{"Signatur": "BL_EG_001", "Spider": "BL_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2021-03-18", "HTML": {"Datei": "BL_Gerichte/BL_EG_001_650-19-4_2021-03-18.html", "URL": "https://bl.swisslex.ch/api/doc/getAsset?id=4e083bb7-3162-4930-a6ad-d58229393013&lang=de&queryLang=De&source=hitlist-search&transactionId=245050398", "Checksum": "3e78616d09a0963ed42e4b58f83ac113"}, "PDF": {"Datei": "BL_Gerichte/BL_EG_001_650-19-4_2021-03-18.pdf", "URL": "https://bl.swisslex.ch/api/Content/GetFacsimile?facsimileGuid=848c0d0a-0cb8-4da0-9cbe-d79390b4e5a3", "Checksum": "80125db331d730a331c805cce50685d5"}, "Scrapedate": "2026-04-11", "Num": ["650 19 4", "650 2019 4"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Basel-Land Enteignungsgericht 18.03.2021 650 19 4 (650 2019 4)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Bâle-Campagne Enteignungsgericht 18.03.2021 650 19 4 (650 2019 4)"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Basilea Campagna Enteignungsgericht 18.03.2021 650 19 4 (650 2019 4)"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Basel-Land Enteignungsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Bâle-Campagne Enteignungsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Basilea Campagna Enteignungsgericht "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Abteilung Enteignungsgericht"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Kanalisationsanschlussgebühr"}], "ScrapyJob": "446973/44/2337", "Zeit UTC": "11.04.2026 05:20:37", "Checksum": "7d87bb69b5c9a5fb218d67e1a5c5dbb0", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Basel-Land Enteignungsgericht 18.03.2021 650 19 4 (650 2019 4)\nRegeste:\nKanalisationsanschlussgebühr\n\nE. 11). Zu deren Ermittlung stellt das Enteignungsgericht praxisgemäss auf die durchschnittlichen Jahreseinnahmen der letzten vier Jahre ab (vgl. Urteile des EntGer vom\n27. März 2014 [650 06 15] E. 4.7 sowie vom 15. Juni 2017 [650 14 117] E. 2.2.2.2.2). Weil\nauf der Ausgabenseite die Wiederbeschaffungskosten pauschal in vollem Umfang berücksichtigt werden, sind zur Vermeidung einer doppelten Anrechnung – d.h. als Korrekturposten – die effektiv wiedereingebrachten Wiederbeschaffungskosten als Einnahmen zu behandeln (KGE VV vom 17. August 2011 [810 10 432] E. 5.6). Die effektiv wiedereingebrachten Wiederbeschaffungskosten sind von den Aufwendungen für Neuanlagen abzugrenzen und errechnen sich, indem vom Total der Investitionsausgaben die Investitionen in\nNeuanlagen abgezogen werden (vgl. Urteil des BGer 2C_1020/2011 vom 16. November\n2012 E. 5.2; zum Ganzen auch Urteil des EntGer vom 29. Oktober 2020 [650 18 41]\nE. 2.5.2.5).\n\n2.5.3 Würdigung\n\n2.5.3.1 Ausgabentotal\n\n2.5.3.1.1 Wiederbeschaffungskosten\nDer Wiederbeschaffungswert entspricht der Investition, die heute notwendig wäre, um die\nbestehenden Abwasseranlagen in ihrer aktuellen Grösse von Grund auf neu zu erstellen\n(vgl. KGE VV vom 27. Mai 2009 [810 06 120] E. 6.1). Fraglich ist, was zum Abwasserwerk\nals Funktionsganzes gehört und was nicht. Die gewässerschutzrechtlichen Erlasse des\nBundes und des Kantons Basel-Landschaft beantworten nicht, welche Anlageteile zur Ab-\nwasserentsorgungs- bzw. Kanalisationsanlage gehören. Im Interesse eines qualitativ möglichst hochwertigen und verursachergerecht finanzierten Gewässerschutzes ist der Anlagebegriff im Abwasserwesen analog zur für das Wasserversorgungswesen geltenden Regelung nach Art. 2 lit. d der Verordnung