{"Signatur": "BL_EG_001", "Spider": "BL_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2019-08-15", "HTML": {"Datei": "BL_Gerichte/BL_EG_001_650-18-39_2019-08-15.html", "URL": "https://bl.swisslex.ch/api/doc/getAsset?id=d49bee5d-9c1b-4447-b321-3105cc43c18c&lang=de&queryLang=De&source=hitlist-search&transactionId=245050498", "Checksum": "544d71b13dc6874374faf827759c9519"}, "PDF": {"Datei": "BL_Gerichte/BL_EG_001_650-18-39_2019-08-15.pdf", "URL": "https://bl.swisslex.ch/api/Content/GetFacsimile?facsimileGuid=d73bd054-1fb5-4d9d-bb40-268e8642ae2f", "Checksum": "4eed3696885e11c843f9323974f2edf1"}, "Scrapedate": "2026-04-11", "Num": ["650 18 39", "650 2018 39"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Basel-Land Enteignungsgericht 15.08.2019 650 18 39 (650 2018 39)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Bâle-Campagne Enteignungsgericht 15.08.2019 650 18 39 (650 2018 39)"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Basilea Campagna Enteignungsgericht 15.08.2019 650 18 39 (650 2018 39)"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Basel-Land Enteignungsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Bâle-Campagne Enteignungsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Basilea Campagna Enteignungsgericht "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Abteilung Enteignungsgericht"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Strassenbeitrag"}], "ScrapyJob": "446973/44/2337", "Zeit UTC": "11.04.2026 05:04:45", "Checksum": "724d035f7159575b6ba968b7e0d2e812", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Basel-Land Enteignungsgericht 15.08.2019 650 18 39 (650 2018 39)\nRegeste:\nStrassenbeitrag\n\nbäude) in der Erschliessungszone I beitragspflichtig: Unbebaute Grundstücke nach Massgabe der Parzellenfläche und überbaute Grundstücke nach Massgabe des Gebäudeversicherungswerts, und zwar sowohl infolge einer Gebäudeneuschätzung als auch zufolge\neiner Gebäudenachschätzung (Ziffer 4.2 der Vernehmlassung). Mit Blick auf den für eine\nBeitragserhebung vorausgesetzten Sondervorteil führt die Beschwerdegegnerin sinngemäss aus, dass eine nach der reglementarischen Definition entstandene Beitragspflicht in\nihrem Bestand zu schützen sei, wenn sie einem Individuum zurechenbar sei und der beitragsbetroffenen Person ein konkreter wirtschaftlicher Sondervorteil entstehe (Ziffer 4.4\nder Vernehmlassung). Im Falle der Beschwerdeführerin bestehe ein solcher Sondervorteil\ndarin, dass sie als Eigentümerin von Parzelle Nr. 3887 ihr neu erstelltes Gebäude am\nX.____weg 5a unter Inanspruchnahme des Gemeindestrassennetzes besser, rascher und\nsicherer erreichen könne (Ziffer 4.4 Vernehmlassung). Ferner habe das Grundstück\nNr. 3887 dadurch einen Vorteil, dass es durch das ganze kommunale Strassennetz erschlossen werde: Diesen Vorteil habe die Beschwerdeführerin mit dem Neubau ihres\nWohn- und Praxisgebäudes realisiert und damit die Beitragspflicht ausgelöst (Ziffer 4.4\nVernehmlassung). Mit Duplik vom 19. Februar 2019 ergänzte die Beschwerdegegnerin\nihre Begründung hinsichtlich der Abtrennung des heutigen Grundstücks Nr. 3887 von\nParzelle Nr. 580, indem sie ausführte, die erwähnte Aufteilung von Parzelle Nr. 580 lasse\nden Anspruch der Beschwerdegegnerin auf die Erhebung von Strassenbeiträgen nicht\ndahinfallen; schon gar nicht im Netzprinzip.\n\n2.2.3 Wirtschaftlicher Sondervorteil\nDer vorliegend strittige Strassenbeitrag gehört zur Abgabeform der Kausalabgaben, d.h.