{"Signatur": "BE_VB_004", "Spider": "BE_Weitere", "Datum": "2020-06-08", "PDF": {"Datei": "BE_Weitere/BE_VB_004_2019-JGK-5302_2020-06-08.pdf", "URL": "https://www.gba.dij.be.ch/content/dam/gba_dij/dokumente/de/entscheide/Beschwerdeentscheid 2019.JGK.5302 08.06.2020.pdf", "Checksum": "cff28ecc5a90b58140b4a4c9c34a1873"}, "Scrapedate": "2025-07-24", "Num": ["2019.JGK.5302"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter 08.06.2020 2019.JGK.5302"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorités administratives Direction de l’intérieur et de la justice, Droit du registre foncier 08.06.2020 2019.JGK.5302"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorités administratives Direction de l’intérieur et de la justice, Droit du registre foncier"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Der Nachweis, dass alle Voraussetzungen zur Steuerbefreiung nach Art. 11b HG erfüllt sind, ist von der gesuchstellenden Person vor Ablauf der Stundung gegen über dem Grundbuchamt unaufgefordert zu erbringen. 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Die Beweislast für das fristgerechte Einreichen der Unterlagen im Sinne von Art. 17a Abs. 1 HG trägt dabei die gesuchstellende Person (E. 3.4 ff.).\n\nDirektion für Inneres Direction de l’intérieur\nund Justiz et de la justice\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nMünstergasse 2\nPostfach\n3000 Bern 8\nTelefon 031 633 76 78\nTelefax 031 634 51 54\n\n2019.JGK.5302\n\nBeschw erdeentscheid vom 8. Juni 2020\n\nHandänderungssteuer: Selbstgenutztes Wohneigentum\n\nDer Nachweis, dass alle Voraussetzungen zur Steuerbefreiung nach Art. 11b HG\nerfüllt sind, ist von der gesuchstellenden Person vor Ablauf der Stundung gegenüber dem Grundbuchamt unaufgefordert zu erbringen. Die Beweislast für das\nfristgerechte Einreichen der Unterlagen im Sinne von Art. 17a Abs. 1 HG trägt\ndabei die gesuchstellende Person (E. 3.4 ff.).\n\nImpôt sur les mutations: logement destiné à l’usage personnel du ou de la\npropriétaire\n\nLa preuve que toutes les conditions d’une exonération fiscale selon l’article 11b\nLIMU sont réunies doit être apportée spontanément par la personne requérante\nau bureau du registre foncier avant l’expiration du sursis. La personne requérante porte donc le fardeau de la preuve concernant la production de documents\ndans le délai prévu au sens de l’article 17a, alinéa 1 LIMu (c. 3.4 ss).\n\nSachverhalt\n\nA.\nMit öffentlich beurkundetem Kaufvertrag vom 9. Februar 2016 erwirbt A.______\ndas Grundstück B.______ Gbbl. Nr. 1000. Mit Nachtrag vom 30. Juni 2016 zum\nKaufvertrag vom 9. Februar 2016 wird das Grundstück B.______ 1 Gbbl. Nr. 1000\nin zwei Miteigentumsanteile Gbbl. Nrn. 1000-1 und 1000-2 aufgeteilt. Die Grundbuchanmeldung für den Kaufvertrag vom 9. Februar 2016 ist am 27. Juni 2016 und\nfür den Nachtrag zum Kaufvertrag vom 30. Juni 2016 am 18. Juli 2016 erfolgt. In\nihrer Selbstdeklaration der Handänderungssteuer führt A.______ als Bemessungsgrundlage einen Betrag von Fr. 263'333.35 auf und ersucht um nachträgliche\nSteuerbefreiung und Stundung für selbstgenutztes Wohneigentum.\nDas Grundbuchamt C.______, Dienststelle D.______ (nachfolgend: Grundbuchamt) verfügt am 2. August 2016 die Veranlagung der Handänderungssteuer und\ndie gleichzeitige Stundung eines Betrags von Fr. 4'740.– für die Dauer von drei\nJahren ab Datum des Grundstückerwerbs. Für die gestundete Handänderungssteuer ist ein gesetzliches Grundpfandrecht errichtet und im Grundbuch eingetragen worden.\n\nB.\nMit Schreiben vom 1. April 2019 wendet sich das Grundbuchamt an A.______ und\nweist sie darauf hin, dass die Frist zur Erbringung des Nachweises, dass alle Voraussetzungen zur Steuerbefreiung vorliegen, am 27. Juni 2019 ablaufen werde.\nDas Grundbuchamt macht A.______ zudem darauf aufmerksam, dass der Nachweis vor Ablauf der Stundungsfrist zu erbringen sei. In der Folge ist beim Grundbuchamt innert Frist kein Nachweis eingegangen.\n\nMit Verfügung vom 10. Juli 2019 hebt das Grundbuchamt die am 2. August 2016\nverfügte Stundung auf. Zugleich verfügt das Grundbuchamt, dass die bisher gestundete Handänderungssteuer von Fr. 4'740.– sowie der Zins und die Gebühr zu\nbezahlen seien.\n\nC.\nGegen die Verfügung des Grundbuchamtes vom 10. Juli 2019 erhebt A.______\nmit Eingabe vom 21. Juli 2019, eingegangen am 29. Juli 2019, Beschwerde bei\nder Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern (JGK; seit 1. Januar 2020: Direktion für Inneres und Justiz des Kantons Bern [DIJ]). Der Beschwerde legt A.______ mehrere Unterlagen bei, welche die Erfüllung der Voraussetzungen zur Gutheissung ihres Gesuchs um nachträgliche Steuerbefreiung belegen sollen.\nMit Vernehmlassung vom 27. August 2019 beantragt das Grundbuchamt die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen und die angefochtene Verfügung vom 10.\nJuli 2019 sei zu bestätigen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.\n\nA.______ hält in ihrer Eingabe vom 10. Oktober 2019 unter Einreichung zusätzlicher Bemerkungen sowie einer weiteren Kopie ihres Niederlassungsausweises an\nihrer Beschwerde fest.\nAuf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.\n\n2\nDie Direktion für Inneres und Justiz zieht in Erwägung:\n\n1.\n1.1 Nach Art. 26 Abs. 1 des Gesetzes vom 18. März 1992 betreffend die Handänderungssteuer (HG; BSG 215.326.2) richtet sich das Rechtsmittelverfahren\nnach den Bestimmungen des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21). Art. 27 HG enthält für Verfügungen der Grundbuchämter über die nachträgliche Steuerbefreiung keine Rechtspflegebestimmungen. In Anwendung von Art. 62 Abs. 1 Bst. a VRPG beurteilt die DIJ Verfügungen\nder Grundbuchämter. Die DIJ ist damit für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde gegen die Verfügung des Grundbuchamtes vom 10. Juli 2019 zuständig.\n\n1.2 Zur Beschwerdeführung ist befugt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein\nschutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 65 Abs. 1\nVRPG). Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung beschwert\nund daher zur Beschwerdeführung befugt. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist daher einzutreten.\n\n"}