{"Signatur": "BE_VB_004", "Spider": "BE_Weitere", "Datum": "2022-12-13", "PDF": {"Datei": "BE_Weitere/BE_VB_004_2022-DIJ-3738_2022-12-13.pdf", "URL": "https://www.gba.dij.be.ch/content/dam/gba_dij/dokumente/de/entscheide/Beschwerdeentscheid 2022.DIJ.3738 13.12.2022.pdf", "Checksum": "4d97d47cf884eba7a64bad81a0e4d7e9"}, "Scrapedate": "2025-07-24", "Num": ["2022.DIJ.3738"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter 13.12.2022 2022.DIJ.3738"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorités administratives Direction de l’intérieur et de la justice, Droit du registre foncier 13.12.2022 2022.DIJ.3738"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorités administratives Direction de l’intérieur et de la justice, Droit du registre foncier"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Die ausschliessliche Wohnnutzung gemäss Art. 11b Abs. 1 HG schliesst jede andere Art der Nutzung des Grundstücks aus (E. 4.2). Nach Art. 117 Abs. 2 HRegV ist bei einer im Handelsregister eingetragenen Rechtsdomiziladresse ohne c/o-Adresse davon auszugehen, dass die Gesellschaft dort über ein Lokal verfügt, welches den Mittelpunkt ihrer administrativen Tätigkeit bildet und wo ihr Mitteilungen aller Art zugestellt werden können. Folglich mussten die Beschwerdeführenden zumindest die Post für die X.____SA und die Y.___ SA an ihrer Wohnadresse entgegennehmen, was als geschäftliche Nutzung des Grundstücks zu werten ist (E. 4.3)."}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "L’utilisation exclusive à des fins d’habitation conformément à l’article 11b, alinéa 1 LIMu exclut toute autre forme d’utilisation de l’immeuble (c. 4.2). 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Nach Art. 117 Abs. 2 HRegV ist bei einer im Handelsregister eingetragenen Rechtsdomiziladresse ohne c/o-Adresse davon auszugehen, dass die Gesellschaft dort über ein Lokal verfügt, welches den Mittelpunkt ihrer administrativen Tätigkeit bildet und wo ihr Mitteilungen aller Art zugestellt werden können. Folglich mussten die Beschwerdeführenden zumindest die Post für die X.____SA und die Y.___ SA an ihrer Wohnadresse entgegennehmen, was als geschäftliche Nutzung des Grundstücks zu werten ist (E. 4.3).\n\nDirektion für Inneres und Justiz\n\nMünstergasse 2\n3000 Bern 8\n+41 31 633 76 78 (Telefon)\n+41 31 634 51 54 (Fax)\nInfo.ra.dij@be.ch\nwww.be.ch/ra-dij\n\nUnsere Referenz: 2022.DIJ.3738\n\nBeschwerdeentscheid vom 13. Dezember 2022\n\nHandänderungssteuer: Selbstgenutzes Wohneigentum\n\nDie ausschliessliche Wohnnutzung gemäss Art. 11b Abs. 1 HG schliesst jede andere Art der Nutzung des\nGrundstücks aus (E. 4.2). Nach Art. 117 Abs. 2 HRegV ist bei einer im Handelsregister eingetragenen\nRechtsdomiziladresse ohne c/o-Adresse davon auszugehen, dass die Gesellschaft dort über ein Lokal\nverfügt, welches den Mittelpunkt ihrer administrativen Tätigkeit bildet und wo ihr Mitteilungen aller Art zugestellt werden können. Folglich mussten die Beschwerdeführenden zumindest die Post für die X.____SA\nund die Y.___ SA an ihrer Wohnadresse entgegennehmen, was als geschäftliche Nutzung des Grundstücks zu werten ist (E. 4.3).\n\nImpôt sur les mutations: logement destiné à l’usage personnel\n\nL’utilisation exclusive à des fins d’habitation conformément à l’article 11b, alinéa 1 LIMu exclut toute autre\nforme d’utilisation de l’immeuble (c. 4.2). Selon l’article 117, alinéa 2 ORC, dans le cas d’une adresse de\ndomicile indiquée au registre du commerce sans adresse de domiciliation, on peut partir du principe que la\nsociété dispose à cette adresse d’un local qui constitue le centre de son activité administrative et où des\ncommunications de toute nature peuvent lui être adressées. Par conséquent, les personnes recourantes\ndevaient au moins recevoir le courrier pour X.