{"Signatur": "BE_VB_004", "Spider": "BE_Weitere", "Datum": "2019-08-26", "PDF": {"Datei": "BE_Weitere/BE_VB_004_2017-JGK-4767_2019-08-26.pdf", "URL": "https://www.gba.dij.be.ch/content/dam/gba_dij/dokumente/de/entscheide/Beschwerdeentscheid 2017.JGK.4767 26.08.2019.pdf", "Checksum": "40284c2952c30669aa434305711fa74b"}, "Scrapedate": "2025-07-24", "Num": ["2017.JGK.4767"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter 26.08.2019 2017.JGK.4767"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorités administratives Direction de l’intérieur et de la justice, Droit du registre foncier 26.08.2019 2017.JGK.4767"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Verwaltungsbehörden Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorités administratives Direction de l’intérieur et de la justice, Droit du registre foncier"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Direktion für Inneres und Justiz, Grundbuchämter"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "a Die Verfügung über die Stundung (Art. 11a Abs. 2 und 3 des Gesetzes betreffend die Handänderungssteuern) ist eine Zwischenverfügung. Sie ist anfechtbar, weil sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil i.S.v. Art. 61 Abs. 3 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege bewirken kann. <br/>b Berechnung der zu stundenden Steuer, wenn ein Miteigentumsanteil dazugekauft wird. Die Weisung der Grundbuchämter ist gesetzeskonform, die vorsieht, dass der Freibetrag von 800'000 Franken im Verhältnis des erworbenen Miteigentumsanteils gekürzt wird."}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "a La décision sur le sursis au paiement (art. 11a, al. 2 et 3 de la loi concernant les impôts sur les mutations) est une décision incidente susceptible de recours car elle peut causer un préjudice irréparable au sens de l'article 61, alinéa 3 de la loi sur la procédure et la juridiction administratives. <br/>b Calcul de l'impôt devant faire l'objet d'un sursis lors de l'acquisition d'une part de copropriété supplémentaire. 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Die Weisung der Grundbuchämter ist gesetzeskonform, die vorsieht, dass der Freibetrag von 800'000 Franken im Verhältnis des erworbenen Miteigentumsanteils gekürzt wird.\n\nJustiz-, Gemeinde- Direction de la justice,\nund Kirchendirektion des affaires communales et\ndes Kantons Bern des affaires ecclésiastiques\ndu canton de Berne\n\nMünstergasse 2\nPostfach\n3000 Bern 8\nTelefon 031 633 76 78\nTelefax 031 634 51 54\n\n2017.JGK.4767\n\nBeschw erdeentscheid vom 26. August 2019\n\nHandänderungssteuer: Selbstgenutztes Wohneigentum\n\na Die Verfügung über die Stundung (Art. 11a Abs. 2 und 3 des Gesetzes betreffend die Handänderungssteuern) ist eine Zwischenverfügung. Sie ist anfechtbar, weil sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil i.S.v. Art. 61 Abs. 3\ndes Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege bewirken kann.\nb Berechnung der zu stundenden Steuer, wenn ein Miteigentumsanteil dazugekauft wird. Die Weisung der Grundbuchämter ist gesetzeskonform, die vorsieht, dass der Freibetrag von 800'000 Franken im Verhältnis des erworbenen\nMiteigentumsanteils gekürzt wird.\n\nImpôt sur les mutations: logement destiné à l’usage personnel du ou de la\npropriétaire\n\na La décision sur le sursis au paiement (art. 11a, al. 2 et 3 de la loi concernant\nles impôts sur les mutations) est une décision incidente susceptible de recours\ncar elle peut causer un préjudice irréparable au sens de l’article 61, alinéa 3\nde la loi sur la procédure et la juridiction administratives.