des EDI über Trinkwasser sowie Wasser in öffentlich\nzugänglichen Bädern und Duschanlagen (TBDV) vom 16. Dezember 2016 (SR 817.022.11)\nso umfassend wie möglich zu definieren. Neben dem Leitungsnetz umfasst das Kanalisationswerk deshalb alle weiteren Anlageteile, «[…] welche das abzuleitende Wasser vom Moment an durchläuft, in welchem es das Wasserversorgungsnetz verlässt, bis zum Zeitpunkt,\nin welchem es wieder in den natürlichen Wasserkreislauf eintritt.» (KÜRSTEINER, a.a.O.,\nRz. 53; ebenso Urteil des EntGer vom 29. Oktober 2020 [650 18 41] E. 2.5.4.1.1). Neben\nAbwasserreinigungsanlagen sind demnach auch sämtliche anderen Spezialbauwerke zur\n- 31 -\n\nAnlage, verstanden als Funktionsganzes, zu zählen (vgl. dazu KGE VV vom 7. Dezember\n2016 [810 14 246] E. 6.5).\n\n2.5.3.1.1.1 Kanalisationsleitungsnetz\nDer Wiederbeschaffungswert des Kanalisationsnetzes ist durch Multiplikation des mittleren\nLaufmeterpreises von Kanalisationsleitungen mit der Gesamtlänge des kommunalen Kanalisationsnetzes zu berechnen. Der so errechnete Wiederbeschaffungswert ist ausgehend\nvon einer technischen Lebensdauer von 80 Jahren auf den Beurteilungszeitraum von 40\nJahren umzulegen. Relevant sind der Kostenstand und die Netzlänge im Zeitpunkt «null»\n(vgl. Urteil des EntGer vom 15. Juni 2017 [650 14 117] E. 2.2.2.1.1).\n\nDie Beschwerdegegnerin ist mit Präsidialverfügung vom 14. Mai 2019 dazu aufgefordert\nworden, in Metern anzugeben, wie lange das Kanalisationsleitungsnetz per 31. Dezember\n2018 gewesen sei, und allfällige Belege dazu einzureichen (vgl. Dispositivziffer 4 der erwähnten Präsidialverfügung). Nachdem die Beschwerdegegnerin es unterlassen hatte, die\nLänge des Leitungsnetzes in ihrer Stellungnahme vom 12. August 2019 zu beziffern, forderte das Gericht sie mit Präsidialverfügung vom 18. Februar 2020 erneut zur Bezifferung\nder Netzlänge auf. Die Beschwerdegegnerin bezifferte die Netzlänge der Kanalisation hierauf in ihrer Eingabe vom 8. April 2020 einmal mit 33'388 m2 per 22. Dezember 2018, in der\ngleichen Eingabe an anderer Stelle mit 33'581 m3 per 20. Juli 2016 und mit Eingabe vom\n7. Dezember 2020 wiederum mit 34'047 m4 per 1. Januar 2019. Auf der Basis der letztgenannten Längenangabe bezifferte die Beschwerdegegnerin den Wiederbeschaffungswert\nihres Kanalisationsleitungsnetzes zuletzt mit CHF 57'753'274.00 (Beilage Nr. 31 der Beschwerdegegnerin [vgl. Fn. 4]). Die Beschwerdegegnerin geht in ihrer Duplik vom 31. August 2020 von einer Lebensdauer des Leitungsnetzes von 80 Jahren aus (Duplik, Ziff. 12).\nWas den hier massgebenden Prüfungszeitraum von 40 Jahren anbelangt, resultieren aufgrund der Angaben der Beschwerdegegnerin Ausgaben für die Wiederbeschaffung von\n\n2 Bestätigung der Jermann Ingenieure + Geometer AG vom 6. März 2020 (Beilage Nr. 27 der Be-\n\nschwerdegegnerin).\n3 Ausdruck «Wiederbeschaffungs- und Substanzwert» der Jermann Ingenieure + Geometer AG\n\naus dem Programm zur Planung des Unterhalts bzw. Werterhalts kommunaler Infrastrukturanlagen\n«Opdymos» vom 20. Juli 2016 (Beilage Nr. 26 der Beschwerdegegnerin).\n4 Handschriftlich vom Bauverwalter der Beschwerdegegnerin ergänzter Ausdruck «Wiederbeschaf-\n\nfungs- und Substanzwert» der Jermann Ingenieure + Geometer AG aus dem Programm zur Planung des Unterhalts bzw. Werterhalts kommunaler Infrastrukturanlagen «Opdymos» vom 20. Juli\n2016 (s. Fn. 3) datiert vom 23. November 2020 (Beilage Nr. 31 der Beschwerdegegnerin).\n- 32 -\n\n"}