{"Signatur": "CH_BGer_015", "Spider": "CH_BGer", "Sprache": "de", "Datum": "2020-01-20", "HTML": {"Datei": "CH_BGer/CH_BGer_015_12T-3-2019_2020-01-20.html", "URL": "https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=4&from_date=17.01.2020&to_date=20.01.2020&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=37&azaclir=aza&highlight_docid=aza%3A%2F%2F20-01-2020-12T_3-2019&number_of_ranks=54", "Checksum": "6bc0b2586edfbed8c471469245387325"}, "Scrapedate": "2025-10-07", "Num": ["12T 3/2019", "12T_3/2019"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bundesgericht Verwaltungskommission 20.01.2020 12T 3/2019 (12T_3/2019)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Tribunal fédéral Commission administrative 20.01.2020 12T 3/2019 (12T_3/2019)"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Tribunale federale Commissione amministrativa 20.01.2020 12T 3/2019 (12T_3/2019)"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Bundesgericht Verwaltungskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Tribunal fédéral Commission administrative"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Tribunale federale Commissione amministrativa"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Aufsichtsanzeige (BGG), Parteientschädigung | Aufsichtsbeschwerden"}], "ScrapyJob": "446973/45/2440", "Zeit UTC": "07.10.2025 00:50:30", "Checksum": "5a8f544a4998c06e5577aeb551ece1f1", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bundesgericht Verwaltungskommission 20.01.2020 12T 3/2019 (12T_3/2019)\nRegeste:\nAufsichtsanzeige (BGG), Parteientschädigung | Aufsichtsbeschwerden\n\nBundesgericht\nTribunal fédéral\nTribunale federale\nTribunal federal\n12T_3/2019\nEntscheid vom 20. Januar 2020\nVerwaltungskommission\nBesetzung\nBundesrichter Meyer, Präsident,\nBundesrichterin Niquille,\nBundesrichter Donzallaz,\nGeneralsekretär Tschümperlin.\nVerfahrensbeteiligte\nRechtsanwalt A.________,\nAnzeiger,\ngegen\nBundesverwaltungsgericht, Verwaltungskommission, Kreuzackerstrasse 12, 9000 St. Gallen,\nAngezeigte.\nGegenstand\nAufsichtsanzeige (BGG), Parteientschädigung.\nErwägungen:\n1.\nMit Zwischenverfügung vom 31. Juli 2017 hiess das Bundesverwaltungsgericht im Asylverfahren E-4108/2017 das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und bestellte Rechtsanwalt A.________ als amtlichen Rechtsbeistand. Dieser reichte am 25. März 2019 bei einem Stundenansatz von 220 Franken und einigen Auslagen eine Kostennote über 3'622.66 Franken ein. Das Bundesverwaltungsgericht setzte das Honorar im asylrechtlichen Urteil vom 25. April 2019 auf 2'200 Franken fest.\nMit Aufsichtsanzeige vom 13. Mai 2019 beanstandet Rechtsanwalt A.________ die Kürzung um 44,5% als willkürlich. Er führt aus, die vom Bundesverwaltungsgericht angewendete Pauschalisierung und substantielle Kürzung der Entschädigung für geleistete notwendige Arbeit stelle einen strukturellen Organisationsmangel dar, der eine unüberwindbare oder schwer zu rechtfertigende Einschränkung des Zugangs zum Gericht bewirke. Mit diesem Vorgehen werde den Asylsuchenden eine wirksame Beschwerde verweigert. Die verzeigte Gerichtsinstanz sei anzuweisen, in Zukunft keine Pauschalhonorare ohne sorgfältige Prüfung der Kostennote anzuwenden und einzeln zu begründen, weshalb ein Aufwand übermässig oder nicht notwendig sein soll.\nDas Bundesverwaltungsgericht beantragt mit Vernehmlassung vom 30. Juli 2019, der Aufsichtsanzeige keine Folge zu geben, soweit die Höhe des amtlichen Honorars im Rahmen der administrativen Aufsicht überhaupt geprüft werden kann.\n2.\nDie Aufsicht des Bundesgerichts ist gemäss\nArt. 1 Abs. 2 BGG und\nArt. 3 Abs. 1 VGG administrativer Natur. Die Rechtsprechung ist von der Aufsicht des Bundesgerichts ausgenommen (Art. 2 Abs. 2Aufsichtsreglement des Bundesgerichts; SR 173.110.132); das Aufsichtsverfahren ist kein Ersatz für ein gesetzlich nicht vorgesehenes Rechtsmittel. Raum für aufsichtsrechtliche Feststellungen besteht daher nur unter der Voraussetzung struktureller Mängel organisatorischer oder administrativer Natur. In Bezug auf den Zugang zum Gericht beschränkt sich die Aufsichtskompetenz des Bundesgerichts auf die Kontrolle, ob generelle Mechanismen eines erstinstanzlichen Gerichts des Bundes eine übermässige Einschränkung des Zugangs zur Justiz bewirken (\nBGE 144 II 56 E. 2;\n144 II 486 E. 3.1). Auch Kosten- und Entschädigungsfragen können bei entsprechender Ausgestaltung grundsätzlich geeignet sein, einen strukturellen Mangel organisatorischer oder administrativer Natur im Sinne der bundesgerichtlichen Aufsichtspraxis zu begründen, wenn der angewandte Mechanismus den gesetzlich vorgesehenen Zugang zum Gericht in bestimmten Konstellationen de facto systematisch ausschliesst (\nBGE 144 II 56 E. 4.2.1 und 5.3; vgl. hierzu auch schon\nBGE 136 II 380 E. 2).\n"}