{"Signatur": "CH_PATG_001", "Spider": "CH_BPatG", "Datum": "2014-02-27", "PDF": {"Datei": "CH_BPatG/CH_PATG_001_O2013-009_2014-02-27.pdf", "URL": "https://www.bundespatentgericht.ch/fileadmin/entscheide/O2013_009_Beschluss_140227.pdf", "Checksum": "21a97ec5d2afffcd85ab5754d3f09544"}, "Scrapedate": "2026-04-05", "Num": ["O2013_009"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bundespatentgericht 27.02.2014 O2013_009"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Bundespatentgericht 27.02.2014 O2013_009"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Bundespatentgericht 27.02.2014 O2013_009"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Bundespatentgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Bundespatentgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Bundespatentgericht "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Drospirenon: Patentverletzung, Nichteintreten, Nichtzulassung der Klageänderung | Äquivalenz, Berücksichtigung der Erteilungsakten, Fachrichtervotum, Freier Stand der Technik (Einrede), Patentansprüche Schutzbereich (Art. 69 EPÜ), Patentnichtigkeit Einrede, Vergleich, Zollrechtliche Massnahme"}], "ScrapyJob": "446973/64/2135", "Zeit UTC": "05.04.2026 03:18:15", "Checksum": "1702f18d61ccb73298fcb02b544f8d7e", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bundespatentgericht 27.02.2014 O2013_009\nRegeste:\nDrospirenon: Patentverletzung, Nichteintreten, Nichtzulassung der Klageänderung | Äquivalenz, Berücksichtigung der Erteilungsakten, Fachrichtervotum, Freier Stand der Technik (Einrede), Patentansprüche Schutzbereich (Art. 69 EPÜ), Patentnichtigkeit Einrede, Vergleich, Zollrechtliche Massnahme\n\nBundespatentgericht\nTribunal fédéral des brevets\nTribunale federale dei brevetti\nTribunal federal da patentas\nFederal Patent Court\n\nO2013_009\n\nBeschluss vom 27. Februar 2014\n\nBesetzung Präsident Dr. iur. Dieter Brändle (Vorsitz),\nRichter Dr. sc. nat. Tobias Bremi (Referent),\nRichter Dr. phil. II, dipl. chem. Erich Wäckerlin,\nRichter Dr. rer. nat., Dipl. Chem. Roland Dux,\nRichter Dr. iur. Thomas Legler,\nErster Gerichtsschreiber lic. iur. Jakob Zellweger.\n\nVerfahrensbeteiligte A. AG\nvertreten durch Rechtsanwalt Dr. Michael Ritscher und\nRechtsanwalt Dr. Simon Holzer und patentanwaltlich beraten\ndurch Gregor S. König,\n\nKlägerin\n\ngegen\n\nB. AG\nvertreten durch Rechtsanwalt Dr. Christoph Willi und\nRechtsanwalt James Merz und patentanwaltlich beraten\ndurch Dr. Rainer Friedrich,\n\nBeklagte\n\nGegenstand Patentverletzung; Drospirenon\nO2013_009\n\nDas Bundespatentgericht zieht in Erwägung,\n\n1.\nMit Klage vom 28. Mai 2013 stellte die Klägerin u.a. folgendes Unterlassungsbegehren:\n\n1. Der Beklagten sei unter Androhung einer Ordnungsbusse von CHF 1000.- pro\nTag nach Art. 343 Abs. 1 lit. c ZPO, mindestens aber CHF 5000.- gemäss Art.