{"Signatur": "BE_VB_004", "Spider": "BE_Weitere", "Datum": "2021-09-09", "PDF": {"Datei": "BE_Weitere/BE_VB_004_2020-DIJ-8048_2021-09-09.pdf", "URL": "https://www.gba.dij.be.ch/content/dam/gba_dij/dokumente/de/entscheide/Beschwerdeentscheid 2020.DIJ.8048 09.09.2021.pdf", "Checksum": "c9a916bfa3126cbdd5b90a44a78091ac"}, "Scrapedate": "2025-07-24", "Num": ["2020.DIJ.8048"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter 09.09.2021 2020.DIJ.8048"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorités administratives Direction de l’intérieur et de la justice, Droit du registre foncier 09.09.2021 2020.DIJ.8048"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorités administratives Direction de l’intérieur et de la justice, Droit du registre foncier"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Die ausschliessliche Wohnnutzung gemäss Art. 11b Abs. 1 HG schliesst jede andere Art der Benutzung der Liegenschaft aus. Entgegen der Vorbringen der Beschwerdeführenden impliziert die Domiziladresse eine – wenn auch nur geringe – Geschäftstätigkeit auf dem strittigen Grundstück. Zudem ist aufgrund von Art. 117 Abs. 2 HRegV bei einer im Handelsregister eingetragenen Rechtsdomiziladresse ohne c/o-Adresse davon auszugehen, dass die Gesellschaft dort über ein Lokal verfügt, welches den Mittelpunkt ihrer administrativen Tätigkeit bildet (wo sich die Büros der Verwaltung befinden) und wo ihr Mitteilungen aller Art zugestellt werden können. Der Gesetzgeber des Kantons Bern wollte nur die ausschliessliche Wohnnutzung steuerlich begünstigen und keine Mischnutzung (E. 3.4. f.)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "L'usage exclusif d'un logement à des fins d'habitation au sens de l'article 11b, alinéa 1 LIMu exclut tout autre type d'utilisation de l'immeuble. Contrairement aux allégations des recourants, l'adresse de domicile implique une activité commerciale – certes de portée mineure – sur l'immeuble litigieux. Par ailleurs, en vertu de l'article 117, alinéa 2 ORC, lorsqu'une adresse de domicile est inscrite au registre du commerce sans adresse de domiciliation, tout porte à croire que la société y dispose d'un local constituant le centre de son activité administrative (ses bureaux) et où des communications de toute nature peuvent lui être adressées. Or, le législateur bernois n'entendait favoriser, sur le plan fiscal, que l'usage exclusif à des fins d'habitation et non une quelconque forme d'usage mixte (c. 3.4. s.)."}], "ScrapyJob": "446973/73/42", "Zeit UTC": "14.11.2025 18:20:17", "Checksum": "356ad77211b4ee815fa72803afb9e6dd", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter 09.09.2021 2020.DIJ.8048\nRegeste:\nDie ausschliessliche Wohnnutzung gemäss Art. 11b Abs. 1 HG schliesst jede andere Art der Benutzung der Liegenschaft aus. Entgegen der Vorbringen der Beschwerdeführenden impliziert die Domiziladresse eine – wenn auch nur geringe – Geschäftstätigkeit auf dem strittigen Grundstück. Zudem ist aufgrund von Art. 117 Abs. 2 HRegV bei einer im Handelsregister eingetragenen Rechtsdomiziladresse ohne c/o-Adresse davon auszugehen, dass die Gesellschaft dort über ein Lokal verfügt, welches den Mittelpunkt ihrer administrativen Tätigkeit bildet (wo sich die Büros der Verwaltung befinden) und wo ihr Mitteilungen aller Art zugestellt werden können. Der Gesetzgeber des Kantons Bern wollte nur die ausschliessliche Wohnnutzung steuerlich begünstigen und keine Mischnutzung (E. 3.4. f.)