{"Signatur": "BE_VB_004", "Spider": "BE_Weitere", "Datum": "2019-08-05", "PDF": {"Datei": "BE_Weitere/BE_VB_004_2017-JGK-6696_2019-08-05.pdf", "URL": "https://www.gba.dij.be.ch/content/dam/gba_dij/dokumente/de/entscheide/Beschwerdeentscheid 2017.JGK.6696 05.08.2019.pdf", "Checksum": "a860734e5690c3888d2021ec6918da44"}, "Scrapedate": "2025-07-24", "Num": ["2017.JGK.6696"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter 05.08.2019 2017.JGK.6696"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorités administratives Direction de l’intérieur et de la justice, Droit du registre foncier 05.08.2019 2017.JGK.6696"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorités administratives Direction de l’intérieur et de la justice, Droit du registre foncier"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "a Die Voraussetzungen für die Steuerbefreiung nach Art. 11b HG sind nicht erfüllt, wenn Teile der selbstbewohnten Liegenschaft an Drittpersonen vermietet werden, die nicht zum Haushalt der Erwerberin oder des Erwerbers gehören. Massgebend für die Steuerbefreiung ist nicht die überwiegende, sondern die ausschliessliche Nutzung zu Wohnzwecken durch die Erwerberin oder den Erwerber (Erw. 4). <br/>b die Präponderanzmethode ist zwar unbestrittenermassen ausschlaggebend bei der Beurteilung der Frage, ob eine Liegenschaft dem Privat- oder dem Geschäftsvermögen anzurechnen ist. Eine andere Frage ist indessen, ob eine Liegenschaft auch ausschliesslich der Wohnnutzung dient und damit die Voraussetzungen für die Steuerbefreiung nach Art. 11b HG erfüllt sind (Erw. 5.2)."}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "a Les conditions de l'exonération fiscale au sens de l'article 11b LIMu ne sont pas remplies lorsque l'immeuble servant d'habitation à l'acquéreur ou l'acquéreuse est loué pour partie à des tiers n'appartenant pas à son ménage. L'utilisation exclusive (et non seulement principale) de l'immeuble par l'acquéreur ou l'acquéreuse pour y habiter est un critère décisif en vue de l'exonération (c. 4). <br/>b Il est indiscutable que la méthode de la prépondérance est déterminante pour juger si un immeuble relève de la fortune privée ou de la fortune commerciale. 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Massgebend für die Steuerbefreiung ist nicht die überwiegende, sondern die ausschliessliche Nutzung zu Wohnzwecken durch die Erwerberin oder den Erwerber (Erw. 4). <br/>b die Präponderanzmethode ist zwar unbestrittenermassen ausschlaggebend bei der Beurteilung der Frage, ob eine Liegenschaft dem Privat- oder dem Geschäftsvermögen anzurechnen ist. Eine andere Frage ist indessen, ob eine Liegenschaft auch ausschliesslich der Wohnnutzung dient und damit die Voraussetzungen für die Steuerbefreiung nach Art. 11b HG erfüllt sind (Erw. 5.2).\n\nJustiz-, Gemeinde- Direction de la justice,\nund Kirchendirektion des affaires communales et\ndes Kantons Bern des affaires ecclésiastiques\ndu canton de Berne\n\nMünstergasse 2\nPostfach\n3000 Bern 8\nTelefon 031 633 76 78\nTelefax 031 634 51 54\n\n2017.JGK.6696\n(bisher 33.13-17.95)\n\nBeschw erdeentscheid vom 5. August 2019\n\nHandänderungssteuer: Selbstgenutztes Wohneigentum\n\na Die Voraussetzungen für die Steuerbefreiung nach Art. 11b HG sind nicht\nerfüllt, wenn Teile der selbstbewohnten Liegenschaft an Drittpersonen vermietet\nwerden, die nicht zum Haushalt der Erwerberin oder des Erwerbers gehören.\nMassgebend für die Steuerbefreiung ist nicht die überwiegende, sondern die\nausschliessliche Nutzung zu Wohnzwecken durch die Erwerberin oder den\nErwerber (Erw. 4).\n\nb die Präponderanzmethode ist zwar unbestrittenermassen ausschlaggebend\nbei der Beurteilung der Frage, ob eine Liegenschaft dem Privat- oder dem\nGeschäftsvermögen anzurechnen ist. Eine andere Frage ist indessen, ob eine\nLiegenschaft auch ausschliesslich der Wohnnutzung dient und damit die\nVoraussetzungen für die Steuerbefreiung nach Art. 11b HG erfüllt sind (Erw. 5.2).