{"Signatur": "BE_VB_004", "Spider": "BE_Weitere", "Datum": "2023-03-31", "PDF": {"Datei": "BE_Weitere/BE_VB_004_2020-DIJ-5511_2023-03-31.pdf", "URL": "https://www.gba.dij.be.ch/content/dam/gba_dij/dokumente/de/entscheide/Beschwerdeentscheid 2020.DIJ.5511 31.03.2023.pdf", "Checksum": "4a3715fc721f52bf82581563972843f7"}, "Scrapedate": "2025-07-24", "Num": ["2020.DIJ.5511"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter 31.03.2023 2020.DIJ.5511"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorités administratives Direction de l’intérieur et de la justice, Droit du registre foncier 31.03.2023 2020.DIJ.5511"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorités administratives Direction de l’intérieur et de la justice, Droit du registre foncier"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Für das nachträgliche Steuerbefreiungsverfahren konkretisiert Art. 17a Abs. 1 HStG die Mitwirkungspflicht dahingehend, dass die Erwerberin bzw. der Erwerber den Nachweis der Voraussetzungen zur Steuerbefreiung gemäss Art. 11b HStG dem Grundbuchamt innert Frist unaufgefordert zu erbringen hat. Das Grundbuchamt muss nicht aktiv werden. Verpasst eine gesuchstellende Person die Frist, fällt die Stundung automatisch dahin, selbst wenn die Voraussetzungen gemäss Art. 11b HStG an sich erfüllt wären (E. 4.2)."}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Pour la procédure d’exonération a posteriori de l’impôt sur les mutations, l’article 17a, alinéa 1 LIMu concrétise l’obligation de collaborer de telle manière qu’il incombe à la personne acquéreuse de démontrer spontanément au bureau du registre foncier, dans le délai imparti, qu’elle remplit les conditions prévues à l’article 11b LIMu. Le bureau du registre foncier n’a aucune obligation d’agir. 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Verpasst eine gesuchstellende Person die Frist, fällt die Stundung automatisch dahin, selbst wenn die Voraussetzungen gemäss Art. 11b HStG an sich erfüllt wären (E. 4.2).\n\nDirektion für Inneres und Justiz\n\nMünstergasse 2\n3000 Bern 8\n+41 31 633 76 78 (Telefon)\n+41 31 634 51 54 (Fax)\nInfo.ra.dij@be.ch\nwww.be.ch/ra-dij\n\nUnsere Referenz: 2020.DIJ.5511\n\nBeschwerdeentscheid vom 31. März 2023\n\nHandänderungssteuer: Selbstgenutztes Wohneigentum\n\nFür das nachträgliche Steuerbefreiungsverfahren konkretisiert Art. 17a Abs. 1 HStG die Mitwirkungspflicht dahingehend, dass die Erwerberin bzw. der Erwerber den Nachweis der Voraussetzungen zur\nSteuerbefreiung gemäss Art. 11b HStG dem Grundbuchamt innert Frist unaufgefordert zu erbringen hat.\nDas Grundbuchamt muss nicht aktiv werden. Verpasst eine gesuchstellende Person die Frist, fällt die\nStundung automatisch dahin, selbst wenn die Voraussetzungen gemäss Art. 11b HStG an sich erfüllt wären (E. 4.2).\n\nImpôt sur les mutations: logement destiné à l’usage personnel\n\nPour la procédure d’exonération a posteriori de l’impôt sur les mutations, l’article 17a, alinéa 1 LIMu concrétise l’obligation de collaborer de telle manière qu’il incombe à la personne acquéreuse de démontrer\nspontanément au bureau du registre foncier, dans le délai imparti, qu’elle remplit les conditions prévues\nà l’article 11b LIMu. Le bureau du registre foncier n’a aucune obligation d’agir. Si une personne requérante manque le délai, le sursis devient automatiquement caduc quand bien même les conditions fixées\npar l’article 11b LIMu seraient remplies (c. 4.2).\n\nSachverhalt\n\nA.