{"Signatur": "BE_OG_007", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2020-07-01", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_007_ABS-2020-90_2020-07-01.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/ABS_2020_90_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e77871c7e2843662a922aba9b0bd41be85e9185f5679e203c80ddfca94a505bd21400fbdaea437f43cd9bfd8632f73b221d3?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e77871c7e2843662a922aba9b0bd41be85e9185f5679e203c80ddfca94a505bd21400fbdaea437f43cd9bfd8632f73b221d3&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ABS_2020_90", "Checksum": "74d3a5680878c5be3269b7a740f2b8d7"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ABS 2020 90"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen 01.07.2020 ABS 2020 90"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Autorité de surveillance en matière de poursuite pour dettes et faillite 01.07.2020 ABS 2020 90"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Autorité de surveillance en matière de poursuite pour dettes et faillite"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Abtretbarkeit gewöhnlicher Forderungen bei Konkurseinstellung mangels Aktiven einer ausgeschlagenen Erbschaft (Art. 230a Abs. 1 SchKG) | KA Seeland, DS Seeland"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 03:51:50", "Checksum": "585fceae9096786667f90af3351e8716", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen 01.07.2020 ABS 2020 90\nRegeste:\nAbtretbarkeit gewöhnlicher Forderungen bei Konkurseinstellung mangels Aktiven einer ausgeschlagenen Erbschaft (Art. 230a Abs. 1 SchKG) | KA Seeland, DS Seeland\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nAufsichtsbehörde in Betrei- Autorité de surveillance\nbungs- und Konkurssachen en matière de poursuite\net de faillite\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern ABS 20 90\nTelefon +41 31 635 48 04\nFax +41 31 634 50 53\naufsichtsbehoerdeschkg.bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 1. Juli 2020\n\nBesetzung Oberrichter Studiger (Präsident), Oberrichter Hurni und\nOberrichterin Grütter\nGerichtsschreiberin Bank\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nvertreten durch Rechtsanwalt D.________\nBeschwerdeführerin\n\nB.________\nvertreten durch Rechtsanwalt D.________\nBeschwerdeführer\n\nC.________\nvertreten durch Rechtsanwalt D.________\nBeschwerdeführer\n\ngegen\n\nKonkursamt Seeland, Dienststelle Seeland, Kontrollstrasse 20,\n2502 Biel/Bienne\n\nGegenstand Beschwerde (SchKG 17)\nRegeste:\n\nAbtretbarkeit gewöhnlicher Forderungen bei Konkurseinstellung mangels Aktiven\neiner ausgeschlagenen Erbschaft (Art. 230a Abs. 1 SchKG)\n\nAbtretbar im Sinne von Art. 230a Abs. 1 SchKG sind auch gewöhnliche Forderungen des\nNachlasses (E. 6.2). Mit der Abtretung nach Art. 230a Abs. 1 SchKG wird den Übernehmern das Eigentum der abgetretenen Forderung übertragen (E. 6.3). Sinn und Zweck der\nAbtretung gewöhnlicher Forderungen ist, dass diese nicht einfach erlöschen (E. 6.4).\n\nDie Abtretung einer Forderung nach Art. 230a Abs. 1 SchKG kann nur Sinn machen, wenn\nsie auch durchgesetzt wird. Das Konkursamt hat folglich – neben der Überprüfung der\nVoraussetzungen von Art. 230a Abs. 1 SchKG und der Einhaltung der vorgesehenen Kaskadenfolge – das Rechtsmissbrauchsverbot zu beachten. Bei offensichtlichem Rechtsmissbrauch ist die Abtretung der Forderung zu verweigern (E. 6.5). Im Falle des Rechtsmissbrauchs kann die Abtretung auch nur für einen Teil der Nachlassaktiven verweigert\nwerden (keine Anwendbarkeit des sog. «Cherry-picking»-Verbots, E. 6.6).\n\nDas Konkursamt hat sich auf eine Überprüfung der Voraussetzungen von Art. 230a\nAbs. 1 SchKG und des offensichtlichen Rechtsmissbrauchs zu beschränken. Sind die Voraussetzungen von Art. 230a Abs. 1 SchKG gegeben und liegt kein Rechtsmissbrauch vor,\nhat es die Aktiven bedingungslos abzutreten. Für eine Fristansetzung zur Geltendmachung der Ansprüche gegenüber den Forderungsschuldnern besteht kein Raum (E. 7 ff.).\n\nErwägungen:\n\nI.\n\n1.\n1.1 Über die ausgeschlagene Verlassenschaft des E.________ wurde am\n30. März 2016 die konkursamtliche Liquidation eröffnet und das Konkursverfahren\nam 29. Juni 2017 mangels Aktiven eingestellt. Das Konkursamt Seeland, Dienststelle Seeland (nachfolgend: Konkursamt), liess in der Folge die Konkurseinstellung im Schweizerischen Handelsblatt (SHAB) publizieren. Als Hinweis wurde vermerkt: «Das Konkursverfahren wird als geschlossen erklärt, falls nicht ein Gläubiger innert der obgenannten Frist [16. Juli 2017] die Durchführung verlangt und für\ndie Deckung der Kosten den erwähnten Vorschuss [CHF 15‘000.00] leistet. Die\nNachforderung weiterer Kostenvorschüsse bleibt vorbehalten» (Beschwerdebeilage\n[BB] 3). Weil kein Gläubiger den Kostenvorschuss leistete, wurde das Konkursverfahren geschlossen.\n1.2 Mit Schreiben vom 16. Februar 2018 beantragten die F.________, der G.________\nund die H.________, alle vertreten durch die I.________ (nachfolgend: Gläubigerinnen), beim Konkursamt die Abtretung der Nachlassaktiven. Das Konkursamt\nwies den Antrag mit Schreiben vom 26. Februar 2018 ab und erklärte, eine Abtre-\n\n"}