\nb Calcul de l’impôt devant faire l’objet d’un sursis lors de l’acquisition d’une part\nde copropriété supplémentaire. L’instruction des bureaux du registre foncier,\nprévoyant que le montant de 800 000 francs sur lequel porte l’exonération est\nréduit proportionnellement à la part de copropriété acquise, est conforme à la\nloi.\nSachverhalt\n\nA.\nMit öffentlich beurkundetem Kaufvertrag vom 10. Dezember 2010 erwarben\nA.______ und C.______ das Grundstück Bern 4 Gbbl.-Nr. 1000 zu Miteigentum.\nDabei erwarb A.______ einen Miteigentumsanteil von 34/100 und C.______ einen\nMiteigentumsanteil von 66/100.\n\nAm 4. November 2016 erwarb A.______ mit öffentlich beurkundetem Vertrag von\nC.______ einen zusätzlichen Miteigentumsanteil von 11/100 und erhöhte damit\nseinen Miteigentumsanteil auf 45/100. Am 16. Februar 2017 meldete die verurkundende Notarin B.______ beim Grundbuchamt die Abänderung der Miteigentumsquoten an und stellte gleichzeitig ein Gesuch um nachträgliche Steuerbefreiung\nund Stundung der Handänderungssteuer für selbstgenutztes Wohneigentum. In\nder Selbstdeklaration der Handänderungssteuern wurde die Handänderungssteuer mit Hinweis auf das Schreiben der Geschäftsleitung der Grundbuchämter\ndes Kantons Bern an den Verband bernischer Notare (VbN) vom 11. Februar 2015\nmit Fr. 0.– angegeben.\nMit Schreiben vom 22. Februar 2017 wies das Grundbuchamt Notarin B.______\ndarauf hin, dass das Geschäft nicht eintragungsfähig sei, da die Formvorschriften\ngemäss Art. 216 des Schweizerischen Obligationenrechts (OR; SR 220) nicht eingehalten seien. Dem Formzwang würden insbesondere sämtliche Abreden über\ndie Höhe des Kaufpreises unterliegen.\nMit Nachtrag vom 12. Mai 2017 wurde der Kaufpreis auf Fr. 225'000.– festgelegt.\nFür die darauf entfallende Handänderungssteuer von Fr. 4'050.– (1,8 % von\n225’000.–) beantragte Notarin B.______ die Stundung.\nDas Grundbuchamt veranlagte die Handänderungssteuer mit Verfügung vom 19.\nJuni 2017 gemäss der abgeänderten Selbstdeklaration auf der Bemessungsgrundlage von Fr. 225'000.– mit Fr. 4'050.– und stundete davon einen Betrag von Fr.\n1'584.– für die Dauer von drei Jahren. Zur Begründung führte das Grundbuchamt\naus, die Stundung bzw. nachträgliche Steuerbefreiung könne beim Zuerwerb eines\nMiteigentumsanteils gemäss Schreiben der Geschäftsleitung der Grundbuchämter\ndes Kantons Bern vom 11. Februar 2015 an den VbN im Rahmen des Zuerwerbs\nproportional bis zu einem Maximalbetrag von Fr. 14'400.– beansprucht werden.\nDer Berechnung der zu stundenden Steuer werde demnach im vorliegenden Fall\nder Betrag von 11/100 von Fr. 800'000.–, ausmachend Fr. 88'000.–, zu Grunde\n\n2\ngelegt. Daraus ergebe sich ein zu stundender Betrag von Fr. 1'584.–. Die sofort zu\nbezahlende Restanz betrage demnach Fr. 2'466.–.\n\nB.\nGegen die Verfügung des Grundbuchamtes vom 19. Juni 2017 erhob A.______,\nvertreten durch Notarin B.______, am 14. Juli 2017 Einsprache beim Grundbuchamt und beantragte, die Stundung sei auf dem ganzen Steuerbetrag von Fr.\n4'050.– zu gewähren. Zur Begründung führte A.______ aus, die Berechnungsgrundlage des Grundbuchamtes führe zu einer Doppelbelastung bzw. Doppelzahlung.\nMit Schreiben vom 9. August 2017 leitete das Grundbuchamt die Eingabe zuständigkeitshalber an die Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion (JGK) weiter und\nsetzte Notarin B.______ darüber in Kenntnis.\nMit Verfügung vom 6. September 2017 stellte das instruierende Rechtsamt der\nJGK fest, dass die JGK für die Beurteilung der Eingabe von A.______ vom 14. Juli\n2017 zuständig sei und dass die Eingabe als Beschwerde behandelt werde.\nIn seiner Vernehmlassung vom 29. September 2017 verzichtete das Grundbuchamt auf einen Antrag.\nZur Vernehmlassung des Grundbuchamtes nahm A.______ keine Stellung.\nAuf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.\n\n"}