der Zivilkammern. N° 34. 165 164 Entscheidungen pendants au:x termes desquels les sommes payees ont ete tantöttouchees en entier par Nistas & Oe ou par Veuve 34. OrteU der II. Zivila.bteUung vom 18. März 1916 i. S. Grivaz et fils, tantöt reparties entre eux suivant des pro- Leih- und Sparkasse .Aa.dorf in Liquidation, portions diverses. 11 n'y avait done pas un engagement als ({ Zessionarin Ir der nürgergemeinde Aadorf, Klägerin, general valant po ur toutes les ereances contre Olivet gegen Oswa.ld, Beklagten. freres, mais une simple promesse denuee de valeur juri- dique parce que son objet n'ctait pas determine. Par Erw. 1 und 2: Siatio {isci als Prozesspartei. - Erw. 3: Prozess- consequeI?-t, du moment que Nistas & Ge n' Haient juri- fähigkeit der «Liquidationsmasse l) eines Schuldners, der seinen Gläubigern sein ganzes Vermögen zur Liquidierung diquement tenus ni de donner en gage, ni de remettre überlassen hat, und dem in diesem Sinne ein « Nachlass- en paiement la ereanee « deIeguee » le 29 decembre 1911, vertrag & bewilligt wurde. cette delegation consentie moins de six mois avant la faillite tombe sous le coup de l' art. 287 a moins que les A. - Die Bürgergemeinde Aadorf betrieb seit 1873, defendeurs ne prouvent qu'ils ignoraient l'insolvabilite zuerst unter dem Namen « Leih-, Viehleih- und Sparkasse du debiteur. Non seulement Hs n'ont pas rapporte cette Aadorf », dann (seit 1906) unter dem Namen ({ Leih- preuve, mais au contraire il resulte de l'instruction de la und Sparkasse Aadorf I}, eine « Geldverkehrsanstalt f) zum cause que, a la fin de 1911 sinon auparavant deja, la Zwecke der Gewährung von Anleihen an Handwerker, maison Nistas & Ge eprouvait de grandes difficultes a Gewerbetreibende und Landwirte. Als Mittel zur Errei- payer, que les entrepreneurs qui travaillaient avee elle chung dieses Zwecks waren in den Statuten von 1873 ne eonsideraient pas sa situation comme sure, que les de- genannt: fendeurs la pressaient instamment de lui fournir des a) das Vermögen der bisherigen Viehleihkasse, garanties et qu'ils avaient atout le moins des doutes b) das Vermögen der bisherigen Sparkasse, serieux sur sa solvabilite. Ils ne peuvent done se mettre c) und d) aufzunehmende Anleihen. au benefice de l'exceptiol1 preVue au dernier alinea de In den Statuten von 1906 war,m dagegen als solche rart. 287. Mittel aufgezählt: a) die Kapitalien der Bürgergemeinde, Par ces motifs, b) der Reservefond, le Tribun'al federal c)-g) Anleihen, Sparkassaeinlagen u. s. w. prononce: Als « Verwaltungsorgane I) waren in den Statuten in Le recours est admis et l' arret attaque est reforme eu erster Linie genannt: ce sens que les conclusions de la demanderesse sont de- a) die Bürgergemeinde, clarees fondees. b) der Verwaltungsrat der Bürgergemeinde unter Bei- gabe von zwei Mitgliedern, c) der Kassaverwalter. Über die Befugnisse des Kassaverwalters bestimmten die Statuten von 1906: « § 22. Der Verwalter lei tet den gesamten Kassaver- » kehr und die Buchführung der Anstalt nach Statuten, 166 Entscheidungen der Zivilkammern. N° 34. 167 • Reglement und allfälligen Beschlüssen des Verwal- » Schuldbetreibungsgesetzes stimmberechtigten Kredi- » tungsrates, er besorgt die nötigen Konkursgeschäfte, » toren der Leih- und Sparkasse Aadorf ein Gläubiger- »vertritt auch die Anstalt nach aussen und vor den » ausschuss von neun Mitgliedern ernannt, welcher bis » Gerichten, vorbehältlich § 21, Abs. 1, und führt mit » zur vollständigen Befriedigung sämtlicher Kreditoren » Ausnahme der Obligationen die rechtsverbindliche Un- » ausschliesslic~ ermächtigt ist, über die Aktiven zu ver- I) terschrift allein wie folgt: » fügen und dieselben zu liquidieren, und über die durch »Leih- und Sparkasse Aadorf. » Verpfändung oder Verwertung von Aktiven des Bür- » Der Verwalter: » » gergemeindevermögens verfügbar werdenden Mittel zu Endlich enthielten die Statuten unter dem Titel (i Ga- I} disponieren, die Schulden der Leih- und Sparkasse rantie t) noch folgende Bestimmung: » Aadorf festzustellen, und das Liquidationsergebnis § 