{"Signatur": "CH_VB_002", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1985-07-25", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_002_JAAC-51-5--_1985-07-25.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000518.pdf?ID=150000518", "Checksum": "30310af99373c95f8db0b1f8b5ec71d8"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 51.5 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 25.07.1985 JAAC 51.5 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police 25.07.1985 JAAC 51.5 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP 25.07.1985 JAAC 51.5 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  DFJP, Département fédéral de justice et police"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Dipartimento federale di giustizia e polizia DFGP"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:35:31", "Checksum": "bc8a63942b8c36b5f4c5bb3b636b5be7", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) 25.07.1985 JAAC 51.5 \r\n\n 2\n(1977), S. 276, 280 ff.; Hug, a.a.O., S. 54 und 59; Lohner Ernst, Der verbotene\nNachrichtendienst, ZStrR 83 [1967], S. 144; Riggenbach Dieter, Wirtschaftlicher\nNachrichtendienst, Diss. Basel 1966, S. 73 N. 240).\na. Bei den übergebenen Unterlagen und denjenigen, deren Aushändigung\ndurch die Bundesanwaltschaft verhindert wurde, handelt es sich um die\nRohölgeschäfte der Jahre 1980 und 1981 betreffende Akten; insbesondere die\nBuchhaltung (Gewinn- und Verlustrechnung, Banken, Debitoren, Kreditoren\nund Kontrakte), die Telexe, Mitteilungen der Banken (Statements) und\nKontraktunterlagen. Aus diesen Dokumenten sind ohne weiteres die gesamte\nGeschäftstätigkeit der Firma Marc Rich & Co AG mit ihren Banken und Kunden\nersichtlich. Die Unterlagen enthalten somit Aufzeichnungen kaufmännischer\nTatsachen (Gerber, a.a.O., S. 268; Lohner, a.a.O., S. 139).\nb. (fehlende allgemeine Zugänglichkeit)\nc. (Geheimhaltungswille)\nd. (Geheimhaltungsinteresse)\ne. Das Interesse an der Geheimhaltung einer bestimmten wirtschaftlichen\nTatsache verdient nur dann den Schutz des Art. 273 StGB, wenn diese\nin einer Beziehung zum schweizerischen Inland steht, beziehungsweise\nmit dem schweizerischen Wirtschaftsleben verknüpft ist (sinngemäss\nBGE 104 IV 177 ff.; Gerber, a.a.O., S. 280 und dort zitierte Literatur; nicht\npubliziertes Urteil der erweiterten Kriminalkammer des Obergerichts\ndes Kantons Bern vom 1. Juli 1983 i.S. E. und D., S. 40; Schmidt Edgar, Der\nstrafrechtliche Schutz des Geschäfts- und Betriebsgeheimnisses in den\nLändern der Europäischen Gemeinschaft sowie in Österreich und in der\nSchweiz II, Kölner Studien zur Rechtsvereinheitlichung, Bd. 3, 1981, S. 287 ff.).\nEine zur Sicherung der schweizerischen Gebietshoheit und Volkswirtschaft\nvor Bespitzelung zugunsten des Auslandes geschaffene Staatsschutznorm\nkann dem Grundsatze nach nicht ebenfalls den Schutz der Interessen von\nPersonen und Unternehmungen im Ausland bezwecken. Die Erfassung\nentsprechender ausländischer Geheimnisse durch Art. 273 StGB würde\njedenfalls eine besonders enge Verflechtung mit dem Inland voraussetzen, wie\nsie etwa im Falle eines «joint venture» zwischen einer hiesigen und fremden\nUnternehmung vorstellbar ist. Solche besonders enge Beziehungen sind im\nvorliegenden Fall nicht ersichtlich.\nOb der Vertrag zwischen einem Partner im Ausland und einem Inländer\nvon Art. 273 StGB erfasst wird, hängt somit davon ab, ob der inländische\nVertragspartner und allfällige inländische Dritte ihr Geheimhaltungsinteresse\nwahrnehmen oder aufgeben. Geben sie es auf, sind regelmässig auch die\nstaatlichen Interessen im Sinne einer Staatsschutznorm nicht mehr berührt.\nDabei ist es ebenso ohne Belang, ob der Partner im Ausland Schweizer oder\nAusländer ist, wie, ob der Inländer fremder oder schweizerischer Nationalität\nist.\nAbgesehen von den oben genannten Fällen intensivster Verflechtung mit\nder Schweiz bilden eine Ausnahme von diesem Grundsatz jene seltenen\nSachverhalte, in denen ein dem privaten Interesse vorgehendes, direktes\ngesamtschweizerisches Geheimhaltungsinteresse vorliegt, vor allem bei\nBelangen der wirtschaftlichen Kriegsvorsorge (Gerber, a.a.O., S. 275). Solche\nInteressen sind im vorliegenden Fall zu verneinen.\n\n"}