{"Signatur": "BE_OG_008", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2016-12-22", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2016-222_2016-12-22.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/BK_2016_222_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778615e8a1f0f10c9d4ab575091a21a4bb92ccb7a2409f4ca4929e91a86639cbf1ed70fe3a871721c699261a3ea335a79ea?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778615e8a1f0f10c9d4ab575091a21a4bb92ccb7a2409f4ca4929e91a86639cbf1ed70fe3a871721c699261a3ea335a79ea&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=BK_2016_222", "Checksum": "a666869ca060d589739d5b1e9a7ac081"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["BK 2016 222"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 22.12.2016 BK 2016 222"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambre de recours pénale 22.12.2016 BK 2016 222"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambre de recours pénale"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Beschwerdekammer in Strafsachen"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Beschwerdekammer in Strafsachen  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Nachträglicher Entscheid, stationäre therapeutische Massnahme nach Art. 59 StGB (Leitentscheid) | Straf- und Massnahmenvollzug"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 07:52:08", "Checksum": "827be96f00028fb19e4f0add88743b6e", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 22.12.2016 BK 2016 222\nRegeste:\nNachträglicher Entscheid, stationäre therapeutische Massnahme nach Art. 59 StGB (Leitentscheid) | Straf- und Massnahmenvollzug\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nBeschwerdekammer in Chambre de recours pénale\nStrafsachen\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nBeschluss\n3001 Bern BK 16 222\nTelefon +41 31 635 48 09\nFax +41 31 635 48 15\nobergericht-straf.bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 22. Dezember 2016\n\nBesetzung Oberrichter Trenkel (Präsident i.V.), Oberrichter Kiener, Oberrichter Aebi\nGerichtsschreiberin Kurt\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\na.v.d. Rechtsanwalt B.________\nVerurteilter/Beschwerdeführer\n\nGeneralstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstrasse 10, Postfach 6250, 3001 Bern\nBeschwerdegegnerin\n\nGegenstand nachträglicher Entscheid (stationäre therapeutische Massnahme\nnach Art. 59 StGB) - 2. Neubeurteilung\n\nStrafverfahren wegen sexuellen Handlungen mit Kindern, sexueller Nötigung, sexueller Belästigung und Pornographie\n\nNeubeurteilung des Beschlusses der Beschwerdekammer in\nStrafsachen des Obergerichts des Kantons Bern vom 15. März\n2016 (BK 15 284)\nRegeste:\nArt. 69 Abs. 3 Bst. c StPO; Nicht-Öffentlichkeit des Beschwerdeverfahrens\nBeschwerdeverfahren sind auch dann nicht öffentlich, wenn gestützt auf Art. 390 Abs. 5\nStPO – entgegen dem Grundsatz von Art. 397 Abs. 1 StPO – ausnahmsweise eine mündliche Verhandlung durchgeführt wird. Aus Art. 6 EMRK ergibt sich für das vorliegende Verfahren (Verlängerung einer stationären therapeutische Massnahme nach Art. 59 StGB)\nebenfalls kein Anspruch auf eine öffentliche Verhandlung (E. II. 5 und 8).\nErwägungen:\n\nI. Prozessgeschichte\n\n1. Mit Urteil der 2. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern vom 11. März\n2008 wurde der Beschwerdeführer wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit\nKindern, mehrfacher sexueller Nötigung, mehrfacher sexueller Belästigung sowie\nPornografie zu einer Freiheitsstrafe von 35 Monaten verurteilt. Es wurde eine therapeutische Behandlung im Sinne von Art. 59 StGB unter Aufschub der Freiheitsstrafe angeordnet. Am 25. Juni 2014 verlängerte das Regionalgericht Bern-\nMittelland die stationäre therapeutische Massnahme ein zweites Mal um drei Jahre.\nDagegen führte der Beschwerdeführer am 2. Juli 2014 Beschwerde. Am 30. September 2014 wies die Beschwerdekammer des Obergerichts des Kantons Bern\n(nachfolgend: Beschwerdekammer) die Beschwerde kostenfällig ab (BK 14 227).\nGegen diesen Entscheid reichte der Beschwerdeführer am 21. Oktober 2014 Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht ein. Das Bundesgericht hiess mit Urteil vom 3. September 2015 (BGE 141 IV 396) die Beschwerde gut, soweit es darauf eintrat. Das Bundesgericht entschied einerseits die Grundsatzfrage des zulässigen Rechtsmittels gegen selbstständige nachträgliche Entscheide (E. 3 und 4)\nund hob andererseits den Beschluss der Beschwerdekammer vom 30. September\n2014 infolge Verletzung des rechtlichen Gehörs auf (E. 5 [nicht publiziert]). Das\nBundesgericht erwog, selbstständige nachträgliche Entscheide ergingen in Form\neines Beschlusses (vgl. Art. 80 Abs. 1 StPO) und fielen in der Terminologie von\nArt. 384 StPO unter dessen Bst. b «andere Entscheide», was zur Konsequenz habe, dass für die Rechtsmittelfrist von zehn Tagen gemäss Art. 396 Abs. 1 StPO die\nZustellung des begründeten Entscheids massgebend sei. Die Beschwerdekammer\nhabe deshalb im Verfahren BK 14 227 zu Unrecht die mündliche Eröffnung des\nEntscheids vom 25. Juni 2014 als fristauslösend betrachtet (Art. 396 Abs. 1 i.V.m.\nArt. 365 Abs. 2 zweiter Satz StPO) und hätte die Beschwerdeergänzung vom\n14. Juli 2014 zu den Akten nehmen müssen. Das Bundesgericht wies die Beschwerdekammer an, unter Berücksichtigung der Eingabe vom 14. Juli 2014 neu\nzu entscheiden. Mit Beschluss BK 15 284 vom 15. März 2016 wies die Beschwerdekammer die Beschwerde erneut ab. Ein Antrag des Beschwerdeführers auf\nDurchführung einer Verhandlung unter Beizug des Gutachters wurde vorgängig\nebenfalls abgewiesen. Das Bundesgericht hiess die gegen den Beschluss vom\n15. März 2016 eingereichte Beschwerde am 26. Mai 2016 gut (Urteil des Bundesgerichts 6B_320/2016) und führte aus, die Beschwerdekammer hätte aufgrund der\nEingriffsintensität des Entscheids für den Beschwerdeführer und der Art der zu beurtei-\n\n2\nlenden Fragen eine mündliche Verhandlung unter Beizug des Gutachters durchführen\nmüssen.\n\n"}