{"Signatur": "CH_PATG_001", "Spider": "CH_BPatG", "Datum": "2015-05-27", "PDF": {"Datei": "CH_BPatG/CH_PATG_001_O2013-011_2015-05-27.pdf", "URL": "https://www.bundespatentgericht.ch/fileadmin/entscheide/O2013_011_Leitentscheid_Verfuegung_150527.pdf", "Checksum": "899bca4cc5bfde74cff884ed53f7b88b"}, "Scrapedate": "2026-04-05", "Num": ["O2013_011"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bundespatentgericht 27.05.2015 O2013_011"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Bundespatentgericht 27.05.2015 O2013_011"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Bundespatentgericht 27.05.2015 O2013_011"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Bundespatentgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Bundespatentgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Bundespatentgericht "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Erfinderische Tätigkeit, Gegenstandslosigkeit (Art. 242 ZPO) infolge Ablaufs des ESZ, Kostenfolgen | Erfinderische Tätigkeit, Fachrichtervotum, Kosten: Gerichtskosten, Kosten: Parteientschädigung"}], "ScrapyJob": "446973/64/2135", "Zeit UTC": "05.04.2026 03:17:55", "Checksum": "8f215b0d5af5332b1ecf20f5006269a8", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bundespatentgericht 27.05.2015 O2013_011\nRegeste:\nErfinderische Tätigkeit, Gegenstandslosigkeit (Art. 242 ZPO) infolge Ablaufs des ESZ, Kostenfolgen | Erfinderische Tätigkeit, Fachrichtervotum, Kosten: Gerichtskosten, Kosten: Parteientschädigung\n\n consisting of desogestrel, 3-ketodesogestrel, or mixtures thereof in the\npreparation of a drug delivery system, said drug delivery system characterized by consisting of 28 daily dosage units containing only a progestogenic compound as sole therapeutically effective ingredient.\n\n5. A drug delivery system comprising a package containing 28 daily sequential dosage units consisting essentially of from 70 to 80 micrograms\nof a compound selected from the group consisting of desogestrel, 3-\nketodesogestrel, and mixtures thereof\n\n6. A contraceptive kit of the type containing 28 progestogen-only daily dosage units, wherein the improvement comprises using from 70 to 80 micrograins of 3-ketodesogestrel, desogestrel, or mixtures thereof as the\nprogestogen in said daily dosage units.\n\n7. A process of manufacturing a drug delivery system comprising: mixing\npredetermined quantities of a progestogen selected from the group consisting of desogestrel, 3-ketodesogestrel, and mixtures thereof with predetermined quantities of excipients and converting the mixture into dosage units each containing 70 to 80 µg of desogestrel, 3-ketodesogestrel,\nor mixtures thereof and packaging 28 of said dosage units into a kit.\n\n8. The process of claim 7 wherein said mixture is converted into dosage\nunits selected from the group consisting of capsules and tablets.\n\n3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin, unter Einschluss der für die patentanwaltliche Beratung notwendigen Auslagen.\"\n\n1.5 Die Stellungnahme zur Duplik erfolgte mit Eingabe vom 25. November 2014, mit welcher die Klägerin die folgenden Rechtsbegehren stellte:\n\n(1) Das ergänzende Schutzzertifikat Nr. C00491443/01 “Desogestrelum“ sei für\nnichtig zu erklären.