\nA._________ und B._________ erwarben mit Kaufvertrag vom 19. Juli 2017 (mit Nachtrag vom 31. Juli\n2017) als Miteigentümer je zur Hälfte das Grundstück Gbbl. Nr. 1000. Die Grundbuchanmeldung erfolgte\nam 21. Juli 2017. Zugleich stellten sie ein Gesuch um Stundung der Handänderungssteuer für selbstgenutztes Wohneigentum und nachträgliche Steuerbefreiung.\n\n1\nGestützt auf die eingereichte Selbstdeklaration veranlagte das Grundbuchamt mit Verfügung vom 25. Oktober 2017 die Handänderungssteuer auf Fr. 12'960.– und stundete diese gleichzeitig für die Dauer von\ndrei Jahren ab dem Datum der Grundbuchanmeldung.\n\nB.\nMit zwei Verfügungen vom 11. August 2020 hob das Grundbuchamt die Stundung auf und wies das Gesuch um nachträgliche Steuerbefreiung ab. Zugleich auferlegte es A._________ und B._________ die\ngestundete Handänderungssteuer mit Zins und Gebühren im Gesamtbetrag von Fr. 14'448.– zur Bezahlung.\n\nC.\nGegen die Verfügungen des Grundbuchamtes vom 11. August 2020 erhoben A._________ und\nB._________ am 22. August 2020 Beschwerde bei der Direktion für Inneres und Justiz (DIJ). Sie beantragen, die angefochtenen Verfügungen seien aufzuheben und ihnen sei die nachträgliche Steuerbefreiung\nzu gewähren, eventuell sei die Stundung um 30 Tage zu verlängern. Gleichzeitig reichten sie bei der DIJ\ndas ausgefüllte GB-Formular 2b sowie zwei Hauptwohnsitzbestätigungen der Stadt C.___ vom 14. August\n2020 (GB-Formular 2c) ein.\n\nIn seiner Beschwerdevernehmlassung vom 9. September 2020 beantragt das Grundbuchamt, die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen.\n\nDie Beschwerdeführenden halten in ihrer Stellungnahme vom 2. November 2020 an ihren Anträgen fest.\n\nDie Direktion für Inneres und Justiz zieht in Erwägung:\n\n1.\n1.1 Gemäss Art. 26 Abs. 1 des Gesetzes vom 18. März 1992 betreffend die Handänderungssteuer (HG;\nBSG 215.326.2) richtet sich das Rechtsmittelverfahren nach den Bestimmungen des Gesetzes vom\n23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21). Art. 27 HG enthält für Verfügungen\nder Grundbuchämter über die nachträgliche Steuerbefreiung keine Rechtspflegebestimmungen. In Anwendung von Art. 62 Abs. 1 Bst. a VRPG beurteilt die DIJ Verfügungen der Grundbuchämter. Sie ist damit für\ndie Beurteilung der Beschwerde gegen die angefochtenen Verfügungen des Grundbuchamtes zuständig.\n\n1.2 Zur Beschwerdeführung ist befugt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat, durch\ndie angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung\noder Änderung hat (Art. 65 Abs. 1 VRPG). Die Beschwerdeführenden sind durch die angefochtenen Verfügungen beschwert und daher zur Beschwerdeführung befugt.\n\n2.\nBeim Erwerb eines Grundstücks ist dem Kanton Bern grundsätzlich eine Handänderungssteuer zu entrichten (Art. 1 i.V.m. Art. 4 und Art. 5 HG). Die Steuer wird vom Grundbuchamt aufgrund der Selbstdeklaration\nder steuerpflichtigen Person und der bei der Grundbuchanmeldung eingereichten Ausweise veranlagt\n(Art. 16 und Art. 17 Abs. 1 HG).\n2\nGestützt auf Art. 11a HG kann die Erwerberin oder der Erwerber eines Grundstücks bei der Grundbuchanmeldung ein Gesuch um eine nachträgliche Steuerbefreiung stellen, wenn sie oder er das Grundstück\nals Hauptwohnsitz nutzen will. Erscheint das Gesuch nicht von vornherein aussichtslos, stundet das\nGrundbuchamt die Handänderungssteuer auf den ersten Fr. 800’000.– der Gegenleistung für den Erwerb\ndes Grundstücks für maximal vier Jahre ab Grundstückserwerb (Art. 11a Abs. 2 und Art. 3 HG i.V.m.\nArt. 17 Abs. 2 HG).\n\n"}