____SA et Y.___ SA à l’adresse de leur domicile, ce qui doit\nêtre considéré comme un usage professionnel de l’immeuble (c. 4.3).\n\n1\nSachverhalt\n\nA.\nMit Kaufvertrag vom 12. März 2019 erwarben A.___________ und B.___________ das Grundstück\nGbbl. Nr. 100 als Miteigentümer je zu ½. Mit Gesuch vom 12. März 2019 ersuchten sie beim zuständigen\nGrundbuchamt um nachträgliche Steuerbefreiung sowie Stundung der Handänderungssteuer für selbstgenutztes Wohneigentum im Betrag von Fr. 12'240.–. Mit Verfügung vom 17. Oktober 2019 stundete das\nGrundbuchamt die Handänderungssteuer in der beantragten Höhe für die Dauer von drei Jahren ab Datum des Grundstückerwerbs. Für die gestundete Handänderungssteuer wurde ein gesetzliches Grundpfandrecht errichtet und im Grundbuch eingetragen.\n\nB.\nMit Gesuch datiert vom 4. bzw. 6. April 2022 reichten A.___________ und B.___________ dem Grundbuchamt das Formular zum Nachweis des selbstgenutzten Wohneigentums sowie je eine Hauptwohnsitzbestätigung der Einwohnergemeinde C.________ vom 8. bzw. 11. April 2022 ein.\n\nMit Verfügungen vom 27. April 2022 hob das Grundbuchamt die Stundungsverfügung vom 17. Oktober 2019 auf. Gleichzeitig auferlegte das Grundbuchamt A.___________ und B.___________ die gestundete Handänderungssteuer von insgesamt Fr. 12'240.– samt Zins und Gebühr anteilig unter solidarischer Haftung zur Bezahlung.\n\nC.\nGegen die Verfügungen des Grundbuchamts vom 27. April 2022 erheben A.___________ und\nB.___________, beide vertreten durch Rechtsanwältin D._____________, am 24. Mai 2022 Beschwerde\nbei der Direktion für Inneres und Justiz (DIJ). Sie beantragen darin die Aufhebung der angefochtenen\nVerfügungen und die Gewährung der nachträglichen Befreiung von der Handänderungssteuer.\n\nIn seiner Vernehmlassung vom 15. Juni 2022 beantragt das Grundbuchamt die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der Verfügungen vom 27. April 2022.\n\nDie Direktion für Inneres und Justiz zieht in Erwägung:\n\n1.\n1.1 Gemäss Art. 26 Abs. 1 des Gesetzes vom 18. März 1992 betreffend die Handänderungssteuer\n(HG; BSG 215.326.2) richtet sich das Rechtsmittelverfahren nach den Bestimmungen des Gesetzes vom\n23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21). Art. 27 HG enthält für Verfügungen der Grundbuchämter über die nachträgliche Steuerbefreiung keine Rechtspflegebestimmungen. In\nAnwendung von Art. 62 Abs. 1 Bst. a VRPG beurteilt die DIJ Verfügungen der Grundbuchämter. Die DIJ\nist damit für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde gegen die Verfügungen des Grundbuchamts\nvom 27. April 2022 zuständig.\n\n2\n1.2 Grundsätzlich ist zur Beschwerdeführung befugt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an\nderen Aufhebung oder Änderung hat (Art. 65 Abs. 1 VRPG). Die Beschwerdeführenden sind durch die\nangefochtene Verfügung beschwert und daher zur Beschwerdeführung befugt.\n\nAuf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.\n\n2.\nBeim Erwerb eines Grundstücks ist dem Kanton Bern grundsätzlich eine Handänderungssteuer zu entrichten (Art. 1 i.V.m. 4 und 5 HG). Die Steuer wird vom Grundbuchamt aufgrund der Selbstdeklaration\nder steuerpflichtigen Person und der bei der Grundbuchanmeldung eingereichten Ausweise veranlagt\n(Art. 16 und 17 Abs. 1 HG).\n\n"}