-52-49--_1988-02-10.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000764.pdf?ID=150000764", "Checksum": "e96d98cfc36d61e35ef297aa46e766ba"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 52.49 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 10.02.1988 JAAC 52.49 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police 10.02.1988 JAAC 52.49 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP 10.02.1988 JAAC 52.49 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:34:00", "Checksum": "295f3be27dcc8577e3fe65098ac5c740", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 10.02.1988 JAAC 52.49 \r\n\n JAAC 52.49\n\nAuszug aus einem Entscheid des Eidgenössischen\nJustiz- und Polizeidepartements vom 10. Februar 1988\n\nLimitation du nombre des étrangers. Approbation de l’Office fédéral des\nétrangers (OFE) concernant les autorisations de séjour pour rentiers.\nProcédure. Nullité d’une décision de l’OFE prise ensuite d’une\ntransmission du dossier, sans décision positive préalable de l’autorité\ncantonale.\n\nBegrenzung der Zahl der Ausländer. Zustimmung des Bundesamtes\nfür Ausländerfragen (BFA) betreffend Aufenthaltsbewilligungen für\nRentner.\nVerfahren. Nichtigkeit eines Entscheids des BFA, der aufgrund einer\nÜberweisung der Unterlagen, ohne vorangehenden positiven Entscheid\nder kantonalen Behörde getroffen wird.\n\nLimitazione dell’effettivo degli stranieri. Approvazione dell’Ufficio\nfederale degli stranieri (UFS) concernente le autorizzazioni di dimora\nper beneficiari di rendite.\nProcedura. Nullità di una decisione dell’UFS presa in seguito alla\ntrasmissione dell’inserto, senza previa decisione positiva dell’autorità\ncantonale.\n\n1\nI\n\nDie miteinander verheirateten Beschwerdeführer stellten am 28. September\nund 3. Oktober 1983 den Antrag, es sei ihnen der Aufenthalt für die\nerwerbslose Wohnsitznahme in A. zu bewilligen, wo der Bruder des\nBeschwerdeführers wohne. Mit Verfügung vom 16. November 1983\nverweigerte das Bundesamt für Ausländerfragen (BFA) auf Antrag der\nkantonalen Fremdenpolizei die Zusicherung der Aufenthaltsbewilligung.\nMit Eingabe vom 6. Juli 1987 ersuchten die Beschwerdeführer nochmals um\nErteilung der Aufenthaltsbewilligung zur erwerbslosen Wohnsitznahme.\nDie kantonale Fremdenpolizei erhob gegen das Gesuch keine Einwände und\nüberwies es dem BFA zur «Stellungnahme». Dieses behandelte die Eingabe\nals Wiedererwägungsgesuch und trat darauf mit Verfügung vom 31. Juli 1987\nnicht ein. Mit Eingabe vom 6. August 1987 lassen die Beschwerdeführer die\nAufhebung dieser Verfügung beantragen.\n\nII\n\n…\nDie Nichtigkeit einer Verfügung ist jederzeit und von sämtlichen Instanzen\nvon Amtes wegen zu beachten (vgl. Gygi Fritz, Verwaltungsrecht, Bern 1986,\nS. 306). Zur Erteilung fremdenpolizeilicher Anwesenheitsbewilligungen sind\ndie Kantone zuständig (Art. 15 Abs. 1 und 2 des BG vom 26. März 1931 über\nAufenthalt und Niederlassung der Ausländer [ANAL], SR 142.20). Gemäss\nArt. 1 Abs. 1 Bst. a der V vom 20. April 1983 über die Zuständigkeit der\nFremdenpolizeibehörden (ZuständigkeitsV, SR 142.202) und Art. 52 Bst. b\nZiff. 1 der V des Bundesrates vom 6. Oktober 1986 über die Begrenzung der\nZahl der Ausländer (BVO, AS 1986 II 1791) bedarf die Aufenthaltsbewilligung\nund deren Verlängerung für die Wohnsitznahme von Rentnern in der Schweiz\nder Zustimmung des BFA, dem das Gesuch des Ausländers mit dem kantonalen\nEntscheid zu unterbreiten ist (Art. 19 Abs. 1 der V vom 1. März 1949 zum BG\nvom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer [ANAV],\nSR 142.201).\nBeim kantonalen zustimmungsbedürftigen Entscheid kann es sich, wie\naus dem Wortlaut von Art. 1 Abs. 1 ZuständigkeitsV und Art. 52 Bst. b BVO\nsowie aus der Botschaft vom 17. Juni 1929 zum ANAG (BBl 1929 I 920f.) klar\nhervorgeht, nur um einen positiven Entscheid handeln. Ein solcher ist die\nrechtlich unabdingbare Voraussetzung für das Zustimmungsverfahren und\ndie allfällige Verweigerung der Zustimmung durch das BFA. Ein negativer\nkantonaler Entscheid liegt ausschliesslich in der Zuständigkeit des Kantons\n(Art. 18 Abs. 1 ANAG; Botschaft, a.a.0). Eine andere Regelung wäre nicht nur\nwidersprüchlich, sondern wegen der klaren Kompetenzzuweisung durch\ndas ANAG gesetzeswidrig. Sie würde auch zu dem absurden Resultat führen,\ndass nicht die kantonale Verweigerung, die wesentlich ist, sondern nur die\nVerweigerung der Zustimmung angefochten werden könnte, was bei einer\nGutheissung der Beschwerde zwar zu einer Zustimmung des BFA führen, aber\nan der kantonalen Verweigerung nichts ändern würde. Der Gesuchsteller sähe\nsich nach wie vor einer unanfechtbaren kantonalen Verweigerung gegenüber.\n\n2\nDer Kanton hat mit Schreiben vom 10. November 1983 dem BFA keinen\npositiven Entscheid vorgelegt. Damit fehlt aber die unabdingbare\nVoraussetzung für die Verweigerung der Zustimmung. Indem das BFA\nam 16. November 1983 trotzdem die Verweigerung der Zustimmung\nverfügt hat, hat es die gesetzliche Kompetenzordnung nicht eingehalten\nund damit Bundesrecht verletzt. Es hat eindeutig in funktioneller\nUnzuständigkeit verfügt. Funktionelle Unzuständigkeit der verfügenden\nBehörde ist ein Nichtigkeitsgrund. Die damalige Verfügung ist demnach\nmit einem schwerwiegenden und offenkundigen Mangel behaftet, der als\nNichtigkeitsgrund zu berücksichtigen ist, weil die Nichtigkeitserklärung im\nvorliegenden Fall die Rechtssicherheit nicht gefährdet (vgl. BGE 104 Ia 176 f.,\nBGE 98 I 571; Gygi, a. a.0.; Grisel André, Traité de droit administratif suisse, Bd.\nI, Neuenburg 1984, S. 422; Knapp Blaise, Grundlagen des Verwaltungsrechts,\nBasel/Frankfurt a.M. 1983, S. 144 N. 565 ff.; Imboden Max/Rhinow René A.,\nSchweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Bd. I, 5. Aufl., Basel/Stuttgart\n1976, Nr.40).\n\n3\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 52.49 - Auszug aus einem Entscheid des Eidgenössischen Justiz- und\nPolizeidepartements vom 10. Februar 1988\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\n"}