\n343 Abs. 1 lit. b ZPO, sowie der Bestrafung ihrer Organe nach Art. 292 StGB mit\nBusse im Widerhandlungsfall zu verbieten, in der Schweiz Kontrazeptiva mit dem\nWirkstoff Drospirenon und der Bezeichnung „D 1“ (Swissmedic Zulassungsnummer a), „D 2“ (Swissmedic Zulassungsnummer b), „D 3“ (Swissmedic Zulassungsnummer c) und „D 4“ (Swissmedic Zulassungsnummer d) selber oder\ndurch Dritte herzustellen, einzuführen, auszuführen, zu lagern, anzubieten, zu\nverkaufen oder auf andere Weise in Verkehr zu bringen, wobei der in den betreffenden Kontrazeptiva enthaltene Wirkstoff Drospirenon (6β, 7β; 15β, 16β-\ndimethylene-3-oxo-17α-pregn-4-ene-21,17-carbolactone) durch Wasserabspaltung aus 6β, 7β; 15β, 16β-dimethylen-5β-hydroxy-3-oxo-17α-androstan-21,17-\ncarbolactone durch Zugabe von p-Toluolsulfonsäure oder Pyridin mit Wasser\nhergestellt wurde.\n\n2.\nDie Beklagte beantragte mit Klageantwort vom 14. August 2013 die Abweisung der Klage und machte unter anderem einredeweise die Nichtigkeit des Patents EP 1 149 840 B1, auf das sich ihres Erachtens das\nRechtsbegehren Ziff. 1 stützte, geltend.\n\n3.\nMit Replik vom 4. Oktober 2013 stellte die Klägerin ein Eventualbegehren\nZiff. 1.b, welches gemäss ihren Ausführungen zu prüfen wäre, falls das\nGericht das Rechtsbegehren Ziff. 1.a (entsprechend Rechtsbegehren Ziff.\n1 der Klageschrift) nicht gutheissen würde. Die Klägerin machte geltend,\ndieses Eventualbegehren sei im ordentlichen Verfahren gemäss Art. 219\nff. ZPO und damit in der gleichen Verfahrensart zu erledigen wie die bisherigen Klagebegehren, und zwischen den ursprünglichen Klagebegehren und dem neuen Eventualbegehren bestehe ein enger sachlicher Zusammenhang (Art. 227 Abs. 1 ZPO).\n\nDas neue Eventualbegehren Ziff. 1.b lautete wie folgt:\n\n1.b Eventualiter zu Rechtsbegehren Ziff. 1.a sei der Beklagten unter Androhung\neiner Ordnungsbusse von CHF 1000.- pro Tag nach Art. 343 Abs. 1 lit. c ZPO,\n\nSeite 2\nO2013_009\n\nmindestens aber CHF 5000.- gemäss Art. 343 Abs. 1 lit. b ZPO, sowie der Bestrafung ihrer Organe nach Art. 292 StGB mit Busse im Widerhandlungsfall zu\nverbieten, in der Schweiz Kontrazeptiva mit dem Wirkstoff Drospirenon und der\nBezeichnung „D 1“ (Swissmedic Zulassungsnummer a), „D 2“ (Swissmedic Zulassungsnummer b), „D 3“ (Swissmedic Zulassungsnummer c) und „D 4“\n(Swissmedic Zulassungsnummer d) selber oder durch Dritte herzustellen, einzuführen, auszuführen, zu lagern, anzubieten, zu verkaufen oder auf andere Weise\nin Verkehr zu bringen, wobei der in den betreffenden Kontrazeptiva enthaltene\nWirkstoff Drospirenon (6β, 7β; 15β, 16β-dimethylene-3-oxo-17α-pregn-4-ene-\n21,17-carbolactone) durch katalytische Hydrierung von 17α-(3-hydroxy-1-\npropynyl)-6β, 7β;15β, 16β-dimethylene-5β-androstane-3β,5,17β-triol in ein 17α-\n(3-hydroxy-1-propyl)-6β, 7β;15β, 16β-dimethylene-5β-androstane-3β, 5,17β-triol\nund durch anschliessende Oxidation in ein 6β, 7β;15β, 16β-dimethylene-5β-\nhydroxy-3-oxo-17α-androstane-21,17-carbolactone in Gegenwart des Katalysators TEMPO (2,2,6,6-Tetramethylpiperidine-1-yl)-oxyl) hergestellt wurde.\n\n4.\nMit einer als \"nicht abschliessende Duplik\" bezeichneten Eingabe vom\n22. Oktober 2013 stellte die Beklagte folgende Anträge:\n\n1. Die Klage vom 28. Mai 2013 sei abzuweisen soweit darauf einzutreten ist.\n\n2. Auf Rechtsbegehren Ziff. 1.b der Replik vom 4. Oktober 2013 sei nicht einzutreten.\n\nSodann stellte die Beklagte zusätzlich folgende prozessuale Anträge:\n\n1. Die Eingabe sei als vorgezogene Duplik beschränkt auf die Frage des Eintretens auf Rechtsbegehren Ziff. 1.b entgegenzunehmen.\n\n"}