{"Signatur": "BE_VB_004", "Spider": "BE_Weitere", "Datum": "2020-02-20", "PDF": {"Datei": "BE_Weitere/BE_VB_004_2019-JGK-5591_2020-02-20.pdf", "URL": "https://www.gba.dij.be.ch/content/dam/gba_dij/dokumente/de/entscheide/Beschwerdeentscheid 2019.JGK.5591 20.02.2020.pdf", "Checksum": "fcdc57eb24bef114e649d1efb533c021"}, "Scrapedate": "2025-07-24", "Num": ["2019.JGK.5591"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter 20.02.2020 2019.JGK.5591"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorités administratives Direction de l’intérieur et de la justice, Droit du registre foncier 20.02.2020 2019.JGK.5591"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorités administratives Direction de l’intérieur et de la justice, Droit du registre foncier"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Das Einhalten der Frist im Sinne von Art. 17a Abs. 1 HG stellt nebst den in Art. 11a HG erwähnten Voraussetzungen ein weiteres Kriterium für die nachträgliche Steuerbefreiung gemäss Art. 11a HG dar. Es entspricht dem Willen des Gesetzgebers, dass die Erwerberin oder der Erwerber bei zu spät eingereichten Unterlagen nicht in den Genuss der nachträglichen Steuerbefreiung kommt. Überspitzter Formalismus liegt nicht vor."}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Le respect du délai visé à l'article 17a, alinéa 1 LIMu constitue également un critère d'octroi d'une exonération fiscale a posteriori au sens de l'article 11a LIMu, en sus des conditions expressément visées par cette disposition. Le législateur voulait en effet expressément empêcher qu'une personne acquéreuse bénéficie d'une exonération fiscale a posteriori après avoir remis des documents trop tard. Dès lors, on ne saurait y voir un formalisme excessif."}], "ScrapyJob": "446973/73/42", "Zeit UTC": "14.11.2025 18:20:05", "Checksum": "586eed30b34c6f72518aa6b08b2d8008", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter 20.02.2020 2019.JGK.5591\nRegeste:\nDas Einhalten der Frist im Sinne von Art. 17a Abs. 1 HG stellt nebst den in Art. 11a HG erwähnten Voraussetzungen ein weiteres Kriterium für die nachträgliche Steuerbefreiung gemäss Art. 11a HG dar. Es entspricht dem Willen des Gesetzgebers, dass die Erwerberin oder der Erwerber bei zu spät eingereichten Unterlagen nicht in den Genuss der nachträglichen Steuerbefreiung kommt. Überspitzter Formalismus liegt nicht vor.\n\nDirektion für Inneres Direction de l’intérieur\nund Justiz et de la justice\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nMünstergasse 2\nPostfach\n3000 Bern 8\nTelefon 031 633 76 78\nTelefax 031 634 51 54\n\n2019.JGK.5591\n\nBeschw erdeentscheid vom 20. Februar 2020\n\nHandänderungssteuer: Selbstgenutztes Wohneigentum\n\nDas Einhalten der Frist im Sinne von Art. 17a Abs. 1 HG stellt nebst den in\nArt. 11a HG erwähnten Voraussetzungen ein weiteres Kriterium für die nachträgliche Steuerbefreiung gemäss Art. 11a HG dar. Es entspricht dem Willen des\nGesetzgebers, dass die Erwerberin oder der Erwerber bei zu spät eingereichten\nUnterlagen nicht in den Genuss der nachträglichen Steuerbefreiung kommt.\nÜberspitzter Formalismus liegt nicht vor.\n\nImpôt sur les mutations suite à l’acquisition d’un logement destiné à\nl’usage personnel\n\nLe respect du délai visé à l’article 17a, alinéa 1 LIMu constitue également un critère d’octroi d’une exonération fiscale a posteriori au sens de l’article 11a LIMu,\nen sus des conditions expressément visées par cette disposition. Le législateur\nvoulait en effet expressément empêcher qu’une personne acquéreuse bénéficie\nd’une exonération fiscale a posteriori après avoir remis des documents trop tard.\nDès lors, on ne saurait y voir un formalisme excessif.\n\nSachverhalt\n\nA.\nDie Ehegatten A.______ und B.______ kaufen am 16. Juni 2015 die Parzellen\nE.