\n\nDirektion für Inneres und Justiz\n\nMünstergasse 2\n3000 Bern 8\n+41 31 633 76 78 (Telefon)\n+41 31 634 51 54 (Fax)\nInfo.ra.dij@be.ch\nwww.be.ch/ra-dij\n\nUnsere Referenz: 2020.DIJ.8048\n\nBeschwerdeentscheid vom 9. September 2021\n\nHandänderungssteuer: Selbstgenutztes Wohneigentum\n\nDie ausschliessliche Wohnnutzung gemäss Art. 11b Abs. 1 HG schliesst jede andere Art der Benutzung der\nLiegenschaft aus. Entgegen der Vorbringen der Beschwerdeführenden impliziert die Domiziladresse eine –\nwenn auch nur geringe – Geschäftstätigkeit auf dem strittigen Grundstück. Zudem ist aufgrund von Art. 117\nAbs. 2 HRegV bei einer im Handelsregister eingetragenen Rechtsdomiziladresse ohne c/o-Adresse davon\nauszugehen, dass die Gesellschaft dort über ein Lokal verfügt, welches den Mittelpunkt ihrer administrativen\nTätigkeit bildet (wo sich die Büros der Verwaltung befinden) und wo ihr Mitteilungen aller Art zugestellt werden können. Der Gesetzgeber des Kantons Bern wollte nur die ausschliessliche Wohnnutzung steuerlich\nbegünstigen und keine Mischnutzung (E. 3.4. f.)\n\nImpôt sur les mutations: logement destiné à l’usage personnel du ou de la propriétaire\n\nL’usage exclusif d’un logement à des fins d’habitation au sens de l’article 11b, alinéa 1 LIMu exclut tout\nautre type d’utilisation de l’immeuble. Contrairement aux allégations des recourants, l’adresse de domicile\nimplique une activité commerciale – certes de portée mineure – sur l’immeuble litigieux. Par ailleurs, en\nvertu de l’article 117, alinéa 2 ORC, lorsqu’une adresse de domicile est inscrite au registre du commerce\nsans adresse de domiciliation, tout porte à croire que la société y dispose d’un local constituant le centre\nde son activité administrative (ses bureaux) et où des communications de toute nature peuvent lui être\nadressées. Or, le législateur bernois n’entendait favoriser, sur le plan fiscal, que l’usage exclusif à des fins\nd’habitation et non une quelconque forme d’usage mixte (c. 3.4. s.).\n\n1\nSachverhalt\n\nA.\nMit Kaufvertrag vom 9. Mai 2018 erwarben die Eheleute A.______ und B.______ als einfache Gesellschaft\ndas Grundstück E.______ Gbbl. Nr. 1000 zu Gesamteigentum. Zusammen mit der Grundbuchanmeldung\nwurde am 17. Juli 2018 beim Grundbuchamt D.______ (nachfolgend Grundbuchamt) ein Gesuch um nachträgliche Befreiung und Stundung für selbstgenutztes Wohneigentum gestellt. Mit Verfügung vom 25. Oktober 2018 veranlagte das Grundbuchamt die Handänderungssteuer in Höhe von CHF 15'660.00 und stundete die Steuer im Umfang von CHF 14'400.00 für die Dauer von drei Jahren ab Datum des Grundstückerwerbs. Für die gestundete Handänderungssteuer wurde ein gesetzliches Grundpfandrecht errichtet und\nim Grundbuch eingetragen.\n\nB.\nAm 6. Oktober 2020 reichten A.______ und B.______ dem Grundbuchamt das Formular zum Nachweis\ndes selbstgenutzten Wohneigentums sowie je eine Hauptwohnsitzbestätigung der Einwohnergemeinde\nE.______ vom 3. September 2020 ein.\n\nMit Verfügung vom 3. November 2020 wies das Grundbuchamt das Gesuch vom 6. Oktober 2020 um\nnachträgliche Steuerbefreiung ab und hob die Stundungsverfügung vom 25. Oktober 2018 auf. Gleichzeitig erlegte das Grundbuchamt A.______ und B.______ die gestundete Steuer von Fr. 14'400.00 samt Zins\nund Gebühren anteilig und unter solidarischer Haftung zur Zahlung auf. Die Verfügung wurde A.______\nund B.______ je einzeln eröffnet.\n\nC.\nGegen die Verfügung des Grundbuchamts vom 3. November 2020 erheben A.______ und B.______, nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt C.______ am 23. November 2020 (eingegangen am 24. November 2020) Beschwerde bei der Direktion für Inneres und Justiz (DIJ). Die Beschwerdeführenden beantragen sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung des Grundbuchamtes vom 3. November 2020 und die Befreiung von der Handänderungssteuer. Eventualier sei die Verfügung betreffend\nB.______ aufzuheben und sie sei von ihrem Anteil der Handänderungssteuer zu befreien.\n\nMit Eingabe vom 1. Dezember 2020 reichen die Beschwerdeführenden die Erfolgsrechnungen und die\nBilanz der Z.______ GmbH je per 31. Dezember 2019 und per 30. Juni 2020 ein.\n\nIn seiner Vernehmlassung vom 1. Dezember 2020 beantragt das Grundbuchamt die Abweisung der Beschwerde.\n\nAuf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.\n\n2\nDie Direktion für Inneres und Justiz zieht in Erwägung:\n\n"}