{"Signatur": "BE_OG_008", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2016-12-15", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2016-257_2016-12-15.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/BK_2016_257_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7789dffef5c6a8051aa0b9ae3644a3a89908c3168aab3ba6994545eab55e704ee4f2664fc7f8d9fd8a3fb6de73c4765a178?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e7789dffef5c6a8051aa0b9ae3644a3a89908c3168aab3ba6994545eab55e704ee4f2664fc7f8d9fd8a3fb6de73c4765a178&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=BK_2016_257", "Checksum": "4ba84585e64f20ebdbe9ca2802836665"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["BK 2016 257"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 15.12.2016 BK 2016 257"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambre de recours pénale 15.12.2016 BK 2016 257"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambre de recours pénale"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Beschwerdekammer in Strafsachen"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Beschwerdekammer in Strafsachen  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Ersatzforderungsbeschlagnahme, teilweise Aufhebung (Leitentscheid) | Andere Verfügungen StA, Polizei (393-a)"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 07:53:10", "Checksum": "aa92be116e865bcf145825bc9424e593", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 15.12.2016 BK 2016 257\nRegeste:\nErsatzforderungsbeschlagnahme, teilweise Aufhebung (Leitentscheid) | Andere Verfügungen StA, Polizei (393-a)\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nBeschwerdekammer in Chambre de recours pénale\nStrafsachen\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nBeschluss\n3001 Bern BK 16 257\nTelefon +41 31 635 48 09\nFax +41 31 635 48 15\nobergericht-straf.bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 15. Dezember 2016\n\nBesetzung Oberrichter Trenkel (Präsident i.V.), Oberrichter Stucki, Oberrichter Studiger\nGerichtsschreiberin Beldi\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\na.v.d. Fürsprecher B.________\nBeschuldigter/Beschwerdeführer\n\nC.________ AG\nv.d. Rechtsanwalt D.________\nStraf- und Zivilklägerin\n\nPersonalvorsorgestiftung der E.________, handelnd durch den\nStiftungsrat\nv.d. Rechtsanwalt D.________\nStraf- und Zivilklägerin\n\nGegenstand teilweise Aufhebung der Beschlagnahme\nStrafverfahren wegen Betrugs, ungetreuer Geschäftsbesorgung\nresp. Gehilfenschaft dazu\n\nBeschwerde gegen die Verfügung der Kantonalen Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte vom 9. Juni 2016 (W 10 113)\nRegeste:\nArt. 71 Abs. 3 StGB, Art. 268 Abs. 2 und 3 StPO, Art. 12 BV; Ersatzforderungsbeschlagnahme, Freigabe von Vermögenswerten zur Deckung des Lebensunterhalts und zur Bedienung der Hypothekarverpflichtungen (Praxisänderung)\nIn Änderung der bisherigen Praxis finden die Grundsätze der Kostendeckungsbeschlagnahme bei Ersatzforderungsbeschlagnahmen keine Anwendung. Indessen kann sich auch\nder von einer Ersatzforderungsbeschlagnahme Betroffene auf den verfassungsrechtlich\ngarantierten Anspruch auf Existenzsicherung berufen. Dieser ist anhand der Grundsätze\nzum betreibungsrechtlichen Existenzminimum zu konkretisieren (E. 4.3 und 5).\n\nErwägungen:\n\n1. Gegen A.________ ist ein Strafverfahren wegen Betrugs, ungetreuer Geschäftsbesorgung resp. Gehilfenschaft dazu hängig. Im Rahmen der Strafuntersuchung wurden diverse Vermögenswerte beschlagnahmt. Am 30. November 2015 reichte\nA.________ ein Gesuch um teilweise Aufhebung der Beschlagnahme und Freigabe\nvon CHF 50‘000.00 ein. Dieses wies die Staatsanwaltschaft am 9. Juni 2016 ab,\nwogegen A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer), amtlich verteidigt durch\nFürsprecher B.________, am 23. Juni 2016 Beschwerde bei der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Bern einreichte und die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Freigabe von CHF 50‘000.00 zur Deckung\ndes Grundbedarfs und zur Bezahlung der Hypothekarzinsen beantragte. Die Generalstaatsanwaltschaft betraute am 30. Juni 2016 Staatsanwalt F.________ mit der\nWahrnehmung der staatsanwaltschaftlichen Aufgaben im Beschwerdeverfahren.\nDieser beantragte in seiner Stellungnahme vom 20. Juli 2016 die kostenpflichtige\nAbweisung der Beschwerde. Die Privatklägerschaft, vertreten durch Rechtsanwalt\nD.________, schloss sich diesem Antrag am 10. August 2016 an. Der Beschwerdeführer replizierte am 5. September 2016 und hielt an seinen Rechtsbegehren\nfest.\nWährend Hängigkeit des Beschwerdeverfahrens erhob die Staatsanwaltschaft\nbeim Kantonalen Wirtschaftsstrafgericht des Kantons Bern Anklage gegen den Beschwerdeführer und eine weitere beschuldigte Person (Anklageerhebung: 25. Juli\n2016).\n\n2. Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft kann bei\nder Beschwerdekammer in Strafsachen innert 10 Tagen schriftlich und begründet\nBeschwerde geführt werden (Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 der\nSchweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312], Art. 35 des Gesetzes über\ndie Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG\n161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR\nOG; BSG 162.11]). Der Beschwerdeführer ist durch die verweigerte Freigabe unmittelbar in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristgerechte\nBeschwerde ist einzutreten.\n\n"}