{"Signatur": "BE_OG_008", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2015-12-22", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2015-349_2015-12-22.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/BK_2015_349_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778cfff37ac1f925b4c3a82c3cbc32e034d5bbb8c0ad5d6670229891a81f5f17aa2515c581724d439d02923e3554c28e2a4?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778cfff37ac1f925b4c3a82c3cbc32e034d5bbb8c0ad5d6670229891a81f5f17aa2515c581724d439d02923e3554c28e2a4&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=BK_2015_349", "Checksum": "b2737ca82559233c89b87fd9470ff3b0"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["BK 2015 349"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 22.12.2015 BK 2015 349"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambre de recours pénale 22.12.2015 BK 2015 349"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambre de recours pénale"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Beschwerdekammer in Strafsachen"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Beschwerdekammer in Strafsachen  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Ermächtigung zur Aussage bei Amtsgeheimnisträgerin (Leitentscheid) | Andere Verfügungen StA, Polizei (393-a)"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 08:23:17", "Checksum": "8b1fdfb401313b09ab0ff028a2dfbbd5", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 22.12.2015 BK 2015 349\nRegeste:\nErmächtigung zur Aussage bei Amtsgeheimnisträgerin (Leitentscheid) | Andere Verfügungen StA, Polizei (393-a)\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nStrafabteilung Section pénale\nBeschwerdekammer in Chambre de recours pénale\nStrafsachen\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach 7475\nBeschluss\n3001 Bern BK 15 349 BOJ\nTelefon 031 635 48 09\nFax 031 635 48 15\nObergericht-Straf.Bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 22. Dezember 2015\n\nBesetzung\nOberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichter Trenkel, Oberrichter Stucki\nGerichtsschreiberin Bohren\n\nVerfahrensbeteiligte\nA.________\na.v.d. Rechtsanwalt B.________\nBeschuldigter\n\nC.________\na.v.d. Rechtsanwalt D.________\nStraf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer\n\nGegenstand\nsexuelle Nötigung / Absetzung Einvernahme / Abschluss der Untersuchung\n\nBeschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-\nOberaargau vom 19. Oktober 2015 (EO 13 10156)\nRegeste\nDie Staatsanwaltschaft hat die Aussagen einer Pfarrerin als aufklärungsrelevant erachtet\nund infolgedessen eine delegierte Einvernahme dieser Zeugin angeordnet. Sie wäre daher\nauch gehalten gewesen – wenn die betroffene Zeugin es unterlässt –, bei der vorgesetzten\nBehörde für die Pfarrerin um eine Ermächtigung zur Aussage zu ersuchen. Wenn in der\nangefochtenen Verfügung ausgeführt wird, die Zeugin könne sich gültig auf ein Zeugnisverweigerungsrecht berufen, trifft dies nicht zu. Die Staatsanwaltschaft hat die Frage der\nZeugnisverweigerung gar nicht abschliessend geprüft und es ins Ermessen der betroffenen Zeugin gestellt, ob sie eine Ermächtigung bei der vorgesetzten Behörde einholen will\noder nicht. Einen Entscheid über die Zulässigkeit der Zeugnisverweigerung könnte die\nStaatsanwaltschaft erst fällen, wenn die vorgesetzte Behörde über die Ermächtigung zur\nAussage entschieden hat. Somit hat die Staatsanwaltschaft eine zur Wahrheitsfindung als\nnotwendig erachtete Beweismassnahme mit einer rechtlich unzutreffenden Begründung\nwiderrufen. Gutheissung der Beschwerde.\n\nDie Beschwerdekammer in Strafsachen hat beschlossen:\n\n1. Die Verfügung vom 19. Oktober 2015 der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-\nOberaargau wird aufgehoben. Die Sache geht zur neuen Entscheidung im Sinne der\nErwägungen an die Staatsanwaltschaft zurück.\n\n2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 800.00, trägt der Kanton\nBern.\n\n3. Zu eröffnen:\n- dem Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer, a.v.d Rechtsanwalt D.________\n- dem Beschuldigten, a.v.d. Rechtsanwalt B.________\n- der Generalstaatsanwaltschaft\nMitzuteilen:\n- der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau (mit den Akten)\n\nBegründung:\n\n1.\n1.1 Die Regionale Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau (nachfolgend Staatsanwaltschaft) führt gegen A.________ eine Strafuntersuchung wegen sexueller Nötigung\nzum Nachteil von C.________. A.________ soll ihn mit einer Schere bedroht und im\nGenitalbereich berührt haben, als sie beide Insassen der Therapieabteilung der Anstalten F.________ waren.\n1.2 Am 21. Mai 2015 setzte die Staatsanwaltschaft den Parteien Frist nach Art. 318 StPO\nund teilte ihnen mit, dass das Verfahren eingestellt werde. Am 11. Juni 2015 stellte\nC.________ den Antrag, es sei Frau Pfarrerin G.________, Seelsorgerin bei den Anstalten F.________, als Zeugin einzuvernehmen. Diesen Antrag hiess die zuständige\n\n"}