\n\nImpôt sur les mutations suite à l’acquisition d’un logement destiné à\nl’usage personnel\n\na Les conditions de l’exonération fiscale au sens de l’article 11b LIMu ne\nsont pas remplies lorsque l’immeuble servant d’habitation à l’acquéreur ou\nl’acquéreuse est loué pour partie à des tiers n’appartenant pas à son ménage.\nL’utilisation exclusive (et non seulement principale) de l’immeuble par l’acquéreur\nou l’acquéreuse pour y habiter est un critère décisif en vue de l’exonération (c. 4).\n\nb Il est indiscutable que la méthode de la prépondérance est déterminante\npour juger si un immeuble relève de la fortune privée ou de la fortune commerciale. La question de savoir si un immeuble sert exclusivement au logement – et\nque, partant, les conditions de l’exonération au sens de l’article 11b LIMu sont\nremplies (c. 5.2) – est différente.\n\nSachverhalt\nA.\nDie Ehegatten A. ______ kauften mit öffentlich beurkundetem Vertrag vom\n9. April 2015 das Grundstück D. ______ Gbbl. Nr. 1000 zu Gesamteigentum als\neinfache Gesellschaft mit internen Anteilen zu je ½. Am 20. April 2015 stellten die\nEhegatten A. ______ beim zuständigen Grundbuchamt C. ______ (nachfolgend:\nGrundbuchamt) ein Gesuch um nachträgliche Steuerbefreiung und Stundung der\nHandänderungssteuer für selbstgenutztes Wohneigentum.\nMit Verfügung vom 27. April 2015 veranlagte das Grundbuchamt die\nHandänderungssteuer in der Höhe von Fr. 20'160.– und stundete die Steuer im\nUmfang von Fr. 14‘400.– für eine Dauer von drei Jahren ab dem Datum des\nGrundstückserwerbs. Für die gestundete Handänderungssteuer wurde ein\ngesetzliches Grundpfandrecht errichtet und im Grundbuch eingetragen.\n\nB.\nDie Ehegatten A. ______ bezogen am 18. Mai 2015 mit ihren Kindern ihr Haus\nan der E.______-Strasse 3. Im August 2015 vermieteten sie zwei Zimmer im\nKellergeschoss an eine Drittperson für die Dauer eines Jahres. Nach Ablauf\ndieses Mietverhältnisses bezog eine weitere Person diese Räumlichkeiten.\nMit Eingabe vom 2. Juni 2017 reichten die Ehegatten A. ______ beim\nGrundbuchamt den Nachweis des selbstgenutzten Wohneigentums ein und\nlegten ihm zwei Wohnsitzbestätigungen bei, ausgestellt durch die\nEinwohnergemeinde D. ______. Gemäss diesen haben die Ehegatten A. ______\nam 18. Mai 2015 ihren Wohnsitz in der erworbenen Liegenschaft begründet.\nMit Verfügung vom 18. Juli 2017 hob das Grundbuchamt die\nStundungsverfügung vom 27. April 2015 auf und legte den Ehegatten A. ______\ndie gestundete Handänderungssteuer von Fr. 14‘400.– samt Zins und Gebühren\nzur Bezahlung auf. Zur Begründung wies es darauf hin, dass die Ehegatten A.\n______, ihre Liegenschaft im entscheidenden Zeitraum nicht alleine bewohnt,\nsondern Räumlichkeiten im Keller an Dritte vermietet hätten.\n\nC.\nGegen die Verfügung des Grundbuchamts vom 18. Juli 2017 reichten die\nEhegatten A. ______ am 17. August 2017 Einsprache beim Grundbuchamt ein\nmit den Anträgen, die Verfügung sei aufzuheben, das Gesuch vom 20. April 2015\nsei gutzuheissen, die nachträgliche Steuerbefreiung sei zu verfügen und das\nbestehende Grundpfandrecht sei zu löschen.\nNach einem Meinungsaustausch über die Zuständigkeit gemäss Art. 4 des\nGesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG\n\n2\n155.21) teilte das Grundbuchamt den Ehegatten A. ______ mit Schreiben vom\n24. Oktober 2017 mit, dass es die Sache zuständigkeitshalber an die Justiz-,\nGemeinde- und Kirchendirektion (nachfolgend JGK) zur Behandlung als\nBeschwerde weiterleiten werde. Mit Verfügung vom 24. November 2017 nimmt\ndie JGK die Einsprache als Beschwerde an die Hand.\nIn der Vernehmlassung vom 5. Dezember 2017 beantragt das Grundbuchamt C.\n______ die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge.\nAuf den Schriftenwechsel wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den\nnachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.\n\n"}