\nöffentlichen Abgaben, welche entweder in der Form einer Gebühr als Entgelt für eine dem\nPflichtigen individuell zurechenbare staatliche Leistung oder als Ausgleich für einen dem\nPflichtigen vom Gemeinwesen verschafften besonderen Vorteil in der Form eines (Vor-\nteils-)Beitrags erhoben werden (vgl. zum Abgabetatbestand eines Beitrags HÄFELIN/\nMÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Auflage, Zürich/St. Gallen 2016,\nRz. 2758; HÄNER, Kausalabgaben, Eine Einführung, in: Häner/Waldmann [Hrsg.], Kausalabgaben, Bern 2015, S. 2 f.; IMBODEN/RHINOW , Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, 2. Band, 6. Auflage, Basel/Frankfurt a.M. 1986, S. 755; KARLEN, Schweizerisches\nVerwaltungsrecht, Gesamtdarstellung unter Einbezug des europäischen Kontextes, Zürich/Basel/Genf 2018, S. 428; LOCHER, System des schweizerischen Steuerrechts,\n-9-\n\n7. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2016, S. 3; REICH, Steuerrecht, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, § 2, Rz. 14; TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Auflage, Bern 2014, § 57, Rz. 18; W IEDERKEHR, Kausalabgaben,\nBern 2015, S. 9 ff.; WIEDERKEHR/RICHLI, Praxis des allgemeinen Verwaltungsrechts, Eine\nsystematische Analyse der Rechtsprechung, Band II, Bern 2014, Rz. 508; W YSS, Kausalabgaben, Begriff Bemessung Gesetzmässigkeit, Diss. Bern, Basel 2009, S. 7). Im Gegensatz zu Steuern, setzen Kausalabgaben einen persönlichen Verpflichtungsgrund voraus\n(statt vieler LIENHARD/MÄCHLER/ZIELNIEWICZ, Öffentliches Finanzrecht, Bern 2017, S. 42;\nMOSIMANN/VÖLGER W INSKY, Öffentliches Recht, Ein Grundriss für Studium und Praxis,\n3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2017, Rz. 20.9; TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, a.a.O., § 57,\nRz. 18; W IEDERKEHR, a.a.O., S. 9; W YSS, a.a.O., S. 7). Art. 82 Abs. 3 BV verbietet sodann\ndie Erhebung von Benutzungsgebühren für öffentliche Strassen: Für das Erschliessungsabgabewesen bedeutet dies, dass u.a. die Kosten für die Erstellung von öffentlichen\nStrassen nicht über Anschlussgebühren finanziert werden dürfen (dies z.B. im Gegensatz\nzum Kanalisations- und Wasserversorgungswesen).\n\nUnabhängig von der in einem Strassenreglement getroffenen Definition entsteht eine Beitragspflicht folglich nur dann und ist in ihrem Bestand zu schützen, wenn ein dem einzelnen Pflichtigen individuell zurechenbarer, konkreter wirtschaftlicher Sondervorteil entsteht\n(vgl. § 90 Abs. 1 EntG; KGE VV vom 2. November 2011 [810 10 409] E. 3.2; Urteile des\nEnteignungsgerichts vom 19. Dezember 2013 [650 12 167] E. 5.3 und vom 16. November\n2017 [650 16 33] E. 2.5.1; ferner auch Urteil des Bundesgerichts 2P.278/2001 vom\n7. Februar 2002 E. 2.2). Der Rechtsgrund für die Erhebung eines Erschliessungsbeitrags,\nd.h. der «wirtschaftliche Sondervorteil», wird in demjenigen Zeitpunkt gesetzt, in welchem\nder Wert des im Einzelfall beitragsbetroffenen Grundstücks zufolge des beitragsfinanzierten Erschliessungswerks zunimmt (vgl. neben der bisher angeführten Judikatur die herrschende Lehre: BLUMER, Abgaben für Erschliessungsanlagen nach dem Thurgauer Baugesetz, Diss. Zürich 1989, S. 34 f.; BUCHER, S. 10; BUEHRER, Die Vorteilsbeiträge der\nGrundeigentümer an die Kosten öffentlicher Strassen, Kanalisationen und Wasserversorgungsanlagen nach basellandschaftlichem Recht, Diss. Basel 1969, S. 47 f.; BUFFAT, Les\ntaxes liées à la propriété foncière, en particulier dans le canton de Vaud, Diss. Lausanne 1988, Lausanne 1989, S. 248 f.; ELSER, Der Perimeter nach st. gallischem Recht, Se-\nparat-Abdruck aus dem Schweizerischen Zentralblatt für Staats- und Gemeinde-\n- 10 -\n\n"}