{"Signatur": "BL_EG_001", "Spider": "BL_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2015-05-07", "HTML": {"Datei": "BL_Gerichte/BL_EG_001_650-14-94_2015-05-07.html", "URL": "https://bl.swisslex.ch/api/doc/getAsset?id=020bd4be-a3a5-42a7-b73a-941aeb5ccb51&lang=de&queryLang=De&source=hitlist-search&transactionId=245050767", "Checksum": "b035bc15a5ffd3bedc91d2f3d1a22bd1"}, "PDF": {"Datei": "BL_Gerichte/BL_EG_001_650-14-94_2015-05-07.pdf", "URL": "https://bl.swisslex.ch/api/Content/GetFacsimile?facsimileGuid=1696321b-8c43-4eb2-8855-ca485a0524c8", "Checksum": "0a8ae6195ca439e688ef18636f2213ec"}, "Scrapedate": "2026-04-11", "Num": ["650 14 94", "650 2014 94"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Basel-Land Enteignungsgericht 07.05.2015 650 14 94 (650 2014 94)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Bâle-Campagne Enteignungsgericht 07.05.2015 650 14 94 (650 2014 94)"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Basilea Campagna Enteignungsgericht 07.05.2015 650 14 94 (650 2014 94)"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Basel-Land Enteignungsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Bâle-Campagne Enteignungsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Basilea Campagna Enteignungsgericht "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Abteilung Enteignungsgericht"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Strassenbeitrag"}], "ScrapyJob": "446973/44/2337", "Zeit UTC": "11.04.2026 04:17:27", "Checksum": "390102b7c0dbb4cc26500d3f18669721", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Basel-Land Enteignungsgericht 07.05.2015 650 14 94 (650 2014 94)\nRegeste:\nStrassenbeitrag\n\n3.2. § 22 SR unterscheidet für die Ermittlung der Kostenverteilung zwischen Neuanlagen, Korrektionen und Strassenunterhalt. Nach § 22 Abs. 2 SR fallen unter «Neuanlagen»\ndie erstmalige Erstellung von Verkehrsanlagen gemäss Strassennetzplan bzw. Bau- und\nStrassenlinienplan, der Ausbau von vorbestandenen Fahr- und Fusswegen zu Verkehrsanlagen gemäss Strassennetzplan bzw. Bau- und Strassenlinienplan und der erstmalige\nEinbau von Randabschlüssen, Strassenentwässerung, Beleuchtung, Belag usw. an einer\nVerkehrsanlage gemäss Strassennetzplan bzw. Bau- und Strassenlinienplan. Nach § 29\nSR werden die Baukosten im Falle einer Neuanlage einer Erschliessungstrasse im Baugebiet zu 100% den Grundeigentümern überbunden. Dagegen definiert § 22 Abs. 3 SR\nbauliche Änderungen und Korrekturen an bestehenden, nach Bau- und Strassenlinienplan\nerstellten Verkehrsanlagen sowie nachträgliche Ergänzungen, Verbreiterungen und Gestaltungsmassnahmen an Verkehrsanlagen, die einmal als Neuanlagen erstellt worden\nsind, als «Korrektion». Im Falle einer Korrektion trägt die Gemeinde 100% der Kosten.\nGemäss § 22 Abs. 4 SR fallen unter den von der Gemeinde zu tragenden Strassenunterhalt die Instandstellung einer bestehenden Verkehrsanlage in den Zustand des letzten\nAusbaugrades, bauliche Aufwendungen zur Erhaltung der Strassenanlagen (inkl. Belag,\nKunstbauten und technischen Einrichtungen) sowie betriebliche Massnahmen zur Auf-\n-6-\n\nrechterhaltung der Betriebsbereitschaft und Sicherheit der Verkehrsanlagen (inkl. Reinigungen, Winterdienst und Beleuchtung).\n\nGemäss ständiger Rechtsprechung des Enteignungsgerichts sind Gemeindereglemente\nsowie deren Auslegung zu respektieren. Das Gericht kann allenfalls dort eingreifen, wo\neine Gemeinde in Anwendung kommunalen Rechts gegen höherrangiges kantonales oder\neidgenössisches (insbesondere Verfassungsrecht) verstösst (statt vieler: Urteil des Enteignungsgerichts vom 30. August 2012 [650 12 2] E. 4.2; vgl. ULRICH HÄFELIN/GEORG\nMÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich/St. Gallen\n2010, N 418 ff.). Mit anderen Worten sind die erwähnten Bestimmungen des Strassenreglements der Einwohnergemeinde K.____ für das Gericht verbindlich, soweit sie nicht gegen übergeordnetes Recht verstossen.\n\n3.3. Unabhängig von der in einem Strassenreglement getroffenen Definition einer Neuanlage gilt es zu beachten, dass eine Beitragspflicht in jedem Fall nur dann besteht, wenn\nein individueller, dem einzelnen Pflichtigen zurechenbarer, konkreter wirtschaftlicher Sondervorteil entsteht (vgl. § 90 Abs. 1 EntG; Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfas-\nsungs- und Verwaltungsrecht [nachfolgend: KGE VV] vom 2. November 2011\n[810 10 409] E. 3.2; Urteil des Enteignungsgerichts vom 19. Dezember 2013 [650 12 167]\nE. 5.3; ferner auch Urteil des Bundesgerichts 2P.278/2001 vom 7. Februar 2002 E. 2.2\nsowie ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, a.a.O., N 2647). Da es oft schwierig oder gar unmöglich ist, den Wertzuwachs, also den konkreten wirtschaftlichen Sondervorteil, in jedem einzelnen Fall etwa durch eine Liegenschaftsschätzung zu bestimmen,\ndarf auf schematische, der Durchschnittserfahrung entsprechende Massstäbe abgestellt\nwerden (BGE 110 Ia 209 E. 4c; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, a.a.O.,\nRz. 2655). Im Kanton Basel-Landschaft wird davon ausgegangen, dass mit dem Vorhandensein bestimmter baulicher Massnahmen nach allgemein gültigen Erfahrungswerten eine Wertsteigerung von entsprechendem Ausmass einhergeht (vgl. etwa HERMANN BU-\nCHER, Die Vorteile der Grundeigentümer an die Kosten öffentlicher Strassen, Kanalisatio-\n\nnen und Wasserversorgungsanlagen nach Basellandschaftlichem Recht, Basel 1969,\nS. 40). Diejenigen baulichen Massnahmen werden als sondervorteilserbringend qualifiziert, welche es ermöglichen, dass ein Grundstück «rascher, bequemer oder sicherer» erreicht werden kann, und welche die bauliche Nutzungsmöglichkeit des Grundstücks ver-\n-7-\n\nbessern (vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts 2C_775/2013 vom 2. April 2014\nE. 3.3). Sind Grundstücke bereits durch eine vorhandene Strasse erschlossen, bewirkt\nderen Ausbau nur dann eine Wertsteigerung, wenn sich die bestehende Erschliessungssituation der Grundstücke durch die vorgenommenen baulichen Massnahmen wesentlich\nverbessert (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2P.278/2001 vom 7. Februar 2002 E. 2.2; statt\nvieler Urteil des Enteignungsgerichts vom 23. Oktober 2014 [650 14 10 et al.] E. 3.4;\nBERNHARD STAEHELIN, Erschliessungsbeiträge, Basel 1979, S. 137; PETER J. BLUMER,\nAbgaben für Erschliessungsanlagen nach dem Thurgauer Baugesetz, Zürich 1989, S. 33,\n68 f.).\n\n"}