{"Signatur": "CH_VB_001", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1982-03-01", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_001_JAAC-51-47--_1982-03-01.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000470.pdf?ID=150000470", "Checksum": "21272d884a160c106f348454e9ab1817"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 51.47 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Staatssekretariat für Bildung und Forschung 01.03.1982 JAAC 51.47 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Secrétariat d'État à l'éducation et à la recherche 01.03.1982 JAAC 51.47 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) La Segreteria di Stato per la formazione e la ricerca 01.03.1982 JAAC 51.47 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Staatssekretariat für Bildung und Forschung"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Secrétariat d'État à l'éducation et à la recherche"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) La Segreteria di Stato per la formazione e la ricerca"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:36:08", "Checksum": "321d27927d343583059e26c160847e17", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Staatssekretariat für Bildung und Forschung 01.03.1982 JAAC 51.47 \r\n\n 6\nunberechtigte Führung akademischer Titel dem Ansehen der schweizerischen\nUniversitäten und der von ihnen verliehenen Grade. Aber auch, soweit es\nsich um die Erwerbstätigkeit des Titelträgers handelt, können neben den\ndurch das BG über den unlauteren Wettbewerb und das Strafgesetzbuch\ngeschützten Rechtsgütern polizeiliche Interessen allgemeiner Art das Verbot\ndes Titelmissbrauchs rechtfertigen: wer zum Beispiel in einem Kanton, in dem\ndie Ausübung des ärztlichen Berufs frei ist, sich fälschlicherweise als «Doktor»\noder «Dr. med.» bezeichnet, gefährdet durch Vortäuschung wissenschaftlicher\nKenntnisse gesundheitspolizeiliche Interessen.\nEs haben denn auch verschiedene Kantone (etwa Al, BL, BS, SG, SZ, VS, NE)\naufgrund des Art. 335 Ziff. 1 Abs. 1 StGB Bestimmungen über Titelanmassung\nund Titelmissbrauch erlassen. Daran schliessen sich in einzelnen Kantonen\nnoch Schutzbestimmungen für die Bezeichnung derjenigen Berufe, zu deren\nAusübung es einer staatlichen Bewilligung bedarf (z. B. Arzt, Anwalt).\nBeispiel: Nach Art. 40 Abs. 1 des schwyzerischen Einführungsgesetzes zum\nStrafgesetzbuch wird mit Busse bestraft, wer sich ohne Berechtigung als\nInhaber eines akademischen Grades bezeichnet oder wer den akademischen\nGrad einer Anstalt führt, deren Grade denen der schweizerischen Hochschulen\nnicht gleichwertig sind. Aufgrund dieser Bestimmung wurde X, der\ndurch Vermittlung des Agenten Y in Genf den Titel eines Dr. phil. der\n«Universitas studiorum Friderica» in Salt-Lake City (USA) erworben hatte, vom\nBezirksammann von Schwyz wegen Führung eines Doktortitels mit Fr. 50.-\ngebüsst. Bezirks-, Kantons- und Bundesgericht haben in der Folge dieses Urteil\nbestätigt (vgl. BGE 74 IV 108; vgl. auch BGE 74 IV 110 und BGE 74 IV 111).\nIn einem Urteil des Kassationshofes vom 18. Dezember 1980 in Sache S.\ngegen Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen (Nichtigkeitsbeschwerde)\nwurde der Tatbestand der Arglist (gemäss Art. 148 StGB) bejaht im Fall eines\nselbständigerwerbenden Psychologen, der durch Verwendung von in Tat und\nWahrheit wertlosen akademischen Titeln seine Kunden über seine berufliche\nQualifikation irregeführt hatte (BGE 106 IV 358).\n3. Als wettbewerbszulässiger Doktortitel gilt in der Praxis nur «der an einer inoder ausländischen Hochschule aufgrund längeren Studiums und eines darauf\ngründenden fachlichen Ausweises erworbene» (VEB 31.53). Da ein Studium\nan einer ausländischen Hochschule mit einem solchen an inländischen\nHochschulen oft nicht unmittelbar vergleichbar ist, sollten beim Verwenden\ndes dort erworbenen Doktortitels in der Schweiz entsprechende Zusätze\noder Herkunftsbezeichnungen angeführt werden, welche ihn deutlich von\nähnlichen schweizerischen akademischen Titeln unterscheiden. Es ist nicht\ndie Aufgabe der Bundespolizeibehörden, die Rechtmässigkeit der Tragung\nvon akademischen oder andern Titeln nachzuprüfen und deshalb auch nicht\nnotwendig, den Titelträgern eine diesbezügliche Bewilligung auszustellen (VEB\n31.53; vgl. auch VPB 44.117).\n4. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass der Titelmissbrauch\nbundesrechtlich ausser im Bereich des Wettbewerbsrechtes und im\nZusammenhang mit der Umschreibung gewisser Tatbestände im\nStrafgesetzbuch nicht geregelt ist. Die Kantone sind indessen befugt, den\nTitelmissbrauch generell als Übertretung unter Strafe zu stellen. Die Frage,\n\n7\nob und unter welchen Voraussetzungen ein im Ausland erworbener Titel\nin der Schweiz getragen werden kann, richtet sich damit vornehmlich nach\nkantonalem Recht.\n\n8\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 51.47 - Bundesamt für Bildung und Wissenschaft, 1. März 1982; zitierte\nBestimmungen entsprechend dem Stand am 1. Januar 1987 angepasst; vgl. auch VPB 51.48\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1987\nAnnée\nAnno\n\nBand 51\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 000 470\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}