{"Signatur": "BE_VB_004", "Spider": "BE_Weitere", "Datum": "2020-12-14", "PDF": {"Datei": "BE_Weitere/BE_VB_004_2019-JGK-8070_2020-12-14.pdf", "URL": "https://www.gba.dij.be.ch/content/dam/gba_dij/dokumente/de/entscheide/Beschwerdeentscheid 2019.JGK.8070 14.12.2020.pdf", "Checksum": "6ae7a234ead4ce0bee9b5de3ee92520b"}, "Scrapedate": "2025-07-24", "Num": ["2019.JGK.8070"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter 14.12.2020 2019.JGK.8070"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorités administratives Direction de l’intérieur et de la justice, Droit du registre foncier 14.12.2020 2019.JGK.8070"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorités administratives Direction de l’intérieur et de la justice, Droit du registre foncier"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Die gestundete Steuer wird nicht erhoben, wenn das Grundstück der Erwerberin oder dem Erwerber als Hauptwohnsitz dient und von dieser oder diesem während mindestens zweier Jahre ununterbrochen, persönlich und ausschliesslich zum Wohnzweck genutzt wird (Art. 11b Abs. 1 HG). 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Dezember 2020\n\nHandänderungssteuer: Selbstgenutztes Wohneigentum\n\nDie gestundete Steuer wird nicht erhoben, wenn das Grundstück der Erwerberin\noder dem Erwerber als Hauptwohnsitz dient und von dieser oder diesem\nwährend mindestens zweier Jahre ununterbrochen, persönlich und\nausschliesslich zum Wohnzweck genutzt wird (Art. 11b Abs. 1 HG). Ist eine\nWohneinheit mit einem Wohnrecht belastet, ist von einem kommerziellen Zweck\nauszugehen und die Liegenschaft dient damit nicht ausschliesslich\nWohnzwecken. (E. 4).\n\nImpôt sur les mutations: logement destiné à l’usage personnel du ou de la\npropriétaire\n\nL’impôt qui a fait l’objet d’un sursis n’est pas perçu lorsque l’immeuble sert de\ndomicile principal à son acquéreur ou à son acquéreuse. Un domicile principal\ndoit être utilisé personnellement par l’acquéreur ou l’acquéreuse pendant au\nmoins deux ans, sans interruption, et exclusivement à des fins d’habitation\n(art. 11b, al. 1 LIMu). Lorsqu’une unité d’habitation est grevée d’un droit\nd’habitation, il est à supposer qu’elle a un but commercial et qu’elle ne sert donc\npas exclusivement à des fins d’habitation. (c. 4).\n\nSachverhalt\n\nA.\nGestützt auf den öffentlich beurkundeten Kaufvertrag vom 17. Juli 2015 erwarben\ndie Eheleute A.______ das Grundstück B.______-Gbbl.-Nr. 1000 als einfache\nGesellschaft zu Gesamteigentum. Am 16. Juli 2015 stellten die Eheleute\nA.______ beim zuständigen Grundbuchamt C.______ (nachfolgend:\nGrundbuchamt) ein Gesuch um nachträgliche Steuerbefreiung sowie Stundung\nder Handänderungssteuer für selbstgenutztes Wohneigentum. Mit Verfügung\nvom 24. August 2015 veranlagte das Grundbuchamt die Handänderungssteuer in\nder Höhe von Fr. 13‘680.– (1.8 % von Fr. 760'000.–) und stundete die Steuer\nantragsgemäss im Umfang von Fr. 11‘337.30 (1.8 % von Fr. 629'850.