{"Signatur": "BE_OG_008", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2015-08-25", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2015-229_2015-08-25.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/BK_2015_229_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778aa5cca6b8d2cffa265f78ab9d759c8397bcd7383cfc8154537fea275204fea8cb2908c8e616fc5fb8f57de952c488f9a?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778aa5cca6b8d2cffa265f78ab9d759c8397bcd7383cfc8154537fea275204fea8cb2908c8e616fc5fb8f57de952c488f9a&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=BK_2015_229", "Checksum": "ce7d2110e928cd15f1ef3d1b9e4f5429"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["BK 2015 229"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 25.08.2015 BK 2015 229"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambre de recours pénale 25.08.2015 BK 2015 229"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Chambre de recours pénale"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Beschwerdekammer in Strafsachen"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Beschwerdekammer in Strafsachen  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "DNA-Analyse (Leitentscheid) | Andere Verfügungen StA, Polizei (393-a)"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 08:25:55", "Checksum": "a2654a06361f368abd53867779214b0a", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 25.08.2015 BK 2015 229\nRegeste:\nDNA-Analyse (Leitentscheid) | Andere Verfügungen StA, Polizei (393-a)\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nStrafabteilung Section pénale\nBeschwerdekammer in Chambre de recours pénale\nStrafsachen\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach 7475\nBeschluss\n3001 Bern BK 15 229 MOR\nTelefon 031 635 48 09\nFax 031 635 48 15\nObergericht-Straf.Bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 25. August 2015\n\nBesetzung\nOberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichter Trenkel, Oberrichter Stucki\nGerichtsschreiberin Bohren\n\nVerfahrensbeteiligte\nA.________\na.v.d. Fürsprecher B.________\nBeschuldigte/Beschwerdeführerin\n\nGegenstand\nRaub / Erstellung eines DNA-Profils (Art. 255 Abs. 1 Bst. a StPO)\n\nBeschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland,\nStaatsanwalt C.________, vom 10. Juli 2015 (BM 15 26988)\n\nDie Beschwerdekammer in Strafsachen hat beschlossen:\n\n1. Die Beschwerde wird abgewiesen.\n\n2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden bestimmt auf CHF 1‘000.00 und der\nBeschwerdeführerin auferlegt.\n\n3. Zu eröffnen:\n- der Beschuldigten/Beschwerdeführerin, a.v.d. Fürsprecher B.________\n- der Generalstaatsanwaltschaft\nMitzuteilen:\n- der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, Staatsanwalt C.________\n(mit den Akten)\nRegeste\nDas Bundesgericht hat in BGE 141 IV 87 E. 1.4.1 seine Praxis zur Zulässigkeit von DNA-\nProbenahmen und -Analysen nicht geändert. Folglich bleibt es dabei, dass die DNA-\nProbenahme und -Analyse auch dann zulässig ist, wenn sie nicht zur Aufklärung der An-\nlass-tat, sondern von Delikten beitragen können, welche die beschuldigte Person bereits\nbegangen hat oder begehen wird. Vorausgesetzt sind konkrete Anhaltspunkte, die solche\nStraftaten erhöht wahrscheinlich werden lassen.\n\nBegründung:\n\n1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland führt gegen A.________ eine Strafuntersuchung wegen Raubes. A.________ wird vorgeworfen, gemeinsam mit ihrem\nPartner D.________ in der Nacht vom 2. Juli 2015 E.________ mit einem Messer bedroht und Geld gestohlen zu haben.\nAm 10. Juli 2015 verfügte die Staatsanwaltschaft, dass von A.________ ein DNA-\nProfil zu erstellen sei. Am 24. Juli 2015 erhob A.________ dagegen Beschwerde mit\ndem Antrag, die Verfügung der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom\n10. Juli 2015 sei aufzuheben und die Regionale Staatsanwaltschaft sei anzuweisen,\ndie bereits entnommene DNA-Probe aus den Akten zu entfernen und zu vernichten.\nDie Generalstaatsanwaltschaft nahm am 3. August 2015 zur Beschwerde Stellung\nund beantragte deren kostenfällige Abweisung. A.________ replizierte am 12. August\n2015 und hielt an ihren Anträgen fest.\n\n2. Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft kann bei der\nBeschwerdekammer in Strafsachen innert 10 Tagen schriftlich und begründet Beschwerde geführt werden (Art. 393 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 StPO, Art. 35\ndes Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft\n[GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Die Beschwerdeführerin ist durch die angefochtene\nVerfügung unmittelbar in ihren rechtlich geschützten Interessen betroffen und somit\nzur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten.\n\n3.\n3.1 Durch die Abnahme einer DNA-Probe mittels Wangenschleimhautabstrich (WSA)\nwird, wenn auch nur in geringfügiger Weise, in die von Art. 10 Abs. 2 BV geschützte\nkörperliche Integrität einer Person eingegriffen. Die Probe dient stets dem Zweck, ein\nDNA-Profil zu erstellen, dieses in die nationale DNA-Datenbank einzuspeisen und mit\nanderen Profilen abzugleichen. Dadurch wird das in Art. 13 Abs. 2 BV verbriefte Recht\nauf informationelle Selbstbestimmung tangiert (BGE 128 II 259 E. 3.2). In Art. 197\nStPO werden die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen zur Einschränkung von\nFreiheitsrechten durch Anordnung von Zwangsmassnahmen konkretisiert. Zwangsmassnahmen können nur angeordnet werden, wenn eine genügende gesetzliche\nGrundlagen besteht (lit. a), ein hinreichender Tatverdacht vorliegt (lit. b), die damit an-\n\n"}