{"Signatur": "BE_VB_004", "Spider": "BE_Weitere", "Datum": "2020-05-14", "PDF": {"Datei": "BE_Weitere/BE_VB_004_2019-JGK-1666_2020-05-14.pdf", "URL": "https://www.gba.dij.be.ch/content/dam/gba_dij/dokumente/de/entscheide/Beschwerdeentscheid 2019.JGK.1666 14.05.2020.pdf", "Checksum": "4eb324f2a4b87cb2756eb2ffbd46ba94"}, "Scrapedate": "2025-07-24", "Num": ["2019.JGK.1666"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter 14.05.2020 2019.JGK.1666"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorités administratives Direction de l’intérieur et de la justice, Droit du registre foncier 14.05.2020 2019.JGK.1666"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorités administratives Direction de l’intérieur et de la justice, Droit du registre foncier"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "a Die gestundete Steuer wird nicht erhoben, wenn das Grundstück der Erwerberin oder dem Erwerber als Hauptwohnsitz dient und von dieser oder diesem während mindestens zweier Jahre ununterbrochen, persönlich und ausschliesslich zu Wohnzwecken genutzt wird (Art. 11b Abs. 1 HG).  <br/>b  Die Vermietung einer Wohneinheit stellt einen kommerziellen Zweck dar, weshalb die Liegenschaft nicht ausschliesslich Wohnzwecken dient. 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(E. 3.2) <br/>c Ob die Voraussetzungen für eine Steuerbefreiung vorliegen, wird nach Ablauf der Stundungsfrist geprüft.(E. 4.2.)\n\nDirektion für Inneres Direction de l'intérieur\nund Justiz et de la justice\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nMünstergasse 2\nPostfach\n3000 Bern 8\nTelefon 031 633 76 78\nTelefax 031 634 51 54\n\n2019.JGK.1666\n\nBeschw erdeentscheid vom 14. Mai 2020\n\nHandänderungssteuer: Selbstgenutztes Wohneigentum\na Die gestundete Steuer wird nicht erhoben, wenn das Grundstück der Erwerberin oder dem Erwerber als Hauptwohnsitz dient und von dieser oder diesem\nwährend mindestens zweier Jahre ununterbrochen, persönlich und ausschliesslich zu Wohnzwecken genutzt wird (Art. 11b Abs. 1 HG).\nb Die Vermietung einer Wohneinheit stellt einen kommerziellen Zweck dar, weshalb die Liegenschaft nicht ausschliesslich Wohnzwecken dient. (E. 3.2)\nc Ob die Voraussetzungen für eine Steuerbefreiung vorliegen, wird nach Ablauf\nder Stundungsfrist geprüft.(E. 4.2.)\n\nImpôt sur les mutations: logement destiné à l’usage personnel du ou de la\npropriétaire\na L’impôt qui a fait l’objet d’un sursis n’est pas perçu lorsque l’immeuble sert de\ndomicile principal à son acquéreur ou à son acquéreuse. Un domicile principal\ndoit être utilisé personnellement par l’acquéreur ou l’acquéreuse pendant au\nmoins deux ans, sans interruption, et exclusivement à des fins d’habitation\n(art. 11b, al. 1 LIMu).\nb La location d’une unité d’habitation est une activité à but commercial, de sorte\nque l’immeuble n’est pas utilisé exclusivement à des fins d’habitation (c. 3.3).\nc La question de savoir si les conditions d’une exonération de l’impôt sont réunies est examinée après l’expiration du sursis (c. 4.2).\n\nSachverhalt\n\nA.\nGestützt auf den öffentlich beurkundeten Kaufvertrag vom 9. Dezember 2014 erwarben A.______ die Parzelle B.______ Gbbl. Nr. 1000 für Fr. 720'000.– je zur\nHälfte zu Miteigentum. Am 7. Januar 2015 meldete Notar C.______ das Geschäft\nbeim Grundbuchamt Seeland (nachfolgend: Grundbuchamt) an. Zugleich ersuchte\ner das Grundbuchamt um nachträgliche Befreiung von der Handänderungssteuer\nund um deren Stundung für selbstgenutztes Wohneigentum. Mit Verfügung vom 9.\nMärz 2015 stundete das Grundbuchamt die Handänderungssteuer gemäss Selbstdeklaration im Betrag von Fr. 12'960.– für die Dauer von 3 Jahren.\n\nB.\nBeim Grundbuchamt gingen am 22. Februar 2018 zwei Formulare zum Nachweis\ndes selbstgenutzten Wohneigentums sowie zwei Hauptwohnsitzbestätigungen\nein. Das Grundbuchamt forderte daraufhin A.______ auf, zur Tatsache, dass an\nihrer Adresse weitere Personen gemeldet sind, Stellung zu nehmen. Mit Eingabe\nvom 28. Februar 2018 teilten A.______ dem Grundbuchamt mit, die dritte Wohnung in der Liegenschaft sei vermietet.\nMit Verfügung vom 1. Februar 2019 hob das Grundbuchamt die Stundungsverfügung auf und forderte von A.______ die Bezahlung der gestundeten Steuer von\nFr. 12'960.– samt Zins und einer Gebühr, insgesamt ausmachend Fr. 14'475.–.\n\nD.\nGegen die Verfügung des Grundbuchamts reichten A.______, vertreten durch\nNotar und Rechtsanwalt C.______, am 1. März 2019 Beschwerde bei der Justiz-,\nGemeinde- und Kirchendirektion (heute: Direktion für Inneres und Justiz [DIJ]) ein,\nmit dem Rechtsbegehren, die Verfügung vom 1. Februar 2019 sei aufzuheben und\ndie Steuer sei ihnen zu erlassen.\nMit Eingabe vom 21. März 2019 verzichtete das Grundbuchamt auf eine Vernehmlassung.\n\nDie Direktion für Inneres und Justiz zieht in Erwägung:\n\n1.\n1.1 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach den Bestimmungen des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21),\nsofern das Gesetz vom 18. März 1992 betreffend die Handänderungssteuer (HG;\nBSG 215.326.2) nicht Abweichendes bestimmt (Art. 26 Abs. 1 HG). Art. 27 HG\nenthält für Verfügungen der Grundbuchämter über die nachträgliche Steuerbefreiung gestützt auf Art. 17a HG keine Bestimmungen. In Anwendung von Art. 62 Abs.\n1 Bst. a VRPG beurteilt die DIJ Verfügungen der Grundbuchämter. Die DIJ ist damit für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.\n\n1.2 Zur Beschwerdeführung ist befugt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist und ein\nschutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 65 Abs. 1\n\n2\nVRPG). Der Beschwerdeführenden sind durch die angefochtene Verfügung beschwert und daher zur Beschwerdeführung befugt. Auf die im Übrigen form- und\nfristgerecht eingereichte Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten.\n\n1.3 Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit die Anpassung der rechtskräftigen Veranlagung der gestundeten Handänderungssteuer vom 9. März 2015\nverlangt wird. Der Streitgegenstand ist im Beschwerdeverfahren auf das Anfechtungsobjekt beschränkt (MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 25 N. 13). Angefochten ist die Verfügung vom 1. Februar\n2019, mit der das Grundbuchamt die Stundungsverfügung aufgehoben und das\nGesuch der Beschwerdeführenden um nachträgliche Steuerbefreiung abgewiesen\nbzw. die Steuer samt Zins und Gebühr bezogen hat. Die Veranlagung der gestundeten Handänderungssteuer kann somit nicht überprüft werden.\n\n"}