20 der Statuten von 1873: (i Die Bürgergemeinde i} gleichmässig unter die Kreditoren der Leih- und Spar- » Aadorf erklärt sich für jede Einlage in die Sparkasse » kasse Aadorf zu verteilen. Zu diesem Zwecke sind dem »und für jede Forderung an die Anstalt als Selbst- » Gläubigerausschuss durch die Leih- und Sparkasse » schuldnerin und haftet als solche: » Aadorf, sowie durch die Bürgergemeinde Aadorf volle « a) mit dem Gesamtvermögen der Anstalt, den Re- » und unbeschränkte Vollmachten, inshesondere auch zur » servefond eingeschlossen, t) Führung von Prozessen, zur Übertragung und Ver- « b) mit dem übrigen gesamten Bürgergemeindever-' i} pfändung von beweglichem und unbeweglichem Ver- » mögen.» t) mögen, überhaupt zu Erklärungen und Handlungen', § 18 der Statuten von 1906: « Die Bürgergemeinde » jeder Art namens der Leih- und Sparkasse Aadorf » Aadorf garantiert den Kreditoren der Anstalt für jede » und der Bürgergemeinde Aadorf erteilt ............. . » Einlage und haftet für alle Verbindlichkeiten, welche » Durch die Zustimmung zu diesem Nachlassvertrage » dieselbe eingegangen hat: » soll die Verantwortlichkeitsfrage dem gewesenen Ver- » 1. 1\fit dem Reservefond. » walter, sowie den Verwaltungs- und Kontroll-Organen » 2. }\fit dem gesamten Bürgergemeinde-Vermögen. » t) gegenüber in keiner Weise präjudiziert sein und es ist Die entsprechenden Angaben wurden jeweilen im i} der Gläubigerausschuss ermächtigt, diese eventuellen Handelsregister publiziert. » Verantwortlichkeitsansprüche namens der Bürgerge- B. - Im Sommer 1911 stellte sich heraus, dass infolge t) meinde oder namens der Leih- und Sparkasse nötigen- ungetreuer Geschäftsführung des Verwalters die Passiven » falls auf gerichtlichem Wege geltend zu machen. i} der « Leihkasse I) deren Aktiven bedeutend überstiegen. VerwaItungsratspräsident der {( Leihkasse » war in den Am 2. September 1911 wurde ein von der « Leihkasse » letzten Jahren vor deren Zusammenbruch der Beklagte mit ihren Gläubigern abgeschlossener « Nachlassvertrag » gewesen. gerichtlich bestätigt, welcher u. a. folgende Bestimmun- Nachdem der Regierungsrat des Kantons Thurgau gen enthielt: durch Beschluss vom 22. Juni 1912 ein Einschreiten (! Die Leih- und Sparkasse Aadorf tritt nach Geneh- gegen den Beklagten auf dem Verwaltungswege verwei- » migung dieses Nachlassvertrages in Liquidation gemäss gert hatte, weil er in seiner Stellung als Verwaltungsrats- ;) § 27 ihrer Statuten. Zum Zwecke der Liquidation wird präsident der « Leihkasse » keine öffentlichen Funktionen » durch das absolute Mehr der nach Art. 300 des ausgeübt habe, liess die « Bürgergemeinde Aadorf » den AS 41 m - 1915 der Zivilkammern. N° 34. 169 HI8 Entscheidungen Beklagten zur Velmittlung über ein Schadenersatz- )) sprochen werden muss, ist eine Abtretung von Rechts- begehren im Betrage von 50,000 Fr. vor den Friedens- » ansprüchen an si~ unmöglich; sie kann also nicht kla- richter laden. Nach dem Vermittlungsvorstand erklärte " g~nd infolge Zession au(treten, ja sie kann überhaupt I) meht Prozesspartei sein; die Klage muss so wie sie sie jedoch, ihren Anspruch an die (j Leihkasse » abzu- treten. Hierauf wurde namens der (\ Leih- und Sparkasse » geführt wird, nämlich durch die Leih- und Sparkasse Aadorf in Liquidation» die vorliegende Verantwortlich- )} Aardorf in Liquidation abgewiesen werden. (! Die Klägerschaft macht nun freilich geltend, dass keitsklage ein gereicht, mit dem Antrag auf Verurteilung » der Beklagte ihrem Eintritt in den· Prozess zugestimmt des Beklagten zur Zahlung von 500,000 Fr. nebst 5 % Zins seit 22. Februar 1912. » habe, indem er von der Transaktion Kenntnis gehabt C. - Durch Urteil vom 3. November 1914 hat das )) und dagegen nicht opponiert habe. Es kann dahinge- » stellt bleiben, ob in dem Stillschweigen des Beklagten Obergericht des Kantons Thurgau die Klage aus fol- » eine konkludente Handlung im Sinne einer Zustimmung genden Gründen «angebrachtermassen abgewiesen»: » nach dem Satze (, qlli facet consentire videlllr» zu er- Die (j Leih- und Sparkasse Aadorf» sei l