{"Signatur": "BS_SVG_001", "Spider": "BS_Omni", "Sprache": "de", "Datum": "2018-12-12", "HTML": {"Datei": "BS_Omni/BS_SVG_001_AH-2018-4_2018-12-12.html", "URL": "/cgi-bin/nph-omniscgi.exe?OmnisPlatform=WINDOWS&WebServerUrl=&WebServerScript=/cgi-bin/nph-omniscgi.exe&OmnisLibrary=JURISWEB&OmnisClass=rtFindinfoWebHtmlService&OmnisServer=JURISWEB,7000&Parametername=WEB&Schema=BS_FI_WEB&Source=&Aufruf=getMarkupDocument&cSprache=DE&nF30_KEY=66076&W10_KEY=3230856&nTrefferzeile=35&Template=search_result_document.html", "Checksum": "49affc6950a500fa41c08c6eacd6d3c5"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["AH.2018.4", "SVG.2019.65"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Basel-Stadt Sozialversicherungsgericht 12.12.2018 AH.2018.4 (SVG.2019.65)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Bâle-Ville Sozialversicherungsgericht 12.12.2018 AH.2018.4 (SVG.2019.65)"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Basilea Città Sozialversicherungsgericht 12.12.2018 AH.2018.4 (SVG.2019.65)"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Basel-Stadt Sozialversicherungsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Bâle-Ville Sozialversicherungsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Basilea Città Sozialversicherungsgericht "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Schadenersatzanspruch nach Art. 52 AVHG, Verjährung, Mitverschulden der Ausgleichskasse"}], "ScrapyJob": "446973/46/2147", "Zeit UTC": "11.04.2026 05:12:34", "Checksum": "03e57b27662b4655de04ef945bec2a2f", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Basel-Stadt Sozialversicherungsgericht 12.12.2018 AH.2018.4 (SVG.2019.65)\nRegeste:\nSchadenersatzanspruch nach Art. 52 AVHG, Verjährung, Mitverschulden der Ausgleichskasse\n\n|\n|\nSozialversicherungsgericht\n|\nURTEIL\nvom 12. Dezember 2018\nMitwirkende\nlic. iur. K. Zehnder (Vorsitz), P.\nWaegeli, lic. iur. R. Schnyder\nund\nGerichtsschreiberin Dr. B. Gruber\nParteien\nA____\n[...]\nvertreten durch Dr. B____, [...]\nBeschwerdeführer\nAusgleichskasse C____\n[...]\nBeschwerdegegnerin\nGegenstand\nAH.2018.4\nEinspracheentscheid vom 2. Januar\n2018\nSchadenersatzanspruch nach Art.\n52 AVHG, Verjährung, Mitverschulden der Ausgleichskasse\nTatsachen\nI.\nDer Beschwerdeführer war als Geschäftsführer der D____ GmbH\n(GmbH) tätig. Er beschäftigte seine Mitarbeiter im Stundenlohn.\nMit Schreiben vom 27. Dezember 2012 (Beilage Beschwerde [BB]\n12) setzte die Ausgleichskasse C____ (Ausgleichskasse) die monatlichen\nAkontobeiträge für das Jahr 2013 auf Fr. 5‘555.00 fest bei einer jährlichen\nLohnsumme von Fr. 600‘000.00. Mit Schreiben vom 27. Februar 2013 (BB 15) macht\ndie Ausgleichskasse eine Nachzahlung von Fr. 49‘109.30 für Lohnbeiträge für das\nJahr 2012 geltend. Gleichentags (BB 13) erhöhte die Ausgleichskasse die\nAkontobeiträge per März 2013 auf Fr. 11‘119.15, basierend auf einer jährlichen Lohnsumme\nvon Fr. 1‘009‘575.00. Daraufhin wandte sich der Beschwerdeführer am 7. März\n2013 telefonisch an die Ausgleichskasse (BB 7). Mit Schreiben vom 7. März 2013\n(BB 13) korrigierte die Ausgleichskasse erneut die monatlichen Akontobeiträge\nper März 2013 und setzte diese nun auf Fr. 8‘277.00 bei einer Lohnsumme von Fr.\n800‘000.00 fest. Am 12. März 2013 (BB 16) verfügte die Ausgleichskasse einen\nZahlungsaufschub für die Nachzahlung von Fr. 49‘109.30 (9 Raten à Fr. 4‘345.00\nvon März bis November 2013 und von Fr. 10‘004.30 im Dezember 2013). Der Jahresabrechnung\nfür Lohnbeiträge der Ausgleichskasse für die Abrechnungsperiode 1. Januar bis\n31. Dezember 2013 vom 27. Februar 2014 (BB 11) ist schliesslich eine Lohnsumme\nvon Fr. 1‘336‘424.00 für das Jahr 2013, ein Jahresbeitrag von Fr. 137‘651.65,\nein bereits fakturierter Betrag von Fr. 82‘400.00 und eine Differenz von Fr.