______ Gbbl. Nrn. 1000 (Wohnung, Stockwerkeigentum), 2000 und 3000 (Anteile an Einstellhalle) zu Gesamteigentum als einfache Gesellschaft. Zugleich\nersuchen sie beim Grundbuchamt D.______ (nachfolgend Grundbuchamt) um\nnachträgliche Steuerbefreiung und Stundung für selbstgenutztes Wohneigentum.\nMit Verfügung vom 18. August 2015 wird die Stundung gemäss der Selbstdeklaration der Ehegatten A.______ und B.______ für eine Dauer von vier Jahren ab\ndem Datum des Grundstückserwerbs für den Betrag von Fr. 11’718.– gewährt.\nFür die gestundete Handänderungssteuer wird ein gesetzliches Grundpfandrecht\nerrichtet und im Grundbuch eingetragen.\n\nB.\nMit Schreiben vom 1. April 2019 wendet sich das Grundbuchamt an die Ehegatten A.______ und B.______ und weist sie darauf hin, dass die Frist zur Erbringung des Nachweises, dass alle Voraussetzungen zur Steuerbefreiung vorliegen,\nam 16. Juni 2019 ablaufen werde. Das Grundbuchamt macht die Ehegatten zudem darauf aufmerksam, dass der Nachweis vor Ablauf der Stundungsfrist zu\nerbringen sei. In der Folge haben sich die Ehegatten A.______ und B.______\ninnert Frist nicht vernehmen lassen.\nMit Verfügung vom 10. Juli 2019 hebt das Grundbuchamt die am 18. August\n2015 verfügte Stundung auf. Zugleich verfügt das Grundbuchamt, dass die bisher gestundete Handänderungssteuer von Fr. 11’718.– sowie der Zins und die\nGebühr zu bezahlen seien.\n\nC.\nDie Ehegatten A.______ und B.______ senden mit Schreiben vom 16. Juli 2019\ndas Formular Nr. 2b («Nachweis des selbstgenutzten Wohneigentums im Hinblick auf die beantragte nachträgliche Befreiung von der gestundeten Handänderungssteuer») sowie das Formular Nr. 2c (Hauptwohnsitzbestätigung der Einwohnergemeinde E.______) für beide Ehegatten an das Grundbuchamt sowie an\ndie damalige Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion (JGK; heute: Direktion für\nInneres und Justiz [DIJ]).\nMit Schreiben vom 18. Juli 2019 leitet das Rechtsamt der DIJ das Schreiben der\nEhegatten A.______ und B.______, inklusive Beilagen, an das Grundbuchamt\nweiter, da die Voraussetzungen einer Beschwerde offensichtlich nicht erfüllt sind.\nIn der Folge teilt das Grundbuchamt den Ehegatten mit Schreiben vom 24. Juli\n2019 mit, dass die erforderlichen Unterlagen nicht fristgerecht eingereicht worden\nseien und dass das Grundbuchamt an der Verfügung vom 10. Juli 2019 festhalten müsse.\n\nD.\nMit Eingabe vom 12. August 2019 führen A.______ und B.______ (nachfolgend\nBeschwerdeführende), vertreten durch Rechtsanwalt C.______, Beschwerde bei\nder DIJ mit folgenden Rechtsbegehren:\n\n2\n«1. Die Verfügung vom 10. Juli 2019 sei aufzuheben.\n\n2. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren.\n\n3. A.______ und B.______ seien betreffend die Liegenschaft GB Nr. 1000/ 2000/\n3000 […] von der Handänderungssteuer zu befreien.\n\n4. Das gesetzliche Grundpfandrecht betreffend die Liegenschaft GB Nr. 1000/ 2000/\n3000 sei zu löschen.\n\n5. Eventualiter sei A.______ und B.______ die in der Verfügung vom 10. Juli 2019\nverfügte Steuer im Sinne von Art. 23 HG Bern zu erlassen.\n\n6. Die Steuer sei während des Erlassverfahrens i.S.v. Art. 23 HG zu stunden.\n\nAlles unter Kosten- und Entschädigungsfolge»\n\nDas instruierende Rechtsamt eröffnet mit Verfügung vom 16. August 2019 das\nBeschwerdeverfahren Nr. 2019.JGK.5591 hinsichtlich der Verfügung des\nGrundbuchamtes D.______ vom 10. Juli 2019.\nMit Verfügung vom 26. August 2019 eröffnet das instruierende Rechtsamt das\nVerfahren Nr. 2019.JGK.5787 betreffend Erlass und Stundung von Handänderungssteuern und verfügte einerseits die unpräjudizielle Stundung der Handänderungssteuer inklusive Zins und Gebühr während der Dauer des hängigen Erlassverfahrens. Andererseits sistierte das Rechtsamt das Erlassverfahren bis zum\nrechtskräftigen Entscheid im vorliegenden Beschwerdeverfahren.\n\n"}