{"Signatur": "BE_OG_007", "Spider": "BE_ZivilStraf", "Datum": "2020-01-17", "PDF": {"Datei": "BE_ZivilStraf/BE_OG_007_ABS-2019-336_2020-01-17.pdf", "URL": "https://www.zsg-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/ABS_2019_336_323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778c3724c914b3c2c0d51aa990188a5d99b97b8db4c64e4b52be850e93f0987931a8f9e9488e991a989034f695323af7e39?path=323719a1159f182ebd8af5cfa97b333ff61114ecd421be6d2c393d33132eb663dc9daec69bda9215d03ee54d8043e778c3724c914b3c2c0d51aa990188a5d99b97b8db4c64e4b52be850e93f0987931a8f9e9488e991a989034f695323af7e39&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=ABS_2019_336", "Checksum": "895da82863e7c7d4f5e04c918ba67998"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["ABS 2019 336"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Bern Obergericht Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen 17.01.2020 ABS 2019 336"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Autorité de surveillance en matière de poursuite pour dettes et faillite 17.01.2020 ABS 2019 336"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Obergericht Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Cour suprême Autorité de surveillance en matière de poursuite pour dettes et faillite"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna  Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Kognition des Betreibungsamts und der Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen beim Arrestvollzug (Art. 275 SchKG) | BA OL, DS Oberland West"}], "ScrapyJob": "446973/22/2112", "Zeit UTC": "04.12.2025 03:57:47", "Checksum": "fbad09199a642df8519b9c43ffbcc7ab", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Obergericht Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen 17.01.2020 ABS 2019 336\nRegeste:\nKognition des Betreibungsamts und der Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen beim Arrestvollzug (Art. 275 SchKG) | BA OL, DS Oberland West\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nAufsichtsbehörde in Betrei- Autorité de surveillance\nbungs- und Konkurssachen en matière de poursuite\net de faillite\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern ABS 19 336\nTelefon +41 31 635 48 04\nFax +41 31 634 50 53\naufsichtsbehoerdeschkg.bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 17. Januar 2020\n\nBesetzung Oberrichter Studiger (Präsident), Oberrichter Hurni und Oberrichterin Grütter\nGerichtsschreiberin Peng\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nvertreten durch Rechtsanwalt B.________\nBeschwerdeführer\n\ngegen\n\nBetreibungsamt Oberland, Dienststelle Oberland West, Scheibenstrasse 11, 3600 Thun\n\nGegenstand Beschwerde (SchKG 17)\nRegeste:\nKognition des Betreibungsamts und der Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und\nKonkurssachen beim Arrestvollzug (Art. 275 SchKG)\nÜberprüfbarkeit des Arrestbefehls im Arrestvollzug (E. 7).\n\nErwägungen:\n\n1. Das Bundeszentralamt für Steuern in Bonn ersuchte am 3. September 2019 die\nSchweizerische Eidgenossenschaft, vertreten durch die Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV (nachfolgend: Gläubigerin), gestützt auf das Abkommen über die\nZusammenarbeit zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und\nder Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits zur\nBekämpfung von Betrug und sonstigen rechtswidrigen Handlungen, die ihre finanziellen Interessen beeinträchtigen (Betrugsbekämpfungsabkommen, BBA;\nSR 0.351.926.81), beim Schuldner A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer)\ndie ausgewiesenen Umsatzsteuerforderungen des Finanzamts C.________ einzuziehen (Beilagen 1 und 2 zur Stellungnahme). Die Gläubigerin erliess am 16. September 2019 eine Sicherstellungsverfügung, welche gleichzeitig als Arrestbefehl für\neine Forderung von CHF 98‘539.80 galt (Vernehmlassungsbeilage [VB] 1). Gestützt auf diesen Arrestbefehl arrestierte das Betreibungsamt Oberland, Dienststelle Oberland West (nachfolgend: Betreibungsamt), am 17. September 2019 das\nGuthaben des Beschwerdeführers auf dem Konto ________ gegenüber der\nD.________ AG bzw. der E.________ AG in unbekannter Höhe bis zum Betrag\nvon CHF 109‘000.00 (VB 2).\n\n2.\n2.1 Mit Eingabe vom 27. September 2019 erhob der Beschwerdeführer gegen die Arresturkunde Nr. ________ vom 17. September 2019 (Beschwerdebeilage [BB] 2)\nBeschwerde bei der kantonalen Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen. Er beantragte die Aufhebung des Arrestbefehls.\n2.2 Zur Begründung führte der Beschwerdeführer aus, dass der Arrest gegen das BBA\nverstosse. Es liege kein Anwendungsfall dieses Abkommens vor. Die Amtshilfe der\nGläubigerin sei damit rechtswidrig erfolgt. Weiter machte der Beschwerdeführer\ngeltend, der Arrestbefehl leide auch an formellen Mängeln. Aus dem Arrestbefehl\nsei nicht ersichtlich, welcher Vollstreckungstitel bzw. Steuerbescheid den Umsatzsteuerforderungen zugrunde liege und welche Umsatzsteuerforderungen erfasst\nseien. Ein effektiver Rechtsschutz sei damit erschwert, weil er den Forderungsgrund nicht nachvollziehen könne und ihm die Sicherstellungsverfügung der Gläubigerin vom 16. September 2019 nicht bekannt sei. Der angegebene Forderungsgrund sei damit unbestimmt. Die in CHF angegebene Forderungshöhe und deren\nBerechnung seien mangels Kenntnis der Sicherstellungsverfügung der Gläubigerin\nvom 16. September 2019 nicht einleuchtend. Offenbar lägen der Sicherstellungs-\n\n2\nverfügung keine Forderungen nach dem Mehrwertsteuergesetz (MWSTG;\nSR 641.20), sondern Umsatzsteuerforderungen des deutschen Finanzamts nach\ndem deutschen Umsatzsteuergesetz (UStG) bzw. der deutschen Abgabenordnung\n(AO) zugrunde, die in EUR zu zahlen seien.\n\n3. Mit Verfügung vom 7. Oktober 2019 forderte die Verfahrensleitung den durch einen\ndeutschen Rechtsanwalt vertretenen Beschwerdeführer auf, innert fünfzehn Tagen\nein Zustellungsdomizil in der Schweiz zu bezeichnen. Dieser Aufforderung kam der\nBeschwerdeführer mit Eingabe vom 8. November 2019 nach.\n\n"}