{"Signatur": "BE_VB_004", "Spider": "BE_Weitere", "Datum": "2022-10-24", "PDF": {"Datei": "BE_Weitere/BE_VB_004_2021-DIJ-6870_2022-10-24.pdf", "URL": "https://www.gba.dij.be.ch/content/dam/gba_dij/dokumente/de/entscheide/Beschwerdeentscheid 2021.DIJ.6870 24.10.2022.pdf", "Checksum": "5dc3b35e257e7d80174d133af38390aa"}, "Scrapedate": "2025-07-24", "Num": ["2021.DIJ.6870"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter 24.10.2022 2021.DIJ.6870"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorités administratives Direction de l’intérieur et de la justice, Droit du registre foncier 24.10.2022 2021.DIJ.6870"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorités administratives Direction de l’intérieur et de la justice, Droit du registre foncier"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Die Gebührenverordnung sieht keine doppelte Berechnung von Gebühren vor. Vielmehr gehen die im Anhang vorgesehenen Tarife jenen im allgemeinen Teil (Tarif nach Zeitaufwand, Art. 8 GebV) vor. Ansonsten würde der fixe Tarif, welcher im Anhang 4B vorgesehen ist, faktisch zu einer Gebührenobergrenze degradiert werden und nur noch zur Anwendung kommen, wenn die Gebühr nach Zeitaufwand nicht kostengünstiger wäre. Es besteht daher vorliegend kein Anspruch auf eine Gebührenberechnung nach Zeitaufwand (E. 4.2.)."}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "L’ordonnance sur les émoluments (OEmo) ne prévoyant pas de double perception, les tarifs énoncés à l’annexe prévalent sur ceux figurant dans la partie générale (émolument fixé en fonction du temps, art. 8 OEmo). À défaut, le tarif fixe de l’annexe 4B serait réduit à un pur plafond et ne serait plus applicable que si l’émolument fixé en fonction du temps lui était supérieur. 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Es besteht daher vorliegend kein Anspruch auf eine Gebührenberechnung nach Zeitaufwand (E. 4.2.).\n\nDirektion für Inneres und Justiz\n\nMünstergasse 2\n3000 Bern 8\n+41 31 633 76 78 (Telefon)\n+41 31 634 51 54 (Fax)\nInfo.ra.dij@be.ch\nwww.be.ch/ra-dij\n\nUnsere Referenz: 2021.DIJ.6870\n\nBeschwerdeentscheid vom 24. Oktober 2022\n\nGrundbuchgebühren\n\nDie Gebührenverordnung sieht keine doppelte Berechnung von Gebühren vor. Vielmehr gehen die im Anhang vorgesehenen Tarife jenen im allgemeinen Teil (Tarif nach Zeitaufwand, Art. 8 GebV) vor. Ansonsten\nwürde der fixe Tarif, welcher im Anhang 4B vorgesehen ist, faktisch zu einer Gebührenobergrenze degradiert werden und nur noch zur Anwendung kommen, wenn die Gebühr nach Zeitaufwand nicht kostengünstiger wäre. Es besteht daher vorliegend kein Anspruch auf eine Gebührenberechnung nach Zeitaufwand (E. 4.2.).\n\nÉmoluments du registre foncier\n\nL’ordonnance sur les émoluments (OEmo) ne prévoyant pas de double perception, les tarifs énoncés à\nl’annexe prévalent sur ceux figurant dans la partie générale (émolument fixé en fonction du temps, art. 8\nOEmo). À défaut, le tarif fixe de l’annexe 4B serait réduit à un pur plafond et ne serait plus applicable que\nsi l’émolument fixé en fonction du temps lui était supérieur. En l’espèce, il n’existe donc pas de droit à un\ncalcul de l’émolument en fonction du temps (c. 4.2.).\n\nSachverhalt\n\nA.\nMit Grundbuchanmeldung vom 26. April 2021 ersuchte der Notar C.