{"Signatur": "BE_OG_007", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2023-07-26", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_007_ABS-2023-203_2023-07-26.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/ABS_2023_203_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e77899bc209fc9d153aa21c3aa367e7adb8fffe416919224647808484b3fd599c39c526c4c7b2917604b5faa792811d36e3e?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e77899bc209fc9d153aa21c3aa367e7adb8fffe416919224647808484b3fd599c39c526c4c7b2917604b5faa792811d36e3e&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ABS_2023_203", "Checksum": "b98ef54b6a2b7f2779f6d78abde92818"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ABS 2023 203"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen 26.07.2023 ABS 2023 203"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Autorité de surveillance en matière de poursuite pour dettes et faillite 26.07.2023 ABS 2023 203"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Autorité de surveillance en matière de poursuite pour dettes et faillite"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Einstellung der Betreibung nach Art. 85a SchKG | BA OL, DS Oberland West"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 00:27:09", "Checksum": "ada9af5a30cde70d7b0207cb473f1cf0", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen 26.07.2023 ABS 2023 203\nRegeste:\nEinstellung der Betreibung nach Art. 85a SchKG | BA OL, DS Oberland West\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nAufsichtsbehörde in Betrei- Autorité de surveillance\nbungs- und Konkurssachen en matière de poursuite\net de faillite\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern ABS 23 203\nTelefon +41 31 635 48 04\nFax +41 31 634 50 53\naufsichtsbehoerdeschkg.bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 26. Juli 2023\n\nBesetzung Oberrichter Studiger (Präsident), Oberrichter Zuber und Oberrichter Schlup\nGerichtsschreiber Knüsel\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nvertreten durch Rechtsanwalt B.________\nGläubigerin/Beschwerdeführerin\n\ngegen\n\nBetreibungsamt Oberland, Dienststelle Oberland West, Scheibenstrasse 11, 3600 Thun\n\nGegenstand Verwertung\nRegeste\nEinstellung der Betreibung nach Art. 85a SchKG\nFortführung einer vorsorglich eingestellten Betreibung, wenn das Massnahmenverfahren\nnach Art. 85a Abs. 2 SchKG (Einstellung der Betreibung) in der Schweiz durchgeführt\nwurde, über den materiellen Bestand der Forderung aber ein ausländisches Gericht entschieden hat.\nHat der schweizerische Massnahmenrichter die Einstellung der Betreibung zeitlich begrenzt und zwar bis zum rechtskräftigen Abschluss des ausländischen Verfahrens, fällt die\nEinstellung dahin, wenn der Erlass eines rechtskräftigen ausländischen Entscheides\nnachgewiesen ist. Eines speziellen gerichtlichen Verfahrens bedarf es hierzu nicht\n(E. 10 ff.).\n\nErwägungen:\n\n1. Die A.________ (Gläubigerin) betreibt C.________ (Schuldner) gestützt auf\neine deutsche Grundschuldbestellungsurkunde mit Zwangsvollstreckungsunterwerfung vom 29. Dezember 1998. Beim Betreibungsamt Oberland, Dienststelle Oberland West, sind in diesem Zusammenhang zwei Betreibungen hängig (Nrn.___xy und ___xz).\n\n2. In der ersten Betreibung (Nr.___xy) erteilte das Regionalgericht Oberland der\nGläubigerin am 24. September 2019 für einen Betrag von CHF 157'980.62\nnebst Akzessorien die definitive Rechtsöffnung (Beschwerdebeilage [BB] 4).\n\nIm Nachgang zu diesem Rechtsöffnungsentscheid reichte der Schuldner in\nDeutschland Klage gegen die Gläubigerin ein. Er beantragte einerseits, dass\ndie Zwangsvollstreckung aus der Grundschuldbestellungsurkunde für unzulässig erklärt werde. Andererseits ersuchte er um Feststellung, dass der Gläubigerin keinerlei Ansprüche gegen ihn zustehen würden (BB 5). Der Klage war\nerstinstanzlich kein Erfolg beschieden. Am 16. Dezember 2021 wies das Oberlandesgericht Düsseldorf auch ein dagegen erhobenes Rechtsmittel ab (BB 9).\nDieses Urteil zog der Schuldner an das höchste Gericht Deutschlands, den\nBundesgerichtshof, weiter.\n\n3. Mit Blick auf das in Deutschland hängige (Haupt)Verfahren gelangte der\nSchuldner am 17. Oktober 2019 an das Regionalgericht Oberland und verlangte die vorläufige Einstellung der Betreibung (Art. 85a Abs. 2 SchKG). Das Regionalgericht hiess das Gesuch gut und legte mit Entscheid vom 20. Dezember 2019 fest, dass die Betreibung Nr.___xy gegen den Schuldner nach erfolgter Pfändung vorläufig bis zum rechtskräftigen Abschluss des mit der Klage\n\n2\nvom 19. (recte 16.) Oktober 2019 vor dem Landgericht Düsseldorf anhängig\ngemachten Verfahrens einzustellen ist (BB 10).\n\nIm Januar 2020 vollzog die Dienststelle Oberland West die Pfändung. Der\nPfändungsurkunde (Gruppe-Nr. ____aa) kann entnommen werden, dass eine\nLohnpfändung verfügt und ein Fahrzeug sowie ein Aktienkonto gepfändet wurden (BB 12).\n\n4. Da die Pfändung ungenügend war, betrieb die Gläubigerin den Schuldner ein\nzweites Mal (Betreibung Nr. ___xz). Am 4. Januar 2023 erteilte das Regionalgericht Oberland der Gläubigerin abermals die definitive Rechtsöffnung\n(BB 13). Am 12. Januar 2023 gelangte der Schuldner an das Regionalgericht\nOberland und beantragte die vorläufige Einstellung auch dieser Betreibung.\nDiesem Ansinnen kam das Regionalgericht Oberland mit Entscheid vom 3. Mai\n2023 erneut nach und stellte auch die Betreibung Nr. ___xz mit gleichlautender\nFormulierung wie im ersten Entscheid vorläufig ein (BB 16). Im dazugehörigen\nPfändungsverfahren (Gruppe-Nr. ____ab) wurde wiederum eine Lohnpfändung\nangeordnet sowie ein FIBU-Kontoguthaben in der Höhe von CHF 50'400.00\ngepfändet.\n\n5. Am 25. April 2023 erging der Beschluss des Bundesgerichtshofes. Der Bundesgerichtshof wies die Beschwerde des Schuldners ab (BB 17).\n\nDaraufhin wandte sich die Gläubigerin am 10. Mai 2023 an die Dienststelle\nOberland West und verlangte die Weiterführung der Betreibungen Nrn.___xy\nund ___xz sowie die umgehende Auszahlung bzw. Verwertung der gepfändeten Vermögenswerte (BB 19). Vergeblich: Am 16. Mai 2023 beschied ihr die\nDienststelle Oberland West, dass dieser Aufforderung nicht nachgekommen\nwerden könne. Da die vorgenannten Betreibungen gerichtlich eingestellt worden seien, bedürfe es einer \"gerichtlichen Bestätigung\", dass die Verteilung erfolgen dürfe (BB 2).\n\n"}