{"Signatur": "CH_BR_001", "Spider": "CH_Bundesrat", "Datum": "2022-09-30", "PDF": {"Datei": "CH_Bundesrat/CH_BR_001_-bj-de-home-publiser_2022-09-30.pdf", "URL": "https://www.bj.admin.ch/dam/bj/de/data/publiservice/publikationen/beschwerdeentscheide/2022-09-30-beanstandungsverfahren-efd.pdf.download.pdf/2022-09-30-beanstandungsverfahren-efd-d.pdf", "Checksum": "755621d5c988f47125d4d67aeb5840df"}, "Scrapedate": "2026-04-06", "Num": ["/bj/de/home/publiservice/publikationen/beschwerdeentscheide/2022-09-30.html"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bundesrat Beschwerdeentscheide 30.09.2022"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conseil fédéral Décisions sur recours 30.09.2022"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Consiglio federale Decisioni di ricorso 30.09.2022"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Bundesrat Beschwerdeentscheide"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Conseil fédéral Décisions sur recours"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Consiglio federale Decisioni di ricorso"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Finanzkontrollgesetzliches Beanstandungsverfahren in der Sache Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) gegen Eidgenössisches Finanzdepartement (EFD). 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Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK; Beschwerdeführerin) prüfte\nim Jahr 2021 bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTX/) die Aufsicht zur\ndirekten Bundessteuer mit dem Schwerpunkt Aufwandbesteuerung (Prüfung\n21546). Im zugehörigen Prüfbericht empfiehlt die Beschwerdeführerin der ESTV\nunter anderem Folgendes:\n«Le CDF recommande ä I'AFC de porter devant les tribunaux en applicationde 1'article\n141 LIFD un cas concret de membre de conseil d'administration,ne percevant pas\nd’honoraires, dëtenant une participation significative d'une sociëtë suisse et imposë\nd'aprës la dëpense .» (Empfehlung 1)\nDie Beschwerdeführerin begründet die Empfehlung 1 damit, dass bei der steuerlichen Behandlung von Verwaltungsratsmitgliedern mit bedeutenden Beteiligungen an Schweizer Unternehmen noch Unsicherheiten bei der Aufwandbesteuerung bestehen bezüglich des Tatbestandkriteriumsnach Artikel 14 Absatz 1\nBuchstabe c des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG; SR\n642.11): «keine Erwerbstätigkeit in der Schweiz». Sie stützt sich für die Empfehlung 1 auf ein Rechtsgutachten von Madeleine Simonek, Professorin für Schweizerisches und InternationalesSteuerrecht an der Universität Zürich. Gemäss diesem Gutachten liegt eine der Aufwandbesteuerung entgegenstehende Erwerbstätigkeitvor, wenn das Verwaltungsratsmitgliedfür seine Verwaltungsratstätigkeit\nzwar kein Salär, aber eine überhöhte Dividendeerhält (überhöhte Dividenden\ndank Nutzungseinlage über Salärverzicht). Eine für die Aufwandbesteuerung\nschädliche Erwerbstätigkeitsieht das Gutachten zudem für Verwaltungsratstätigkeit bei massgeblicher Beteiligung des Verwaltungsratsmitglieds an der betroffenen schweizerischen Gesellschaft, wenn der Salärverzicht zu einer massgeblichen Wertsteigerung der Aktien führt (siehe Rechtsgutachten zur Besteuerung\nnach dem Aufwand, erstattet an die EFK von Madeleine Simonek, Zürich, 15.\nApril 2019).\nB. Die ESTV lehntees ab, die Empfehlung 1 des EFK-Prüfberichts umzusetzen. Sie fordertejedoch in Kenntnisdes genannten Rechtsgutachtens im August 2021 alle Kantone auf, ab der Steuerperiode 2021 eine restriktivere Praxis\nanzuwenden. Aufgrund der Ablehnung der ESTV unterbreitetedie Beschwerdeführerin die Empfehlung 1 mittels Schreiben vom 28. Januar 2022 dem Eidgenössischen Finanzdepartement(Beschwerdegegner) im Sinne eines Beanstandungsverfahrens nach Artikel 12 Absatz 3 des Bundesgesetzes über die Eidgenössische Finanzkontrollevom 28. Juni 1967 (FKG; SR 614.0).\n\n2/8\nC. Der Vorsteher des EFD informierte die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 15. Februar 2022, dass der Beschwerdegegner dem Antrag der Beschwerdeführerin nicht Folge leisten könne und die Umsetzung der Empfehlung\n1 nicht als angezeigt erachte. Diesen Entscheid focht die Beschwerdeführerin\nmittelsEingabe vom 25. Februar 2022 beim Bundesrat an. Sie beantragt dem\nBundesrat, «das EFD zu beauftragen, der ESTV die Umsetzung der Empfehlung\n1 aus der Prüfung 21546 in Auftrag zu geben».\nD. Die Instruktion\ndes Beanstandungsverfahrens\nvor dem Bundesratgemäss Artikel 12 Absatz 3 FKG wurde in analoger Anwendung von Artikel 75 Absatz 1 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968(VwVG; SR\n172.021) und Artikel 7 Absatz 8 der Organisationsverordnung vom 17. November\n1999 für das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (OV-EJPD; SR\n172.213.1)vom Bundesamtfür Justiz (BJ) übernommen.Dieses lud den Beschwerdegegner anfangs März 2022 zur Stellungnahme ein. Es bat dabei das\nEFD, mögliche finanziellen Konsequenzen für den Bund aufzuzeigen, wenn die\nKantone an ihrer bisherigen Praxis betreffend Aufwandbesteuerung bei Verwaltungsratstätigkeiten festhalten .\nE. Der Beschwerdegegner beantragte in seiner Stellungnahme vom\n29. März 2022, der Antrag der Beschwerdeführerinsei abzuweisen, soweit darauf einzutretenist. Hinsichtlichder finanziellenAuswirkungenwies der Beschwerdegegner darauf hin, dass die ESTV nicht über die notwendigen Angaben\nverfüge, um eine Einschätzung vorzunehmen. So müsste sie z.B. wissen, welche\nAufwandbesteuerten die massgebenden Kriterien gemäss Gutachten von Prof.\nSimonek erfüllen und damit neu nach Einkommen zu besteuern wären. Zugleich\nmüsste sie das Total der steuerbaren weltweiten Einkünfte für die Einkommenssteuer der betroffenen Personen kennen.\n\n11.\n\n"}