__________ das Grundbuchamt (nachfolgend: Grundbuchamt) um die Zusammenlegung von je fünf Stockwerkeinheiten und um die Bereinigung\nder entsprechenden Grundbuchblätter. Bis dahin war das Grundstück Bern Gbbl. Nr. 47 in zehn Stockwerkeinheiten aufgeteilt, von welchen je fünf im Eigentum von A.______________ und B._____________\nstanden. Das Grundbuchamt schloss die Grundstücke Nrn. 1000, 2000, 3000, 4000, 5000, 6000, 7000,\n1\n8000 und trug die Grundstücke Nrn. 1000-1(im Eigentum von A.______________) und Nrn. 1000-2(im\nEigentum von B._____________) mit je einer Wertquote von 50/100 ein. Mit Verfügung vom 1. September\n2021 stellte das Grundbuchamt für die grundbuchlichen Einschreibungen bzw. Löschungen und die Eintragungsbescheinigung eine Gebühr von Fr. 920.– in Rechnung.\n\nB.\nMit Eingabe vom 29. September 2021 führen A.______________ und B._____________ (nachfolgend:\nBeschwerdeführerinnen), vertreten durch Notar C.__________ bei der Direktion für Inneres und Justiz\n(DIJ) Beschwerde gegen die Verfügung des Grundbuchamtes vom 1. September 2021. Sie beantragen,\nder in Rechnung gestellte Betrag sei dem Äquivalenzprinzip entsprechend nach dem effektiv geleisteten\nArbeitsaufwand zu bemessen.\n\nIn seiner Vernehmlassung vom 10. November 2021 beantragt das Grundbuchamt die Abweisung der Beschwerde.\n\nAuf Aufforderung des instruierenden Rechtsamts der DIJ erläutert das Grundbuchamt mit Eingabe vom\n25. November 2021, wie sich die in Rechnung gestellte Gebühr gemäss Ziff. 2 Anhang 4B der Verordnung\nvom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG\n154.21) zusammensetzt.\n\nAuf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.\n\nDie Direktion für Inneres und Justiz zieht in Erwägung:\n1.\n1.1 Gegen Verfügungen des Grundbuchamtes kann Beschwerde bei der DIJ geführt werden (Art. 956a\nAbs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210] i.V.m. Art. 124 Abs. 1 des Gesetzes vom\n28. Mai 1911 betreffend die Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [EG ZGB; BSG 211.1]).\nAls derartige Verfügung gilt auch die Festsetzung von Grundbuchgebühren durch den Grundbuchverwalter\n(HENRI DESCHENAUX, in Schweizerisches Privatrecht, Bd. V/3.1, 1988, S. 182). Die DIJ ist daher für die\nBeurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Für das Verfahren gelten die Bestimmungen des\nGesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).\n\n1.2 Zur Beschwerde ist befugt, wer durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein\nschutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Änderung hat (Art. 956a Abs. 2 Ziff. 1 ZGB; vgl. auch\nArt. 65 Abs. 1 VPRG). Die Beschwerdeführerinnen sind Eigentümerinnen der Stockwerkeinheiten, die Gegenstand der Grundbuchanmeldung vom 26. April 2021 bilden. Sie sind damit Schuldnerinnen der Grundbuchgebühren und als solche durch die angefochtene Verfügung besonders berührt (vgl. Ziff. 1.2 Anhang\n4B GebV sowie Art. 66 des Gesetztes vom 26. März 2022 über die Steuerung von Finanzen und Leistungen [FLG; BSG 620.0]). Durch die beantragte Änderung der Verfügung vom 1. September 2021 hätten die\nBeschwerdeführerinnen eine tiefere Gebühr zu bezahlen, weshalb sie auch ein schutzwürdiges Interesse\ndaran haben. Demnach ist ihre Beschwerdebefugnis gegeben.\n\n"}