{"Signatur": "BE_VB_004", "Spider": "BE_Weitere", "Datum": "2019-06-18", "PDF": {"Datei": "BE_Weitere/BE_VB_004_2018-JGK-1608_2019-06-18.pdf", "URL": "https://www.gba.dij.be.ch/content/dam/gba_dij/dokumente/de/entscheide/Beschwerdeentscheid 2018.JGK.1608 18.06.2019.pdf", "Checksum": "44e6f17cf0d34da1a29aecb510bf5ea5"}, "Scrapedate": "2025-07-24", "Num": ["2018.JGK.1608"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter 18.06.2019 2018.JGK.1608"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorités administratives Direction de l’intérieur et de la justice, Droit du registre foncier 18.06.2019 2018.JGK.1608"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorités administratives Direction de l’intérieur et de la justice, Droit du registre foncier"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Sind die steuerlichen Folgen eines unbestrittenermassen korrekt verurkundeten Rechtsgeschäfts umstritten, stehen nicht Aspekte der notariellen Berufstätigkeit in Frage, die mit der spezifischen Funktion des Notars oder der Notarin als Urkundsperson zusammenhängen. 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Juni 2019\n\nHandänderungssteuer – Beschwerdelegitimation\n\nSind die steuerlichen Folgen eines unbestrittenermassen korrekt verurkundeten Rechtsgeschäfts umstritten, stehen nicht Aspekte der notariellen Berufstätigkeit in Frage, die mit der spezifischen Funktion des Notars oder der\nNotarin als Urkundsperson zusammenhängen. Die Beschwerdebefugnis\nder Notare und Notarinnen ist in solchen Fällen nicht gegeben (E. 2).\n\nImpôt sur les mutations – Qualité pour recourir\n\nLorsque la contestation porte sur les conséquences fiscales d’un acte juridique instrumenté de manière indéniablement correcte, les aspects de l’activité professionnelle liés à la fonction spécifique que le ou la notaire exerce\nen sa qualité de personne appelée à authentifier des actes ne sont pas mis\nen cause. Le ou la notaire n’a donc pas qualité pour recourir dans ce cas\n(c. 2).\n\nSachverhalt\n\nA.\nGestützt auf einen durch Notar A.______ öffentlich beurkundeten Kaufvertrag vom\n20. Juli 2015 erwarben die Ehegatten B.______ und C.______ das Grundstück\nD.______-Gbbl. Nr. 1000 als einfache Gesellschaft zu Gesamteigentum. Mit Datum vom 10. August 2015 stellten B.______ und C.______, vertreten durch Notar\nA.______, beim zuständigen Grundbuchamt (nachfolgend: das Grundbuchamt)\nein Gesuch um nachträgliche Steuerbefreiung sowie Stundung der Handänderungssteuer für selbstgenutztes Wohneigentum. Mit Verfügung vom 25. August\n2015 veranlagte das Grundbuchamt die Handänderungssteuer in der Höhe von Fr.\n1'871.10 und stundete sie in vollem Umfang für die Dauer von drei Jahren ab Datum des Grundstückerwerbs am 11. August 2015. Für die gestundete Handänderungssteuer wurde ein gesetzliches Grundpfandrecht errichtet und im Grundbuch\neingetragen.\n\nB.\nAm 16. März 2017 ersuchte Notar A.______ namens seiner Klientschaft das\nGrundbuchamt, den Eintrag des Sicherungspfandrechts mit «Stundung auf 4\nJahre» zu korrigieren. Es sei festgestellt worden, dass die Handänderungssteuer\nfür den Erwerb des Grundstücks D.______-Gbbl. Nr. 1000 bloss für drei statt für\nvier Jahre gestundet worden sei, obwohl eine Baulandfeststellung für die betreffende Parzelle Teil des Beleges 2818/2015 bildete. Da die Eigentümer nach Beendigung der Bauarbeiten im Mai des laufenden Jahres den Neubau beziehen\nwürden, werde der Nachweis für die Befreiung von der Handänderungssteuer im\nMai 2019 gesetzeskonform erbracht werden.\nMit Schreiben vom 26. April 2017 teilte das Grundbuchamt Notar A.______ mit,\ndas dem Wunsch nach «Korrektur» nicht einfach entsprochen werden könne, da\nauf dem Formular betreffend Gesuch um nachträgliche Steuerbefreiung sowie\nStundung der Handänderungssteuer für selbstgenutztes Wohneigentum (GB-\nFormular 2a) das Feld, wonach das als Hauptwohnsitz dienende Grundstück unüberbaut sei, nicht angekreuzt worden sei. Es wurde den Grundeigentümern empfohlen, vor Ablauf der Frist beim Grundbuchamt ein Gesuch um Fristverlängerung\neinzureichen.\nAm 28. Februar 2018 stellte Notar A.______ beim Grundbuchamt ein Gesuch um\nVerlängerung der Frist für die Einreichung des Wohnsitznachweises bis zum Ablauf der bei Baulandkäufen üblichen Frist von vier Jahren ab Eigentumsübergang,\nsomit bis am 11. August 2019.\nAm 5. März 2018 verfügte das Grundbuchamt, dem Fristerstreckungsgesuch\nwerde nicht entsprochen, hob die Stundungsverfügung vom 25. August 2015 auf\nund auferlegte den Ehegatten B.______ und C.______ die gestundete Handänderungssteuer von Fr. 1'871.10 samt Zins und Gebühren zur Bezahlung.\n\nC.\nGegen die Verfügung des Grundbuchamtes vom 5. März 2018 erhebt Notar\nA.______ mit Datum vom 8. März 2018 Beschwerde bei der Justiz-, Gemeindeund Kirchendirektion des Kantons Bern (JGK) mit dem Antrag, die Veranlagungsverfügung vom 5. März 2018 sei aufzuheben und die Frist für den Nachweis der\n\n2\nSelbstnutzung des Wohneigentums betreffend D.______-Gbbl. Nr. 1000 bis am\n11. August 2019 zu verlängern.\nDas Grundbuchamt beantragt in seiner Beschwerdevernehmlassung vom 19. April\n2018 die vollständige Abweisung der Beschwerde und Bestätigung der angefochtenen Verfügung.\nDer Beschwerdeführer erhielt anschliessend Gelegenheit zur Einreichung von\nSchlussbemerkung, wovon er mit Eingabe vom 3. Mai 2018 Gebrauch machte.\nAuf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.\n\nDie Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion zieht in Erwägung:\n\n1.\nNach Art. 26 Abs. 1 des Gesetzes vom 18. März 1992 betreffend die Handänderungssteuer (HG; BSG 215.326.2) richtet sich das Rechtsmittelverfahren nach den\nBestimmungen des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege\n(VRPG; BSG 155.21). Art. 27 HG enthält für Verfügungen der Grundbuchämter\nüber die nachträgliche Steuerbefreiung keine Rechtspflegebestimmungen. In Anwendung von Art. 62 Abs. 1 Bst. a VRPG beurteilt die JGK Verfügungen der Grundbuchämter. Die JGK ist damit für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde\ngegen die Verfügung des Grundbuchamtes vom 5. März 2018 zuständig.\n\n"}