{"Signatur": "BL_EG_001", "Spider": "BL_Gerichte", "Sprache": "de", "Datum": "2021-07-01", "HTML": {"Datei": "BL_Gerichte/BL_EG_001_600-2020-73_2021-07-01.html", "URL": "https://bl.swisslex.ch/api/doc/getAsset?id=2ab42943-f3c3-4c8c-a72c-ccb37a3ddb20&lang=de&queryLang=De&source=hitlist-search&transactionId=245050373", "Checksum": "011ad93109a6d8d4972ba990475fa9e6"}, "PDF": {"Datei": "BL_Gerichte/BL_EG_001_600-2020-73_2021-07-01.pdf", "URL": "https://bl.swisslex.ch/api/Content/GetFacsimile?facsimileGuid=f5ca9d27-f156-467e-a87e-1613623ad8f6", "Checksum": "f901f7ed4f3b201768d5ed5a312f8b0b"}, "Scrapedate": "2026-04-11", "Num": ["600 2020 73", "650 2020 72"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Basel-Land Enteignungsgericht 01.07.2021 600 2020 73 (650 2020 72)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Bâle-Campagne Enteignungsgericht 01.07.2021 600 2020 73 (650 2020 72)"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Basilea Campagna Enteignungsgericht 01.07.2021 600 2020 73 (650 2020 72)"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Basel-Land Enteignungsgericht "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Bâle-Campagne Enteignungsgericht "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Basilea Campagna Enteignungsgericht "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Abteilung Enteignungsgericht"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Strassenbeitrag und Entschädigung aus formeller Enteignung"}], "ScrapyJob": "446973/44/2337", "Zeit UTC": "11.04.2026 03:11:20", "Checksum": "87a777fce6862afb0bff1adefd5219ac", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Basel-Land Enteignungsgericht 01.07.2021 600 2020 73 (650 2020 72)\nRegeste:\nStrassenbeitrag und Entschädigung aus formeller Enteignung\n\nDie Basellandschaftliche Verwaltungsprozessordnung kennt keine Bestimmung, welche\nvorsehen würde, dass die Entscheidfindung des Gerichts auf bestimmte, von den Parteien\ndurch ihre Rügen festzulegenden Punkte beschränkt ist oder dass sich das Gericht auf\nsolche Punkte beschränken dürfte. Damit fehlt es im Gegensatz zur gesetzlichen Verankerung des Grundsatzes der richterlichen Rechtsanwendung von Amtes wegen an einer gesetzlichen Regelung des Rügeprinzips. Entsprechend dem Ausgeführten kommt dem\nGrundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen im erstinstanzlichen Verfahren vor\ndem Enteignungsgericht uneingeschränkte Geltung zu (vgl. Urteil des Enteignungsgerichts\n[EntGer] vom 8. Juni 2009 [650 09 26] E. 3.1). Das Gericht hat somit auch Rechtsfehler im\n-6-\n\nRahmen des Streitgegenstands zu berücksichtigen, welche von den Parteien nicht ausdrücklich gerügt werden (vgl. § 18 Abs. 1 VPO sowie Urteil des EntGer vom 24. Januar\n2005 [650 03 70] E. 6.5).\n\n2. Materielles\n\n2.1 Gesetzliche Grundlage\nArt. 19 Abs. 2 Satz 1 des Bundesgesetzes über die Raumplanung vom 22. Juni 1979\n(Raumplanungsgesetz, RPG, SR 700) statuiert als Grundsatz eine Erschliessungspflicht\ndes Gemeinwesens (vgl. W ALDMANN/HÄNNI, Handkommentar zum Raumplanungsgesetz,\nBern 2006, Art. 19, Rz. 29). Hinsichtlich der Kosten für die Projektierung und den Bau dieser Erschliessungsanlagen macht der Bund den Kantonen im Sinne eines Gesetzgebungsauftrags die Vorgabe, die aus der Erschliessung einen Vorteil ziehenden Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer nach Massgabe des kantonalen Rechts daran zu beteiligen\n(vgl. W ALDMANN/HÄNNI, a.a.O., Art. 19, Rz. 58). Gemäss Art. 19 Abs. 2 Satz 2 RPG regelt\ndas kantonale Recht die Beiträge der Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer an die\nErschliessung ihrer Grundstücke (vgl. Urteile des Bundesgerichts [BGer] 1C_548/2015 vom\n3. August 2016 E. 6.5 und 2C_1131/2014 vom 5. November 2015 E. 2.2.1 f., in: Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBI] 118/2017 S. 331 ff.). Gemäss\n§ 90 Abs. 1 EntG können diejenigen Grundeigentümer oder Baurechtsnehmer, welchen\ndurch ein öffentliches Erschliessungswerk besondere Vorteile erwachsen, zu einer angemessenen Beitragsleistung an das Werk herangezogen werden.\n\nDie Erhebung von Vorteilsbeiträgen setzt das Vorhandensein einer formell-gesetzlichen\nGrundlage voraus (vgl. Art. 127 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101] sowie § 135 der Verfassung des Kantons\nBasel-Landschaft vom 17. Mai 1984 [KV BL, SGS 100]; statt vieler BGE 123 I 248 E. 2\n249). Der Kreis der abgabepflichtigen Personen, der Gegenstand der Abgabe sowie die\nBemessungskriterien der Abgabe sind in einem Gesetz bzw. einem Reglement festzulegen\n(§ 90 Abs. 3 EntG). Der Kanton überträgt die Kompetenz zur Beitragserhebung seinerseits\nden Gemeinden. § 36 des Raumplanungs- und Baugesetzes vom 8. Januar 1998 (RBG,\nSGS 400) sieht vor, dass die Gemeinden Erschliessungsreglemente erlassen, in denen insbesondere die Art und die Funktion der Erschliessungsanlagen sowie deren Finanzierung\n-7-\n\nzu regeln sind. Der (Aus-)Bau und die Korrektion von Gemeindestrassen fallen somit, vorbehältlich besonderer Regelungen, in die Zuständigkeit der Gemeinden (vgl. § 7 Abs. 3 sowie § 32 Abs. 3 des Strassengesetzes vom 24. März 1986 [StrG, SGS 430]).\n\nVon der genannten Kompetenz hat die Beschwerdegegnerin mit dem hier massgebenden\nStrassenreglement der Gemeinde B.____ vom 11. Dezember 1989 (SR) Gebrauch gemacht. Jenes enthält die für die vorliegend angefochtene Beitragserhebung grundlegenden\nBestimmungen. Das Strassenreglement definiert den Kreis der abgabepflichtigen Personen\n(Beitragssubjekt, § 33 Abs. 1), bestimmt den Gegenstand der Abgabe (Beitragsobjekt, § 33\nAbs. 1) und regelt die Bemessung der Strassenbeiträge (§§ 34-36 SR). Das Erfordernis der\nformell-gesetzlichen Grundlage für die strittige Beitragserhebung ist somit erfüllt.\n\nZu prüfen bleibt, ob gegenüber dem Beschwerdeführer bezüglicher der Parzelle Nr. 354\nGB B.____ eine Strassenbeitragspflicht entstanden ist (vgl. E. 2.2.1) und – wenn ja – ob\ndie Beschwerdegegnerin den verfügten Strassenbeitrag richtig bemessen hat (vgl.\nE. 2.2.2).\n\n"}