\n(2) Eventualiter, für den Fall, dass die Patentansprüche gemäss Ziff. 2 des\nRechtsbegehrens der Duplik der Beklagten vom 22. Oktober 2014 eingeschränkt werden sollten, sei das ergänzende Schutzzertifikat Nr.\nC00491443/01 \"Desogestrelum\" für nichtig zu erklären.\n(3) Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, inklusive Kosten des notwendigerweise beigezogenen Patentanwalts sowie zuzüglich Mehrwertsteuer, zu\nLasten der Beklagten.\"\n\n1.6 Mit Eingaben vom 12. Dezember 2014, 17. Dezember 2014 sowie\n12. Januar 2015 erfolgten weitere Stellungnahmen bzw. Noveneingaben\nder Parteien. Mit Schreiben vom 30. Januar 2015 wurden die Parteien zur\nHauptverhandlung auf den 2. Juni 2015 vorgeladen.\n\nSeite 3\nO2013_011\n\n1.7 Am 26. Februar 2015 erstattete Richterin Dipl. chem., Dr. rer. nat.\nHanny Kjellsaa-Berger ein Fachrichtervotum. Die Klägerin verzichtete mit\nEingabe vom 16. März 2015 auf eine Stellungnahme, während die Beklagte mit Eingabe vom 17. März 2015 dazu Stellung nahm.\n\n1.8 Mit Eingaben je vom 25. März 2015 verzichteten die Parteien auf die\nDurchführung der Hauptverhandlung.\n\n1.9 Mit Schreiben vom 31. März 2015 wurde den Parteien Gelegenheit\ngegeben, um sich zum Rechtsschutzinteresse zu äussern, nachdem die\ndie maximale Laufzeit des im Streit liegenden ergänzenden Schutzzertifikats ESZ Nr. C00491443/01 am 27. März 2015 abgelaufen war.\n\n1.10 Die Stellungnahmen der Parteien erfolgten je mit Eingabe vom\n17. April 2015. Mit Eingabe vom 30. April 2015 erfolgte eine weitere Stellungnahme der Klägerin, welche der Beklagten zur Kenntnisnahme zugestellt wurde.\n\n2. Parteien, Sachverhalt\n\n2.1 Die Klägerin ist eine schweizerische Aktiengesellschaft und eine in\nder Schweiz führende Generikaanbieterin. Sie gehört seit Oktober 2011\nzur Teva-Gruppe, dem international grössten Generikaanbieter.\n\n2.2 Die Beklagte ist eine niederländische Gesellschaft und gehört zum\nweltweit tätigen amerikanischen Konzern Merck & Co., der ein forschendes pharmazeutisches Unternehmen ist.\n\n2.3 Das Patent EP 0 491 433 B1 wurde am 12. Dezember 1991 mit Priorität vom 17. Dezember 1990 angemeldet und am 13. März 1996 erteilt.\nBeansprucht wird ein oral einzunehmendes Verhütungsmittel, das nur eine Gestagen-Komponente, nämlich Desogestrel, 3- Ketodesogestrel oder\nein Gemisch davon, enthält. Am 25. Juli 2000 wurde auf Grund der\nMarktzulassung von Cerazette® der Antrag auf Erteilung eines ergänzenden Schutzzertifikats (ESZ) gestellt. Das ergänzende Schutzzertifikat\nNr. C00491443/01 wurde am 31. Juli 2002 erteilt und betrifft \"Desogestrelum\". Die Beklagte ist Inhaberin dieses ergänzenden Schutzzertifikates.\n\n2.4 Die Klägerin macht zusammengefasst geltend, dass zum Zeitpunkt\nder Anmeldung des europäischen Patents EP 0 491 433 B1 bereits Ver-\n\nSeite 4\nO2013_011\n\nhütungsmittel auf dem Markt gewesen seien, einerseits Kombinationspräparate bestehend aus einer Östrogen- und einer Gestagenkomponente und andererseits sogenannte Mini-Pillen bestehend aus einer Gesta-\ngen-Komponente. Der in der EP 0 491 433 B1 beschriebene Wirkstoff,\nDesogestrel, sei bereits als Gestagen-Komponente in einer Kombinationspille seit 1982 in der Schweiz zugelassen, Marvelon®. Als relevanten\nStand der Technik, der die Erfindung nahelegen soll, verweist die Klägerin\nauf drei Dokumente. Die Erfindung gemäss der EP 0 491 433 B1 sei daher naheliegend und somit nichtig.\n\n"}