–\n[Wertquote des selbstgenutzten Teils der Liegenschaft]) für die Dauer von drei\nJahren ab Datum des Grundstückserwerbs. Den Betrag von Fr. 2’342.70 zog das\nGrundbuchamt ein. Für die gestundete Handänderungssteuer wurde ein\ngesetzliches Grundpfandrecht eingerichtet und im Grundbuch eingetragen.\n\nB.\nNach dem Auszug von Frau A.______ aus der gemeinsamen Liegenschaft innert\nder Stundungsfrist passte das Grundbuchamt mit Verfügung vom 17. Januar\n2017 die obgenannte Stundungsverfügung an und erhob bei ihr die Hälfte des\ngestundeten Betrags in der Höhe von Fr. 5’668.65 zuzüglich 3% Zins sowie\nGebühren.\n\nC.\nMit Eingabe vom 25. Oktober 2017 reichte Herr A.______ beim Grundbuchamt\nein Gesuch um nachträgliche Steuerbefreiung mittels GB-Formular 2b und\nbeiliegender Hauptwohnsitzbestätigung ein. Laut der eingereichten Bestätigung\nhat Herr A.______ in der betreffenden Liegenschaft seit dem 18. Juli 2015\nununterbrochen Hauptwohnsitz. Mit Schreiben vom 1. Dezember 2017 wies das\nGrundbuchamt darauf hin, dass zu Lasten der Liegenschaft ein Wohnrecht\nbestehe, an der Adresse weitere Personen gemeldet seien und dass keine\nsachenrechtliche Ausscheidung von Mit- oder Stockwerkeigentum vorgenommen\nworden sei. Gleichzeitig bot das Grundbuchamt Herr A.______ die Möglichkeit,\ndazu innert Frist Stellung zu nehmen. Daraufhin reichte Herr A.______ mit\nSchreiben vom 21. Dezember 2017 die im Jahr 2015 erstellte\nMarktwertermittlung mit Berechnung der Wertquoten der beiden Wohnobjekte in\nder Liegenschaft ein.\n\nD.\nMit Verfügung vom 8. November 2019 hob das Grundbuchamt die\nStundungsverfügung vom 24. August 2015 auf und verpflichtete Herr A.______\nzur Zahlung der Steuer im Betrag von Fr. 5‘668.65 zuzüglich 3% Zins ab Datum\nder Grundbuchanmeldung sowie Gebühren. Gleichzeitig kündigte das\nGrundbuchamt die Löschung des bestehenden Grundpfandrechts auf dem\nbelasteten Grundstück nach Bezahlung der gestundeten Steuer und des Zinses\nan.\n\n2\nC.\nGegen diese Verfügung erhob Herr A.______ am 5. Dezember 2019 bei der\nDirektion für Inneres und Justiz des Kantons Bern (DIJ) Beschwerde. Darin\nbeantragt er, es sei die Verfügung vom 8. November 2019 aufzuheben und es\nsei das Grundbuchamt anzuweisen, ihn im Umfang des ursprünglich gestundeten\nBetrags von Fr. 11‘337.30 von der Steuer zu befreien sowie das bestehende\nGrundpfandrecht zu löschen. Mit Eingabe vom 13. Dezember 2019 verzichtete\ndas Grundbuchamt auf eine inhaltliche Stellungnahme zur Beschwerde.\nAuf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den\nErwägungen eingegangen.\n\nDie Direktion für Inneres und Justiz zieht in Erwägung:\n\n1.\n1.1 Nach Art. 26 Abs. 1 des Gesetzes vom 18. März 1992 betreffend die\nHandänderungssteuer (HG; BSG 215.326.2) richtet sich das\nRechtsmittelverfahren nach den Bestimmungen des Gesetzes vom 23. Mai 1989\nüber die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21). Art. 27 HG enthält für\nVerfügungen der Grundbuchämter über die nachträgliche Steuerbefreiung keine\nRechtspflegebestimmungen. In Anwendung von Art. 62 Abs. 1 Bst. a VRPG\nbeurteilt die DIJ Verfügungen der Grundbuchämter. Die DIJ ist damit für die\nBeurteilung der vorliegenden Beschwerde gegen die angefochtene Verfügung\nvom 8. November 2019 zuständig.\n\n"}