\n55‘251.65 zu entnehmen.\nÜber die Firma wurde am [...]. Januar 2015 der Konkurs\neröffnet. Am 4. Oktober 2016 (Beilage Beschwerdeantwort [BBA] 4) teilte das\nKonkursamt der Beschwerdegegnerin die Kollokationsanzeige mit und informierte\nsie, dass keine Dividende ausgerichtet werde. Mit Zirkular vom 4. Oktober 2016\n(BBA 5) beantragt die Konkursverwalterin die Durchführung des Konkurses im\nsummarischen Verfahren. Das Konkursamt stellte der Beschwerdegegnerin am 30.\nNovember 2016 (BB 5) einen Verlustschein infolge Konkurses über den ungedeckt\ngebliebenen Betrag von Fr. 84‘852.40 aus.\nAm 10. August 2017 (BB 7) erliess die Ausgleichskasse eine\nSchadenersatzverfügung in der Höhe von Fr. 84‘852.40. Am 18. August 2017 (BB 9)\nhat der Beschwerdeführer dagegen Einsprache erhoben, die mit\nEinspracheentscheid vom 2. Januar 2018 (BB 10) abgewiesen wurde.\nII.\nMit Beschwerde vom 8. Februar 2018 erhebt der Beschwerdeführer\nBeschwerde beim Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt. Er beantragt die\nAufhebung des Einspracheentscheids vom 2. Januar 2018. Eventualiter sei der\nBetrag des Schadenersatzes um Fr. 64‘373.65 herabzusetzen. Zusätzlich beantragt\ner die unentgeltliche Rechtspflege.\nDie Ausgleichskasse schliesst in ihrer Beschwerdeantwort vom\n24. April 2018 auf Abweisung der Beschwerde.\nMit Replik vom 22. Juni 2018 hält der Beschwerdeführer an\nseinen Rechtsbegehren fest.\nIII.\nIn der Verfügung vom 7. März 2018 bewilligt die\nInstruktionsrichterin den Kostenerlass.\nIV.\nAm 12. Dezember 2018 findet die Urteilsberatung durch die\nKammer des Sozialversicherungsgerichts statt.\nEntscheidungsgründe\n1.\n1.1.\nDas Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt ist\nals einzige kantonale Instanz zuständig zum Entscheid über die vorliegende\nStreitigkeit (§ 82 Abs. 1 des Gesetzes vom 3. Juni 2015 betreffend die\nOrganisation der Gerichte und der Staatsanwaltschaft [Gerichtsorganisationsgesetz],\nGOG; SG 154.100). Die örtliche Zuständigkeit des angerufenen Gerichts ergibt\nsich aus Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den\nAllgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1).\n1.2.\nNach Art. 52 Abs. 5 des Bundesgesetzes über die\nAlters- und Hinterlassenenversicherung vom 20. Dezember 1946 (AHVG; SR 831.10)\nist in Abweichung von Art. 58 Abs. 1 ATSG für Beschwerden betreffend\nSchadenersatzansprüche der Ausgleichskassen das Versicherungsgericht desjenigen\nKantons zuständig, in dem der Arbeitgeber seinen Wohnsitz hat. Nach der\nRechtsprechung ist bei Schadenersatzklagen gegen juristische Personen und deren\nOrgane die Beschwerde dort zu erheben, wo die juristische Person ihren Sitz hat\noder vor dem Konkurs hatte, und zwar ohne Rücksicht auf den Wohnsitz der in Anspruch\ngenommenen Organe (Urteil des Bundesgerichts 9C_725/2009 vom 15. März 2010 mit\nHinweisen). Die GmbH hatte ihren statutarischen Sitz vor dem Konkurs in Basel\n(BB 4), weswegen das Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt örtlich zuständig\nist. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht erhobene Beschwerde ist daher einzutreten.\n2.\n2.1.\nZu prüfen ist, ob die Ausgleichskasse vom Beschwerdeführer als\nGeschäftsführer der GmbH zu Recht Schadenersatz in der Höhe von Fr. 84‘852.40\nfür unbezahlt gebliebene Sozialversicherungsbeiträge einfordert.\n2.2.\nDer Beschwerdeführer macht zunächst geltend, der\nSchadenersatzanspruch sei verjährt. Es könne vorliegend nicht auf die Praxis\nabgestellt werden, wonach die Ausgleichskasse ausreichend Kenntnis vom Schaden\nbesitze, wenn der Kollokationsplan zur Einsicht aufgelegt wird, da die Beschwerdegegnerin\nbereits vor Auflage des Kollokationsplanes Kenntnis vom Schaden hatte bzw.\nhaben musste. Eventualiter macht er geltend, dass die Schadenersatzforderung\nherabzusetzen sei.\n"}